Kein DSL in Sicht? - Wir zeigen Ihnen die Alternativen

13.10.2010 | 11:47

Heidelberg - Der Begriff DSL wird mittlerweile als Synonym für schnelles Internet verwendet, ist jedoch längst nicht überall verfügbar. Insbesondere in ländlichen Gebieten gibt es Haushalte, die von einem schnellen Internetzugang nur träumen können. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox nennt die Alternativen und erklärt, warum DSL via Telefonleitung nicht überall verfügbar ist.

Wovon hängen die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit von DSL ab?

Ob DSL an einem bestimmten Ort verfügbar ist und in welcher Geschwindigkeit, hängt unter anderem von der Leitungslänge zwischen Teilnehmer und Vermittlungsstelle ab. Diese Entfernung ist entscheidend, da die Datenübertragungsgeschwindigkeit mit zunehmender Distanz abnimmt. Liegen Vermittlungsstelle und Teilnehmer also zu weit auseinander, ist DSL gar nicht möglich.

„Da DSL in Deutschland nicht flächendeckend zur Verfügung steht, wird von Verbrauchern immer wieder die Frage nach alternativen Zugangsarten gestellt“, sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Christof Zinkgräf, der folgende Ausweichmöglichkeiten nennt:

Internet über das Mobilfunknetz

Ein Internetzugang kann auch über das Mobilfunknetz hergestellt werden. Internet via HSDPA stellt eine sehr gute Alternative dar, denn immerhin sind Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s möglich.

Wer das Mobilfunknetz als Zugang nutzt, genießt die Vorteile des mobilen Internets, denn man kann mit einem Surfstick auch unterwegs im Netz surfen. Ein Nachteil ist jedoch, dass sich mehrere Nutzer die Bandbreite teilen, weshalb auch die versprochene Geschwindigkeit von 7,2 Mbit/s nicht immer erreicht wird.

Tarife: Für Vielsurfer sind UMTS-Flatrate-Tarife beispielsweise von 1&1 empfehlenswert, denn man surft so viel und so lange man will zu einem monatlichen Fixpreis. Für Kostenbewusste eignen sich UMTS-Prepaid-Tarife, beispielsweise von O2, denn man bezahlt nur die Zeit, die auch wirklich genutzt wurde und hat so die Kosten immer unter Kontrolle. Für Spontansurfer ist eine Tagesflat genau das Richtige: Für einen festen Betrag kann man einen Tag uneingeschränkt surfen - ohne eine Vertragsbindung eingehen zu müssen. Congstar bietet für 2,49 Euro eine solche Tagesflat an.

Blick in die Zukunft: LTE soll weiße Flecken ausradieren

Noch schneller soll es in naher Zukunft mit der nächsten Mobilfunkgeneration namens LTE (Long Term Evolution) gehen. „LTE wird zukünftig eine besonders interessante Alternative zu DSL sein. Vor allem die Übertragungsgeschwindigkeit und Stabilität wird neue Maßstäbe setzen, denn LTE ist zehnmal so schnell wie der Vorgängerstandard HSDPA“, sagt Zinkgräf.

Internet über Kabel

Dank neuer Technik und umgerüsteten Netzen bieten Kabelanbieter wie Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia Internetzugänge per Kabel-DSL an. Jedoch ist auch Kabel-DSL nicht überall verfügbar: Voraussetzung ist der Anschluss an das modernisierte Kabelnetz und ein aufgerüstetes Hausnetz. Ob Breitbandzugang und Internettelefonie über Kabel auch tatsächlich verfügbar sind, muss beim jeweiligen Kabelnetzbetreiber ermittelt werden.

Der Vorteil von Kabel-DSL ist das Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Angebote sind insgesamt recht günstig und bieten je nach Tarif Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s.

Verfügbare Angebote für Kabel-Internet findet man beispielsweise mit dem DSL-Preisvergleich von Verivox. Einfach Vorwahl in den Tarifrechner eingeben und das passende Angebot auswählen.

Nische: Internet via Satellit oder WiMax

„Ein Internetzugang über Satellit ist kein billiges Vergnügen, denn es werden einige technische Voraussetzungen benötigt. Das Gleiche gilt für WiMax“, sagt Zinkgräf. Und auch die Zukunftsfähigkeit dieser Technologien scheint begrenzt: So gab der weltweit größte Netzwerkausrüster Cisco bekannt, kein WiMax-Equipment mehr zu entwickeln und herzustellen, da Investitionen in den LTE-Standard einen größeren wirtschaftlichen Nutzen versprechen.