Blackout: Wie gut sind die Deutschen vorbereitet?

Inhalt dieser Seite
  1. Mehrheit wiegt sich in Sicherheit
  2. Stromausfälle unwahrscheinlich
  3. Diese Bedrohungen gibt es
  4. Ist der Staat vorbereitet?
  5. Wenige sorgen privat vor
  6. Welche Vorbereitungen werden getroffen?
  7. Blackout: So bereiten sich Deutsche vor
  8. Was wird wie lange halten?
  9. Tipps: So wappnen Sie sich
  10. Download: Tabellenband Blackout

Stromausfall? Mehrheit der Deutschen wiegt sich in Sicherheit

Die moderne Welt ist von Strom abhängig. Doch was, wenn er einmal ausfällt? Wir haben gefragt, wie sicher sich die Menschen in Deutschland fühlen, welche Bedrohungen sie sehen und welche Vorbereitungen sie für den Fall der Fälle getroffen haben.

Stromausfälle gelten als unwahrscheinlich

Die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) hält die Stromversorgung in Deutschland für sicher. Zurecht – die durchschnittliche Unterbrechungsdauer liegt laut dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur bei rund 15 Minuten pro Jahr.

Im Einzelfall kann es jedoch auch länger dauern. Im Berliner Ortsteil Köpenick fiel beispielsweise im Februar 2019 für über 30 Stunden der Strom aus. Die meisten Deutschen gehen nicht davon aus, dass das an ihrem eigenen Wohnort passieren wird. Dass der Strom zuhause ausfällt, hält nur ein Viertel der Befragten (25 Prozent) für wahrscheinlich. Von diesen erwartet über die Hälfte (52 Prozent), dass der Strom nur für mehrere Stunden ausfallen wird.

Aus welchen Gründen könnte der Strom ausfallen?

Als größte Bedrohung der Stromversorgung sehen die Befragten veraltete Stromnetze (46 Prozent), gefolgt von Naturkatastrophen (44 Prozent) und Cyber-Angriffen (40 Prozent). Dass Erzeugungsspitzen durch erneuerbare Energien die Stromversorgung zum Erliegen bringen könnten, glauben nur 14 Prozent der Befragten.

Geringes Vertrauen in staatliche Vorbereitung

Sind die Behörden gut auf einen Stromausfall vorbereitet? Die meisten Befragten geben sich hier skeptisch. 56 Prozent gehen davon aus, dass die Behörden und Verantwortlichen nicht gut oder unzureichend auf einen Blackout vorbereitet sind. Von einer sehr guten oder guten Vorbereitung gehen nur 13 Prozent der Befragten aus.

Die Einschätzung ist für den Fall von regional begrenzten Blackouts wohl zu pessimistisch. Für großflächige Stromausfälle ist sie jedoch durchaus realistisch. Es gibt keinen bundesweiten Notfallplan für solche Blackouts – auch wenn es immer wieder einzelne Initiativen gibt. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung kam im Jahr 2010 zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit eines langandauernden Stromausfalls in mehreren Bundesländern zwar gering sei. Würde der Fall eintreten, wären die Folgen eine „nationalen Katastrophe“, die nicht beherrschbar sei und die allenfalls abgemindert werden könne.

Private Vorsorge finden viele gut, aber wenige tun es

Die Mehrheit (64 Prozent) der Befragten gibt an, dass sie die private Vorsorge für einen Blackout für sinnvoll halten, was angesichts des mangelnden Vertrauens in staatliche Stellen nicht überrascht.

Allerdings gaben 66 Prozent der Befragten an, sich noch nie mit dem Thema Stromausfall befasst zu haben. Das restliche Drittel (34 Prozent) hat sich schon damit beschäftigt, dennoch hat die Mehrheit dieser Gruppe (58 Prozent) keine konkreten Vorbereitungen für einen Stromausfall getroffen.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Wenn sich die Befragten auf einen Stromausfall vorbereitet haben, wurde am häufigsten (92 Prozent) für Beleuchtungsmittel wie Kerzen oder Taschenlampen gesorgt. Auch Vorräte an Nahrung (73 Prozent), Wasser (66 Prozent) und Bargeld (55 Prozent) werden häufiger angelegt. Selten wird für eigene Elektrizität per Notstromaggregat (19 Prozent) gesorgt. 17 Prozent geben an, sich im Bereich Selbstverteidigung/Bewaffnung vorbereitet zu haben.

Blackout: So bereiten sich Deutsche vor

Für Notfälle allgemein ist die Mehrheit der Befragten nicht vorbereitet. Etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller Befragten hat eine Dokumentenmappe mit wichtigen Dokumenten vorbereitet. Nur ein starkes Viertel (27 Prozent) hat eine Erste-Hilfe-Ausrüstung griffbereit.

„Dass nur so wenige Teilnehmer der Umfrage angeben, Vorbereitungen für die Ersthilfe getroffen haben, ist alarmierend“, sagt Valerian Vogel von Verivox. „Denn ein medizinischer Notfall im Haushalt oder in der Nachbarschaft kann jederzeit eintreten. Darauf sollten alle vorbereitet sein.“

Was wird wie lange halten?

Dass bei einem Stromausfall sofort kein Bargeld mehr aus den Automaten kommt und wegen elektronischer Kassensysteme auch nicht mehr wie gewohnt eingekauft werden kann, ist einem Großteil der Befragten (44 Prozent) klar. Rund ein Drittel geht jedoch davon aus, dass dies noch einige Tage oder sogar wochenlang noch möglich sein wird.

43 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Wasserversorgung noch einige Tage lang funktionieren würde, 34 Prozent rechnen mit einigen Stunden. Tatsächlich hängt die Dauer der Wasserversorgung bei Stromausfall von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab, sie ist laut dem Büro für Technikfolgen-Abschätzung in der Regel jedoch nur auf wenige Stunden ohne Strom ausgelegt.

Eine große Mehrheit der Befragten (66 Prozent) geht davon aus, dass Telekommunikationsdienste wie Telefon und Internet bei einem Stromausfall noch so lange verfügbar sind, wie die eigenen Akkus halten. Das ist jedoch falsch. Der heimische Festnetzanschluss ist mittlerweile in den allermeisten Fällen auf die Stromversorgung angewiesen, der Internetanschluss in jedem Fall.

Auch das Mobilfunknetz wird nur eingeschränkt und schnell gar nicht mehr nutzbar sein, denn die Mobilfunkmasten wären schnell überlastet und müssen ebenfalls mit Strom versorgt werden.

Methodik

Für die Studie wurden im November 2019 deutschlandweit online 1.000 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit und wurde vom Marktforschungsinstitut Innofact erhoben.

Tipps: So bereiten Sie sich gut auf einen Stromausfall vor

Wie sollte man sich auf einen Stromausfall vorbereiten? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat dafür zahlreiche Informationen zusammengestellt. Darüber hinaus gibt es einen umfangreichen Ratgeber für Katastrophenfälle. Die wichtigsten Tipps:

Vorrat an Trinkwasser und Nahrungsmitteln anlegen

Viele Menschen können wochenlang ohne Nahrung auskommen, aber nur wenige Tage ohne Wasser. Pro Tag können Sie rund 2 Liter Wasser veranschlagen.

Erste-Hilfe-Ausrüstung und wichtige Medikamente auf Vorrat haben

Neben medizinischen Notfällen sollten Sie auch an chronische Krankheiten und die notwendigen Medikamente denken – für sich selbst und pflegebedürftige Angehörige.

Kerzen oder Taschenlampe bereithalten

Alternative Beleuchtungsmittel am besten zusammen mit notwendiger Ausstattung (Streichhölzer, Feuerzeug, Batterien) aufbewahren.

Radioempfänger griffbereit haben

Der öffentliche Rundfunk ist eine wichtige Informationsquelle bei Katastrophenfällen. Neben batteriebetriebenen Geräten gibt es auch Radios, die mit Kurbeln und/oder Solarzellen aufgeladen werden können.

Download: Tabellenband Blackout

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