Wettbewerb beim schnellen Internet nimmt zu

05.11.2014 | 10:04

Heidelberg. Deutschlands größte Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW erhöhen ab sofort netzweit ihre Geschwindigkeiten. Beim Herunterladen von Daten werden künftig bis zu 200 Megabit pro Sekunde erreicht, beim Senden bis zu 10 Mbit/s – das bedeutet eine Steigerung um 25 bzw. um über 50 Prozent.

Ein deutlich verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten auch die neuen Bündeltarife der Telekom, die sehr schnelles mobiles Internet mit einer Telefon-Flatrate in alle Netze koppeln. „Diese Marktbewegung resultiert aus einem immer intensiveren Wettbewerb auf dem DSL- und Kabelmarkt“, sagt Sven Ehrmann, Telekommunikationsexperte beim unabhängigen Verbraucherportal Verivox. „Kunden erhalten derzeit in weiten Teilen des Marktes mehr Leistung ohne Preisaufschläge.“

Upload-Geschwindigkeiten gewinnen an Bedeutung

Die schnellen Breitbandverbindungen machen es problemlos möglich, etwa gleichzeitig Fernsehen in HD-Qualität zu schauen, Streaming-Dienste zu nutzen, zu surfen und zu telefonieren. Doch die Internetprovider bieten nicht nur beim Herunterladen von Daten (Download), sondern auch beim Versenden (Upload) mehr Leistung. „Bislang haben sich die meisten Kunden bei der Wahl ihres Anschlusses am Speed der Downloadverbindung orientiert“, sagt Ehrmann. „Durch das geänderte Nutzerverhalten wird der Upload-Wert jedoch immer wichtiger.“ Grund seien immer häufigere Szenarien, die einen stabilen und flüssigen Datenupload erforderten. Wer etwa Online-Backups zum Speichern seiner Daten nutzt, viele Videos und Fotos hochlädt oder sehr große Dokumente versendet, wird eher auf ein Angebot mit größeren Uploadzahlen setzen.

Während die DSL-Anbieter beim Upload bisher mit Werten von 6 oder 10 Mbit pro Sekunde deutlich vor den Kabelprovidern lagen, ziehen die Kabelnetzbetreiber mit ihren Tarifverbesserungen jetzt gleich. Unerreicht ist allerdings derzeit die Telekom, die in einem Tarif Uploads mit bis zu 40 Mbit/s ermöglicht.

Speed-Bedarf erfordert Infrastrukturausbau

Die Grenzen beim schnellen Surfen sind übrigens noch nicht erreicht: Die Provider planen, die Übertragungsraten in Zukunft weiter nach oben zu schrauben. „Theoretisch lassen moderne Technologien höhere Geschwindigkeiten durchaus zu“, meint Ehrmann. „Allerdings muss dazu deutlich bei der Infrastruktur nachgebessert werden.“