Niedrigzinsen: 14 Stunden Arbeit im Monat reichen für einen neuen Golf 8

25.10.2019 | 16:51

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Am 24. Oktober hat Volkswagen die neueste Golf-Generation präsentiert. Die günstigste Basisversion soll für unter 20.000 Euro zu haben sein. Aktuelle Verivox-Berechnungen zeigen: Dank gestiegener Löhne und historisch niedriger Kreditzinsen ist der Golf 8 damit so erschwinglich wie keine Golf-Generation vor ihm.

Kein Golf war je so leicht zu haben

Nie zuvor mussten Arbeitnehmer für einen neuen Golf weniger arbeiten – zumindest, wenn Sie den durchschnittlichen Nettolohn verdienten. Das zeigen Berechnungen von Verivox für Golf-Generationen seit 1991. Seitdem liegen einheitliche statistische Zahlen zur Nettolohn-Entwicklung vor. Für die Untersuchung hat das Vergleichsportal die Einstiegspreise der unterschiedlichen Golf-Generationen ins Verhältnis zur Lohnentwicklung gesetzt. Der Einstiegspreis für den neuen Golf 8 wird laut Volkswagen unter 20.000 Euro liegen. Dafür müssen Durchschnittsverdiener 1.082 Stunden arbeiten – so wenig, wie für keine der anderen Golf-Generationen.

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Das Statistische Bundesamt weist die durchschnittlichen Netto-Stundenverdienste seit 1991 aus. Sechs Golf-Generationen kamen seitdem auf den Markt. Vom Golf 3 bis zum Golf 8 stieg der Netto-Stundenlohn von umgerechnet 9,41 Euro (18,40 D-Mark) auf 18,48 Euro.

Relativ am teuersten war der Golf 6: Als er im Oktober 2008 erschien, mussten Durchschnittsverdiener für die 16.500 Euro teure Basisversion noch 123 Stunden länger schuften als Autokäufer heute für einen Golf 8.

Autokredit: 14 Stunden Arbeit reichen für die Monatsrate

Während die Löhne stiegen, fielen die Zinsen. „Kreditnehmer sind die großen Profiteure der anhaltenden Niedrigzinsphase“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Nie zuvor konnten Autokäufer ihr Fahrzeug günstiger als heute finanzieren.“

Zur Martkteinführung des Golf 3 im August 1991 mussten Kreditnehmer im Schnitt stolze 14 Prozent Zinsen zahlen. Umgerechnet 10.213 Euro (19.975 D-Mark) kostete damals das günstigste Modell. Durchschnittsverdiener, die den Kaufpreis mit einem Kredit über 7 Jahre finanziert haben, mussten für die Monatrate (186,77 Euro) 19,8 Stunden arbeiten.

Verglichen mit seinem Urahn aus 1991 ist der neue Golf 8 ein wahres Hightech-Wunder. Der gesamte Innenraum ist voll vernetzt, eine ganze Garnison unterschiedlicher Assistenzsysteme erhöhen Sicherheit und Fahrkomfort. Trotz dieser Innovationen ist der Golf 8 heute spürbar einfacher zu haben. Der durchschnittliche Effektivzins für Ratenkredite liegt aktuell bei 6,06 Prozent. Dann muss ein Arbeitnehmer nur noch 15,8 Stunden für seine Autofinanzierung arbeiten.

Die günstigsten Banken bieten Autokredite in der benötigten Höhe aktuell zu einem effektiven Zwei-Drittel-Zins von 2,48 Prozent an. Zwei Drittel aller Kunden der Bank erhalten diesen oder einen noch günstigeren Zinssatz. Für die Monatsrate einer 7-jährigen Finanzierung (259 Euro) müssen Autokäufer mit durchschnittlichem Einkommen heute nur noch 14 Stunden arbeiten – fast 6 Stunden weniger als Käufer des Golf 3 im Jahr 1991 für ihre Kreditrate.

Methodik

Für die Berechnungen wurde der Preis jeder Golf-Generation ab Golf 3 ins Verhältnis zum durchschnittlichen Netto-Stundenlohn im Jahr der Markteinführung gesetzt. Die angegebenen Preise beruhen auf Hersteller-Angaben und beziehen sich auf die jeweils günstigste Modellreihe ohne aufpreispflichtige Zusatzausstattung. Zur Ermittlung der Finanzierungskosten wurde mit dem durchschnittlichen Effektivzins im Monat der Markteinführung gerechnet.