Zahlt die Hausratversicherung bei Diebstahl im Urlaub?

Die schönsten Wochen des Jahres können schnell an Glanz verlieren, wenn im Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung eingebrochen wird. Die meisten Hausratversicherungen sehen jedoch vor, dass es auch bei Diebstahl im Urlaub zu einer Erstattung kommt. Wichtig ist dafür der Einschluss der Außenversicherung in der Police.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wann zahlt die Hausratversicherung?
  3. Was ist die Außenversicherung?
  4. Zahlt die Hausratversicherung auch bei Taschendiebstahl?
  5. Wann muss das Hotel zahlen?
  6. Wie geht man bei der Schadensmeldung am besten vor?
  7. Was bringt eine Reisegepäckversicherung?
  8. Wie kann ich mich schützen?
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links
  11. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hausratversicherung leistet im Rahmen der Außenversicherung auch bei Schäden im Urlaub.
  • Die eigene Ferienwohnung benötigt allerdings eine eigene Police.
  • Bei Diebstahl aus dem Hotelzimmer haftet grundsätzlich das Hotel, allerdings nur bis zu Höchstgrenzen.

Wann zahlt die Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung leistet grundsätzlich bei Schäden durch Feuer, Einbruch-Diebstahl und Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Dieser Deckungsumfang kann noch durch weitere Bausteine, beispielsweise eine Elementarschadenversicherung, ergänzt werden.

Zunächst einmal besteht Versicherungsschutz am Versicherungsort, der Wohnung des Versicherungsnehmers. Die Hausratversicherung ersetzt aber auch Schäden, die am Urlaubsort entstehen. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich nicht um die eigene Ferienwohnung oder das eigene Ferienhaus handelt. In diesem Fall ist eine gesonderte Police notwendig.

Was ist die Außenversicherung?

Bei der Außenversicherung handelt es sich um einen Bestandteil der Hausratversicherung, der in fast jedem Vertrag enthalten ist. Dieser Vertragsbestandteil besagt, dass auch Versicherungsschutz für die Teile des Hausrats besteht, die sich vorübergehend außerhalb der versicherten Wohnung befinden, im Hotel, in der Ferienwohnung oder im Zug, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Außenversicherung greift auch, wenn das bislang zu Hause lebende Kind im Rahmen der Ausbildung eine eigene Wohnung bezieht.

Wie lange greift die Außenversicherung?

Die Außenversicherung gilt nicht zeitlich unbegrenzt. Je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif beträgt der Versicherungsschutz zwischen drei Monaten und sechs Monaten. Wer oft und länger verreist, sollte daher darauf achten, dass er eine Police mit möglichst langer Dauer der Außenversicherung wählt.

Gibt es eine Begrenzung bei der Leistung?

Die Höhe der Leistung im Rahmen der Außenversicherung hängt auch vom Datum des Vertragsabschlusses ab. Bei Policen, die vor dem Jahr 2000 abgeschlossen wurden, war die Erstattung durchgängig auf zehn Prozent der Versicherungssumme beschränkt. Bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro erhält der Versicherungsnehmer bei einem solchen Vertrag maximal 5.000 Euro erstattet. Bei Verträgen mit einem Abschlussdatum nach 1999 variieren die Leistungen der Außenversicherung abhängig von Tarif und Versicherungsgesellschaft.

Eine weitere Einschränkung besteht bei dem Diebstahl von Bargeld und Wertsachen. Die Erstattung für Bargeld ist normalerweise auf 1.000 Euro beschränkt. Bei Wertsachen wie Schmuck sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen ausschlaggebend.

Zahlt die Hausratversicherung auch bei Taschendiebstahl?

Die Hausratversicherer unterscheiden bei Diebstahl in der Vorgehensweise des Diebes. Taschendiebstahl ist nicht versichert. Eine Leistung erfolgt nur, wenn der Räuber nachweislich Gewalt angewendet hat, um sich in den Besitz des Diebesgutes zu bringen. Dies gilt auch, wenn in der Ferienwohnung das Fenster offenstand und den Zutritt ermöglichte. Es gilt immer, dass nur Schadensersatzanspruch bei Gewaltanwendung besteht. Der Zugang zum Hotelzimmer oder der Wohnung muss gewaltsam erfolgt sein.

Wann muss das Hotel zahlen?

Für Deutschland speziell gilt Paragraf 701 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) für Diebstähle im Hotel. Dieser besagt, dass der Hotelier haftet, wenn Gegenstände aus dem Hotelzimmer gestohlen werden, unabhängig davon, ob diese im Safe verwahrt wurden oder nicht. Allerdings sieht das BGB auch Erstattungsgrenzen vor. Für Kameras oder Laptops beispielsweise gilt eine Obergrenze von 3.500 Euro, für Bargeld liegt diese bei 800 Euro. Der Hotelier ist allerdings von der Haftung befreit, wenn die Gegenstände aus dem Auto gestohlen wurden, auch wenn sich dieses in der Hotelgarage befand. Die Haftungsbeschränkung entfällt allerdings, wenn der Gast dem Hotelier seine Gegenstände zur Aufbewahrung überlässt. In diesem Fall haftet das Hotel in unbegrenzter Höhe.

Die Haftung des Hotels gilt auch nach europäischem Recht. Klauseln wie "Für Diebstähle übernimmt das Hotel keine Haftung" sind rechtlich haltlos.

Wie geht man bei der Schadensmeldung am besten vor?

Der erste Weg führt zur Polizei. Eine Diebstahlsanzeige ist für eine Schadensmeldung bei der Versicherung unerlässlich. Sofern die Polizei nicht zum Tatort kommt, sollten Fotos angefertigt werden, welche die Einbruchspuren dokumentieren.

Die Schadensmeldung bei der Versicherung kann vorab telefonisch erfolgen, im Nachgang dann bei den meisten Versicherern online. Wichtig ist, dass der Versicherungsnehmer notwendige Belege vorweisen kann. Dazu zählen die Diebstahlsanzeige mit der Auflistung der gestohlenen Gegenstände und idealerweise die Rechnungen.

Was bringt eine Reisegepäckversicherung?

Reisegepäckversicherungen erstatten meist nur den Zeitwert des Reisegepäcks, wenn dieses verloren geht, gestohlen wird oder durch Feuer oder Leitungswasser beschädigt wird. War das Gepäck unbeaufsichtigt, berufen sich die Versicherer häufig auf grobe Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers. Kommt der Koffer abhanden, weil ihn der Reisende nicht in der Hand hielt oder zwischen den Beinen eingeklemmt hat, kann sich der Versicherer auf den Passus der groben Fahrlässigkeit berufen (OLG Karlsruhe VersR. 1983 / 479).

Eine Hausratversicherung mit Außenversicherung stellt auf jeden Fall die bessere Alternative dar.

Wie kann ich mich schützen?

Das schlimmste bei einem Diebstahl ist, wenn Reisedokumente oder der Pass verloren gehen. Es empfiehlt sich daher, von allen Unterlagen Kopien anzufertigen und getrennt von den Originalen aufzubewahren. Die meisten Hotelzimmer sind heute mit einem Safe ausgestattet. Wertgegenstände bei Abwesenheit dort zu verwahren ist der beste Schutz. Alternativ bietet es sich an, diese beim Hotelier zu hinterlegen. Auch wenn die Versicherung im Schadensfall zahlt, verhindert man auf diese Weise den unnötigen Ärger, der mit einem Diebstahl einhergeht.

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