Trotz Abschaffung der EEG-Umlage werden die Energiekosten steigen

29.03.2021 | 09:04

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Laut den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums soll die EEG-Umlage in den kommenden Jahren abgeschafft werden. Doch für eine Entlastung der Haushalte bei den Energiekosten wird das nicht reichen. Ein Durchschnittshaushalt wird wegen des neuen CO2-Preises, der das Heizen und Autofahren verteuert, künftig dennoch mehr für Energie bezahlen. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben.

EEG-Umlage macht 25 Prozent des Strompreises aus

Die EEG-Umlage wird zur Finanzierung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien verwendet. Sie liegt aktuell bei 6,5 Cent/kWh (netto) und macht rund ein Viertel des Strompreises aus. Im Jahr 2022 soll sie auf 6 Cent/kWh abgesenkt werden. Ein durchschnittlicher Haushalt, der laut Statistischem Bundesamt einen jährlichen Stromverbrauch von 3.113 kWh hat, bezahlt dann rund 222 Euro (brutto) EEG-Umlage pro Jahr.

„Würde die EEG-Umlage schon im kommenden Jahr gänzlich abgeschafft, würden die Stromkosten der Haushalte deutlich sinken“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Doch durch den neu eingeführten CO2-Preis, der für das Heizen und Autofahren entrichtet wird, ergäbe sich für einen durchschnittlichen Haushalt schon im Jahr 2023 unter dem Strich eine Mehrbelastung bei den Energiekosten.“

CO2-Preis steigt stetig an

Anstatt durch die EEG-Umlage sollen die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien unter anderem durch den CO2-Preis auf fossile Brennstoffe gedeckt werden. Dieser steigt von 25 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2021 schrittweise auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025 an. Danach soll der Preis mindestens 55 Euro und höchstens 65 Euro betragen.

Differenz aus EEG-Umlage und CO2-Preis führt zu höheren Kosten

Im Jahr 2022 liegen die Kosten aus dem CO2-Preis für einen durchschnittlichen Haushalt bei rund 194 Euro. Würde die EEG-Umlage bereits im kommenden Jahr abgeschafft, würde das eine Entlastung von 28 Euro pro Jahr bedeuten. Bereits im Jahr 2023 muss der durchschnittliche Haushalt jedoch 227 Euro für den CO2-Preis aufwenden.

Abzüglich der abgeschafften EEG-Umlage (Basisjahr 2022) bedeutet das Mehrkosten von 5 Euro. In den beiden darauffolgenden Jahren steigen die Kosten aus dem CO2-Preis zunächst auf 291 Euro und dann auf 356 Euro. In der Differenz zur weggefallenen EEG-Umlage liegen die Mehrkosten bei 69 Euro im Jahr 2024 und bei 134 Euro im Jahr 2025.

Methodik

Für den durchschnittlichen Stromverbrauch und Heizbedarf wurden die Daten des Statistischen Bundesamtes herangezogen. Die Kosten für Gas und Öl wurden entsprechend der Verteilung im Wohnungsbestand mengengewichtet berücksichtigt. Für die durchschnittliche Fahrleistung wurden die Daten des Kraftfahrtbundesamtes und des Statistischen Bundesamtes verwendet. Die Kosten für Benzin und Diesel wurden entsprechend der Verteilung im Fahrzeugbestand mengengewichtet berücksichtigt.