Trends in der Kfz-Versicherung: Mehr Telematik, bessere Leistungen

02.11.2017 | 11:20

Heidelberg. Im Herbst tobt der Wettbewerb um Deutschlands Autofahrer und die Versicherer bringen neue Tarife heraus – oft mit besseren Leistungen. Der wichtige Schutz bei grober Fahrlässigkeit ist zum Beispiel in 91 Prozent aller Tarife eingeschlossen. Das zeigt eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox. Bei der Telematik ist die Auswahl größer geworden.

Telematik – hohe Rabatte für vorsichtiges Fahren

Telematik-Tarife kommen in Fahrt. 10 Versicherer bieten aktuell diese Tarife, bei denen Autofahrer für vorsichtiges und vorausschauendes Fahren einen Rabatt auf ihre Kfz-Versicherung erhalten. Zielgruppe sind meist junge Fahrer.

Wer übers Jahr vorsichtig fährt, bekommt am Ende – je nach Anbieter - maximal 40 Prozent Rabatt auf den Originalpreis. „Es gibt heute mehr günstige Telematik-Tarife als vor einem Jahr. Mit dem höchstmöglichen Rabatt liegen einige Preise klar unter den günstigsten Tarifen ohne Telematik“, sagt Wolfgang Schütz.

„Telematik soll auch zum vorsichtigen Fahren verleiten. Dadurch können Versicherer Rabatte geben. Ob die Schadenkosten so stark sinken und die Rabatte auf Dauer so hoch bleiben, ist aber fraglich,“ so Wolfgang Schütz.

91 Prozent der Tarife mit Schutz bei grober Fahrlässigkeit

Wer eine rote Ampel überfährt und einen Unfall verursacht, handelt grob fahrlässig. Die Kfz-Versicherung muss dann einen Kaskoschaden eigentlich nicht komplett bezahlen. Je nach Schwere der groben Fahrlässigkeit darf sie kürzen. Mittlerweile verzichten jedoch 205 von 226 der Tarife, die auf Verivox verglichen werden, darauf und bezahlen alles. Dieser Schutz hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr als Standard durchgesetzt.

Wildschwein oder Hund – bei welcher Kollision zahlt die Teilkasko?

Kommt es zum Unfall mit einem Tier, ist die Teilkasko gefragt. Vor gut 10 Jahren haben Verträge in der Regel nur Haarwild eingeschlossen – ein Hund fiel nicht darunter. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass sich das Bild gewandelt hat: In 72 Prozent der Tarife sind heute Unfälle mit Tieren aller Art versichert.

„Ob Wildschäden, grobe Fahrlässigkeit oder Neuwertentschädigung – die Versicherer verbessern marktweit ihre Leistungen“, sagt Wolfgang Schütz. „Was vor Jahren in Premium-Tarifen steckte, das leistet heute mancher Basis-Tarif.“

Flexibel und digital – mehr Freiheiten für Versicherte

Mehr Flexibilität gibt es in einer alltäglichen Situation: Der Sohn will mit dem Familienwagen fahren, aber in der Kfz-Versicherung sind nur die Eltern als Fahrer eingetragen. Oft bedeutet das: Telefonate mit dem Versicherer, Berechnungen und Warten auf Bestätigungen. Das geht auch einfacher. Erste Versicherer bieten jetzt die Möglichkeit, den Fahrerkreis via App oder im Kundenportal für einen oder mehrere Tage zu erweitern. Die Kosten variieren je nach Umfang und Dauer des Schutzes – eine Tagespolice gibt es ab 5 Euro.