Wie Azubis sinnvoll sparen und vorsorgen

24.07.2015 | 09:31

Heidelberg - Am 1. August beginnt in vielen Ausbildungsberufen das neue Lehrjahr. Einige Verträge rund um den Haushalt müssen junge Leute jetzt neu abschließen. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox zeigt anhand von fünf Verträgen, wie Azubis mehrere Hundert Euro im Jahr sparen und trotzdem sinnvoll vorsorgen.

Handy & Internet: Spezielle Tarife für junge Leute

Mehrere Mobilfunkanbieter haben spezielle Tarife für junge Menschen im Programm. Diese gelten im Regelfall für Azubis, Schüler und Studenten bis zum Erreichen des 26. Lebensjahres. Solche Tarife kosten häufig 15 Prozent weniger Grundgebühr – bei verdoppeltem Surfvolumen. Bisweilen erhalten junge Kunden auch vergünstigte Smartphones oder Tablets. Jedoch ist ein Azubi-Tarif nicht automatisch das beste Angebot: Für die Tarifwahl sollte nicht der Zuschnitt auf eine bestimmte Personengruppe entscheiden, sondern der individuelle Bedarf. Vergünstigte Azubi-Tarife gibt es auch für die mobile Internetnutzung, seltener jedoch für den DSL-Anschluss zu Hause.

Alleinlebende können jährliche Stromrechnung fast halbieren

In der ersten eigenen Wohnung kommt auch der erste eigene Stromvertrag zustande. Wer selbst nichts unternimmt, bezahlt, sobald zum ersten Mal das Licht eingeschaltet wird, automatisch den teuren Grundversorgungstarif des örtlichen Stromversorgers. Je schmaler das Budget, desto wichtiger ist die Suche nach einer günstigen Alternative. An jedem Wohnort stehen durchschnittlich 155 verschiedene Anbieter zur Auswahl. Für einen Ein-Personen-Haushalt mit 1.500 kWh Jahresverbrauch beträgt der Preisunterschied zwischen der örtlichen Grundversorgung und den günstigsten Anbietern durchschnittlich 188 Euro oder 37 Prozent der Jahresrechnung. Das hat eine Verivox-Studie in den 200 größten deutschen Städten ergeben. In einigen Städten können Singlehaushalte ihre Stromrechnungen durch einen Anbieterwechsel sogar fast halbieren.

Tipp: Rechtzeitig vor Ablauf des Vertragsjahres die Kosten für das Folgejahr überprüfen – denn ähnlich wie bei Handy- und DSL-Verträgen machen bei vielen Energieversorgern die Bonuszahlungen im ersten Belieferungsjahr die Tarife attraktiv für den eigenen Geldbeutel.

Unverzichtbarer Grundschutz: Die wichtigsten Versicherungen

Spätestens 14 Tage nach Beginn der Lehre müssen Auszubildende sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entschieden haben. Die einzelnen Anbieter unterscheiden sich nach Leistungen und Preis. Der Zusatzbeitrag, der den Arbeitnehmern vom Lohn abgezogen wird, schwankt je nach Krankenkasse zwischen 0 und 1,3 Prozent. Bei höheren Vergütungen kann der Unterschied dadurch schon rund 160 Euro im Jahr ausmachen.

Zum unverzichtbaren Grundschutz gehört auch die Privathaftpflicht-Versicherung. Bis zum Ende der ersten Ausbildung sind junge Menschen jedoch über die Familienpolice der Eltern versichert, selbst wenn sie im Wohnheim, einer WG oder eigenen Wohnung leben.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Muss. Auszubildende sollten sie so früh wie möglich abschließen, denn mit dem Alter steigt der Beitrag. Und wer gesund ist, erhält den Vertrag leichter. Treten erst Erkrankungen auf, können diese zu Preiszuschlägen oder zu Ausschlüssen im BU-Schutz führen. Teilweise ist ein Abschluss gar nicht mehr möglich.

Der abgeschlossene Tarif sollte Azubis eine Absicherung von 1.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente erlauben. Vorsicht: Manche Anbieter versichern Azubis nur allgemein gegen Erwerbsunfähigkeit. Vorteilhaft sind gute Nachversicherungsgarantien, damit die Azubis später die versicherte Rente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen können.

Volle Kostenkontrolle bei Bankgeschäften

Das erste Konto sollte kostenlos sein – das heißt, dauerhaft ohne Grundgebühr und mit kostenloser EC-Karte. Einige Anbieter verlangen gleichzeitig auch keinen monatlichen Mindesteingang. Für junge Leute sind oft auch kostenlose Prepaid-Kreditkarten interessant, die sie vorab mit Guthaben aufladen. So behalten sie leichter den Überblick über ihre Ausgaben.

Vom langfristigen Vermögensaufbau wollen die meisten jungen Leute noch nichts hören. Als eiserne Reserve empfiehlt es sich trotzdem, das Drei- bis Vierfache eines Monatseinkommens auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Die Zinsen sind zwar im Keller, dennoch lohnt sich ein Vergleich der Anbieter. Auf einem 2.000-Euro-Konto landen nach drei Jahren Lehre zumindest rund 60 Euro – bei gut verzinsten Konten. Bei anderen Anbietern gibt es keinen Cent.