Kriminalatlas: Graffitischäden in Deutschland

Graffitischäden in Deutschland

In welchen Regionen zieren Graffitis besonders häufig die Fassaden von Häusern? Und wie kann die Wohngebäudeversicherung helfen? Der Verivox Verbraucheratlas verrät es Ihnen.

Wo sind Graffitis am häufigsten?

Graffitis bestimmen vor allem das Stadtbild der deutschen Metropolen wie Berlin, Hamburg, Köln oder München. Aber auch in anderen deutschen Städten und Ballungsräumen wird immer häufiger zur Spraydose gegriffen – und selbst in ländlichen Regionen sind Sachbeschädigungen durch Graffitis keine Seltenheit mehr. Die Karte zeigt Daten des Polizeilichen Kriminalstatistik. Aufgeführt sind die polizeilich erfassten Sachbeschädigungen durch Graffiti im Jahr 2018. Die Farbskala gibt die Häufigkeit pro Landkreis oder Stadt wieder. Außerdem zeigt die Karte für jeden Kreis die absolute Zahl der Fälle und die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr.

Ost-West-Gefälle in der Sprayer-Szene

Die unerlaubte Spraydosenkunst ist in den neuen Bundesländern durchaus weit verbreitet, und hier auch nicht nur in den Großstädten. Im Schnitt sind in den nordöstlichen Landkreisen von Mecklenburg-Vorpommern sowie in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt mehr Wände mit der unerlaubten Art-Deko besprüht worden als in den westdeutschen Landkreisen und Städten – immer im Verhältnis zur Einwohnerzahl gerechnet. Im Westen sind Graffitis hauptsächlich in Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet sowie in Großstädten und deren näherer Umgebung zu finden. Am wenigsten wird in den ländlichen Regionen von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gesprüht.

Wo sind Deutschlands Graffiti-Hochburgen?

Beim genaueren Blick auf die Top-20 der deutschen Großstädte mit über 100.000 Einwohner ist das Bild ausgeglichener. Hier halten sich die ost- und westdeutschen Städte die Waage. Der absolute Spitzenreiter im Graffiti-Ranking 2018 kommt aus den alten Bundesländern: die rheinland-pfälzische Stadt Koblenz mit 1.254 Fällen je 100.000 Einwohner. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Leipzig (428 Fälle, Sachsen) und Kiel (371 Fälle, Schleswig-Holstein).

Städte-Ranking 2018: die Graffiti-Hochburgen

Städte mit den wenigsten Graffitis

Am wenigsten sind Graffitis im nordrhein-westfälischen Leverkusen mit durchschnittlich 28 Fällen je 100.000 Einwohner zu finden. Aber auch Neuss (45 Fälle) und Bergisch Gladbach (48 Fälle, beide Nordrhein-Westfalen) gehören zu den Städten, in denen Graffiti-Künstler weniger häufiger unterwegs sind. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Städte Duisburg (61 Fälle), Gelsenkirchen (66 Fälle) und Oberhausen (70 Fälle), trotz ihrer Nähe zum Ruhrgebiet, durch eher geringe Graffiti-Aktivitäten auffallen.

Städte-Ranking 2018: Wo ist das Graffiti-Risiko gering?

Graffiti entfernen – wann zahlt die Wohngebäudeversicherung?

Meist verewigen sich die selbsternannten „Graffiti-Künstler“ mit ihren persönlichen Bildern, Slogans und Schriftzügen an Hausfassaden, Garagentoren, Mauern und Brückenpfeilern. Das Besprühen von Flächen ohne Erlaubnis des Eigentümers ist verboten und gilt rechtlich als Sachbeschädigung. Damit hätten zum Beispiel betroffene Eigenheimbesitzer Anspruch auf Schadensersatz von dem Verursacher. Doch diese konnten 2018 nur in 18.510 Fällen von der Polizei ermittelt werden, während 97.610 Fälle angezeigt wurden. Bei den meisten Taten konnte also kein Täter belangt werden.

Für Betroffenen heißt das: Sie müssen für das Entfernen solcher Spraydosen-Aktionen selbst aufkommen und eine Reinigung der Hausfassade von Graffiti-Schmierereien kann mehrere tausend Euro kosten.

Dann kann die Wohngebäudeversicherung helfen, aber Hausbesitzer sollten in die Tarifbedingungen ihres Vertrages schauen. Günstige Basistarife schließen Graffitischäden oft nicht ein. Bei leistungsstarken Tarifen setzt sich der Zusatzschutz immer mehr durch. Für Hausbesitzer empfiehlt es sich daher, speziell solche Tarife abzuschließen. Das ist auch nicht viel teurer. Bei einer Modellrechnung von Verivox kosteten im Schnitt die 10 günstigsten Tarife, die auch Graffitischäden einschließen, knapp 70 Euro mehr im Jahr als die 10 günstigsten aller Tarife.

Graffiti-Schaden unverzüglich melden

Entdeckt ein Eigentümer ein Graffiti an der Fassade seines Gebäudes, ist er verpflichtet, einen solchen mutwilligen Vandalismusschaden sofort zu melden. Denn bei einer verspäteten Anzeige kann der Versicherer Leistungen kürzen oder sogar das Vertragsverhältnis kündigen.

Das sollten Sie als Eigentümer tun:

  1. Dokumentieren Sie den Schaden an Ihrem Wohneigentum mit Fotos.
  2. Zeigen Sie die Beschädigung bei der Polizei an.
  3. Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer
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