Hausrat- und Haftpflichtversicherung: Selbstbeteiligung lohnt sich selten

24.02.2016 | 11:15

Heidelberg - Wer einen Teil des Schadens selbst bezahlt, kann beim Versicherungsbeitrag sparen. Eine solche Selbstbeteiligung lohnt sich bei der Rechtsschutzversicherung. Bei Hausrat- und Haftpflichtversicherung ist sie jedoch nicht sinnvoll, wie eine Auswertung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox zeigt.

„Eine Selbstbeteiligung senkt die jährlichen Versicherungskosten, die Differenz ist jedoch oft nur gering. Tritt ein Schaden ein, ist die Ersparnis vieler Jahre dahin“, sagt Ingo Weber, Geschäftsführer von Verivox. „Bei Haftpflicht- und Hausratversicherung empfehlen wir sie deshalb nicht.“

Single spart in der Haftpflicht nur 7 Euro

Verivox hat 5 Modellfälle in Hausrat-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung ausgewertet. Verglichen wurden die jeweils 5 günstigsten Prämien ohne und mit Selbstbeteiligung (maximal 250 Euro). Das Sparpotenzial lag zwischen 12 und 30 Prozent.

So kann beispielsweise ein Single den Preis für seine Privathaftpflicht nur um knapp 7 Euro senken, wenn er eine Selbstbeteiligung vereinbart. Das entspricht 15 Prozent. Die Familie spart 13 Euro oder 23 Prozent. Auch beim Hausratvertrag sind die Unterschiede relativ gering. 9 Euro günstiger ist der Vertrag mit Selbstbeteiligung für eine 50-Quadratmeter-Wohnung in Berlin und 20 Euro für eine 150-Quadratmeter-Wohnung in Augsburg.

Rechtsschutz-Vertrag wird über 100 Euro günstiger

Die größte Ersparnis durch eine Selbstbeteiligung gibt es beim Rechtsschutz. Ein umfassender Schutz für den Privatbereich – einschließlich Streitigkeiten um Beruf, Verkehr, Haus und Grundstück – kostet 251 Euro mit und 360 Euro ohne Selbstbeteiligung. Das ist ein Unterschied von 109 Euro oder 30 Prozent. Bei diesem Vertrag ist eine Selbstbeteiligung deshalb sinnvoll. Im Schadenfall müssen Verbraucher 250 Euro selbst tragen.

Ein gutes Mittel kann eine Selbstbeteiligung generell nach mehreren Schadenfällen sein. Dann schlägt die Versicherung unter Umständen eine Eigenbeteiligung vor. „Das ist oft die bessere Wahl, denn andernfalls droht eine Kündigung des Vertrages“, sagt Ingo Weber.