Bei einem Nummernkonto handelt es sich um ein Konto, welches als Bezeichnung nicht den Namen des Kontoinhabers führt, sondern lediglich eine Ziffernfolge.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Nummernbeziehung?
  3. Ein Nummernkonto ist nicht anonym
  4. Nummernkonten in Deutschland nicht zulässig
  5. Warum Nummernkonten allmählich aussterben
  6. Gibt es noch echte Anonymität bei Bankkonten?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Girokonten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Nummernkonten werden oft mit Steuerbetrug in Verbindung gebracht und sind in Deutschland nicht zulässig.
  • In Österreich können österreichische Bürger ein Nummernkonto eröffnen, in der Schweiz auch Ausländer.
  • Echte Anonymität bietet ein Nummernkonto nicht. Der Kunde muss bei der Kontoeröffnung eine komplette Legitimationsprüfung durchlaufen und sein Name bleibt einem begrenzten Kreis von Bankmitarbeitern bekannt.
  • Offshore-Konten bieten für Verbraucher keine wirkliche Alternative.

Was ist eine Nummernbeziehung?

Bei einer Nummernbeziehung wird ein Nummernkonto oder ein Nummerndepot nicht durch den Namen des Kontoinhabers, sondern durch eine Nummer oder ein Kennwort definiert. Nummernkonten waren vor dem Ersten Weltkrieg in Europa keine Seltenheit; so konnte man zum Beispiel auch in Österreich und Italien ein anonymes Bankkonto eröffnen. Die Neutralität der Schweiz verhalf dem Nummernkonto während der Unsicherheit in der Nachkriegszeit zu zweifelhafter Berühmtheit: Der Schweizer Franke galt als stabil, und so konnten gut betuchte Menschen ihr Vermögen auf einem Schweizer Nummernkonto sicher parken, ohne ihre Identität preisgeben zu müssen.

Während die Mitgliedstaaten der EU klassischen Nummernkonten nach und nach einen Riegel vorschoben, um Geldwäsche einzudämmen, waren sie in der Schweiz noch lange erlaubt. Erst seit dem 1. Juli 2004 muss sich der Inhaber eines Nummernkontos auch in der Schweiz einer Identitätsprüfung unterziehen.

Ein Nummernkonto ist nicht anonym

Hierzulande assoziieren Verbraucher mit Nummernkonten schweizerische Bankverbindungen, die anonyme Kontoinhaber zur Steuerhinterziehung nutzen. Dem ist jedoch nicht mehr so. Nummernkonten werden nicht anonym geführt, sondern setzen im Zusammenhang mit der Kontoeröffnung durchaus eine Identifikation des Kontoinhabers voraus.

Der Kontoinhaber selbst ist jedoch nur wenigen Mitarbeitern der Bank bekannt. Zudem erscheint sein Name nicht auf den das Konto betreffenden Papieren – sowohl auf Kontoauszügen als auch auf Bankbelegen bleibt die Anonymität also zunächst gewahrt. Allerdings muss bei verdächtigen Aktivitäten auf den Konten eine Meldung an die zuständigen Behörden erfolgen – diese Regelung gilt auch länderübergreifend.

Nummernkonten in Deutschland nicht zulässig

Vor dem Hintergrund der Geldwäsche unterstehen Nummernkonten nicht nur nationalen, sondern auch internationalen Gesetzen. Bereits im Jahr 1980 empfahl der Europarat, die Legitimationspflicht für Nummernkonten in die nationalen Gesetze zu übernehmen. In Deutschland ist die Eröffnung eines Nummernkontos gemäß Paragraf 154 Abgabenordnung generell verboten.

Die gesetzliche Grundlage für Nummernkonten ist in den Ländern, in denen sie zulässig sind, identisch mit der für Bankkonten, die unter dem Namen des Inhabers laufen.

Warum Nummernkonten allmählich aussterben

Seitdem das Nummernkonto keine wirkliche Anonymität mehr bietet, ist es für viele Menschen weniger lukrativ. Allmählich löst das Inhaberkonto die Nummernbeziehung ab – auch weil viele Schweizer Banken die Kosten für diese Form des Bankkontos erhöhen. Begründet wird dies mit erhöhten regulatorischen Anforderungen sowie dem Willen, die Servicequalität zu halten und die Sicherheit zu verbessern.

Gibt es noch echte Anonymität bei Bankkonten?

Innerhalb der EU muss diese Frage seit der Schweizer Gesetzesänderung klar verneint werden. Anders sieht es noch bei den sogenannten Offshore-Konten aus. Offshore (auf Deutsch: küstenfern) deshalb, weil die Länder, deren Banken den einheimischen Instituten aufgrund fehlender Regularien und mangelnder Infrastruktur keine Auskunft erteilen, häufig Inselstaaten sind: So zählen zum Beispiel die Bahamas, Mauritius, Panama und die Malediven zu diesen Staaten.

Allerdings ist das Anlegen eines Offshore-Kontos in der Regel sowohl mit einem hohen organisatorischen Aufwand als auch mit sehr hohen Kontoführungsgebühren verbunden. Ein hoher Preis, den Kontoinhaber auf diesem Weg für eine Anonymität zahlen, die im Zuge des weltweiten Strebens nach Transparenz und Kooperation in Finanzangelegenheiten womöglich von kurzer Dauer ist.

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