Tagesgeld: Topanbieter schlagen weiter die Inflation

19.03.2015 | 11:07

Heidelberg - Tagesgeld lohnt sich weiterhin, zumindest bei den Anbietern mit sehr guten Konditionen. Während regionale Banken nur noch 0,1 Prozent Zinsen im Durchschnitt zahlen, liegt das beste bundesweite Angebot aktuell bei 1,2 Prozent und damit deutlich über der Inflationsrate. Jede fünfte Bank zahlt mittlerweile überhaupt keine Zinsen mehr auf niedrige Anlagebeträge. Das sind Ergebnisse einer Untersuchung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox, für die Daten von 724 Banken ausgewertet wurden.

Zinsen innerhalb eines Jahres halbiert

Der Durchschnitt aller ausgewerteten Tagesgeld-Angebote liegt derzeit bei 0,15 Prozent – bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro. Im Februar 2014 lag dieser Wert noch bei 0,31 Prozent. Seitdem hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins in zwei Schritten gesenkt. „Verstärkte Absenkungen in Folge der einzelnen Leitzinssenkungen beobachten wir nicht“, sagt Ingo Weber, Geschäftsführer und Chief Financial Officer bei Verivox. „Die Tagesgeldzinsen schrumpfen vielmehr kontinuierlich.“

Bundesweite Tagesgeldangebote liegen mit durchschnittlich 0,5 Prozent Zinsen deutlich über den Angeboten regionaler Banken (0,1 Prozent), die das niedrige Zinsniveau schlechter durch Geldanlagen in anderen Bereichen kompensieren können. Betrachtet man nur die Regionalbanken, dann belegen hessische Banken und Sparkassen den Spitzenplatz, das Schlusslicht bilden Anbieter aus Sachsen-Anhalt.

Jede fünfte Bank zahlt bei niedrigen Einlagen gar nichts mehr

Der beste Anbieter unter allen ausgewerteten Banken verzinst das Tagesgeld mit 1,2 Prozent. Er schlägt damit die Inflation deutlich, die im Februar bei 0,1 Prozent lag. Im Gegensatz dazu zahlen viele Banken überhaupt keine Zinsen mehr auf niedrige Einlagen, der Anteil liegt aktuell bei 20,5 Prozent. Im Februar 2013 waren es noch 15,4 Prozent. Ausgewertet wurden hierfür die Konditionen am Beispiel einer Anlagesumme von 2.500 Euro.