Der Begriff Gemeinschaftsräume spielt in der Hausratversicherung eine elementare Rolle. Die Meinungen, ob die Gemeinschaftsräume unter den Schutz der individuellen Hausratversicherung fallen, gehen dabei auseinander. Wie sieht es in der Realität aus?

Inhalt dieser Seite
  1. Definition „Gemeinschaftsräume“
  2. Die Waschküche als Gemeinschaftsraum
  3. Der Fahrradkeller als Gemeinschaftsraum
  4. Verwandte Themen
  5. Weiterführende Links
  6. Hausratversicherungen vergleichen

Definition „Gemeinschaftsräume“

Bewohner eines Mehrfamilienhauses nutzen durchaus Räume, vorzugsweise im Keller, gemeinschaftlich. In der Regel handelt es sich dabei um die Waschküche, einen Trockenraum und den berühmten Fahrradkeller.

Gemeinschaftsräume weisen eine ganz eigene Problematik auf. Im Gegensatz zur Wohnung haben alle Bewohner des Hauses Zugang dazu. Versicherungsrelevant ist, dass die Gemeinschaftsräume immer durch einen Schlüssel verschlossen sein müssen. Leider sind jedoch nicht alle Bewohner immer der Ansicht, dieser Verschlusspflicht nachzukommen. Gerade bei Fahrradkellern kann dies nach einem Fahrraddiebstahl für den Bestohlenen problematisch werden.

Die Waschküche als Gemeinschaftsraum

Häufig sieht die Architektur eines Hauses von Beginn an vor, dass die Bewohner in der Küche oder im Bad keine Anschlussmöglichkeiten für eine Waschmaschine haben. Für Waschmaschinen und Trockner steht in diesem Fall eine Waschküche zur Verfügung. Aufgrund des Gewichtes werden Waschmaschinen eher selten entwendet. Vandalismus ist aber nicht auszuschließen.

Wer Waschmaschine und Trockner in der Waschküche unterbringt, geht automatisch davon aus, dass diese unter den Schutz der Hausratversicherung fallen. Abschnitt A 10.3 der Musterbedingungen für die Hausratversicherung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) besagt zum Thema Gemeinschaftsräume Folgendes:

„Zur Wohnung gehören …. gemeinschaftlich genutzte, verschließbare Räume, in dem Hausrat bestimmungsgemäß vorgehalten wird (z. B. ausgewiesene Stellflächen in Fluren, Fahrradkeller, Waschkeller). Diese müssen sich auf demselben Grundstück befinden, auf dem sich die versicherte Wohnung befindet.“

Entscheidend ist der Passus „verschließbare Räume“. Auch wenn in diversen Onlinebeiträgen nachzulesen ist, dass Gemeinschaftsräume nicht unter den Schutz der Hausratversicherung fallen, ist kein Versicherer bekannt, der sich in diesem Fall nicht an den Musterbedingungen orientiert.

Dem Erstattungsanspruch aus der Hausratversicherung bei „Wäschediebstahl von der Leine im Garten“ steht der Leistungsanspruch bei „Wäschediebstahl aus dem Trockenraum“ gegenüber. Voraussetzung ist allerdings, dass auch dieser Raum verschlossen war. Generell gilt bei Einbruchdiebstahl, dass sich der Täter gewaltsam Zugang zum Versicherungsort verschafft hat. Waren Waschküchen- oder Trockenraumtür zwar geschlossen, aber nicht verschlossen, besteht kein Leistungsanspruch. In diesem Fall handelt es sich um Einschleichen, nicht um Einbrechen.

Der Fahrradkeller als Gemeinschaftsraum

Kaum ein Passus in der Hausratversicherung wird so lebhaft unter Verbrauchern diskutiert wie die Fahrradklausel. Besteht eine Fahrradversicherung? Wenn ja, wie und wo muss es stehen? Gibt es zeitliche Einschränkungen?

Der Fahrradkeller gilt als Gemeinschaftsraum. Damit Versicherungsschutz bei Diebstahl des Rades besteht, müssen jedoch zwei Sachverhalte erfüllt sein. Zum einen muss der Fahrradkeller mittels Schlüssel verschlossen sein. Zum anderen muss der Eigentümer das Fahrrad im Keller selbst noch einmal durch ein geeignetes Schloss gegen Diebstahl sichern.

Die berühmte Nachtzeitklausel besagt, dass das Fahrrad nur in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr versichert ist, wenn es sich zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen im verschlossenen Fahrradkeller oder der Wohnung befindet. Die Ausnahme besteht, wenn der Eigentümer in dieser Zeit mit dem Fahrrad unterwegs nach Hause war, um es dort ordnungsgemäß zu verwahren.

Fahrradklausel bietet erweiterten Versicherungsschutz

Die Versicherer sind durchaus lernfähig. Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, Fahrräder über den Gemeinschaftsraum und im Rahmen der Nachtklausel auch tagsüber und außerhalb des Versicherungsortes zu versichern. Allerdings fällt dafür eine marginale Mehrprämie an, die sich in der Höhe am Postleitzahlenbereich und dem Wert des Fahrrades bemisst. Fahrraddiebstahl kommt in Berlin häufiger vor als auf dem Land. Das heißt, das Risiko fällt für den Versicherer deutlich höher aus.

Wer sein Fahrrad bestmöglich absichern möchte, kann auch auf eine spezielle Fahrradversicherung zurückgreifen. Diese bietet über den reinen Schadensersatz bei Diebstahl oder Vandalismus noch einen weiterreichenden Versicherungsschutz. Welche Variante im Einzelfall die sinnvollere ist, lässt sich anhand des Versicherungsvergleiches feststellen.

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