Bis zu 60 Prozent Unterschied – enorme Preisspannen bei der Kfz-Versicherung

06.10.2016 | 17:09

Heidelberg. Ab Ende Oktober erhalten die meisten Autofahrer ihre Rechnungen für die Kfz-Versicherung. Eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox zeigt enorme Unterschiede zwischen den Tarifen für Neukunden. So liegen die Preise der günstigsten Tarife rund 60 Prozent unter den teuersten. Selbst zwischen durchschnittlichen Prämien und den günstigsten Angeboten beträgt die Differenz noch mehr als ein Drittel.

Über 200 Euro zwischen durchschnittlichem und günstigem Angebot

Ausgewertet wurden Tarife für Autofahrer, die 2016 für einen Neu- oder Gebrauchtwagen einen Versicherungsvergleich gerechnet haben. Bei den Berechnungen mit Haftpflicht und Vollkasko betrug die Spanne zwischen einem durchschnittlichen Angebot am Markt und den günstigsten 3 Prämien 277 Euro. Bei einem Angebot für eine reine Haftpflichtversicherung waren es 178 Euro und im Durchschnitt aller Berechnungen 217 Euro.

Grobe Fahrlässigkeit: Zusatzschutz wird Marktstandard

„Intensiven Wettbewerb um die Kunden gibt es nicht nur beim Preis, sondern auch bei den Leistungen“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH und er gibt 3 Tipps für die Tarifauswahl:

„Wählen Sie nur Tarife mit 100 Millionen Euro Versicherungssumme in der Haftpflicht. Die niedrigere gesetzliche Mindestdeckung reicht bei besonders teuren Schäden nicht aus.

In der Kasko sollten Schäden abgesichert sein, die der Fahrer grob fahrlässig verursacht. Dann zahlt der Versicherer zum Beispiel auch den Schaden am eigenen Auto komplett, wenn der Fahrer beim Telefonieren mit dem Handy einen Unfall verursacht. Erfreulich ist, dass diese Zusatzleistung immer mehr Marktstandard wird.

Wer seinen Neuwagen mindestens 12 Monate zum Neupreis und außerdem erweiterte Wildunfälle absichert, erhöht seinen Schutz weiter. Außerdem sind diese beiden Kriterien ein Hinweis, dass der gewählte Tarif insgesamt leistungsstark ist.“

Methodik

Die Analyse des Sparpotenzials basiert auf einer repräsentativen Auswahl von Versicherungsvergleichen, die Nutzer 2016 bei Verivox durchführten. Aus den anonymisierten Nutzerberechnungen erstellt Verivox in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Wolfgang Bischof von der Hochschule Rosenheim einen Kfz-Versicherungsindex. Das statistische Modell bildet die Entwicklung jener Preise ab, die für den Nutzer tatsächlich relevant sind. Der Index zeigt damit die exakte Preisentwicklung bei der Kfz-Versicherung.