Laufender Baukredit: So sparen Hausbesitzer über 59.000 Euro

18.11.2021 | 08:34

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Trotz eines leichten Anstiegs in den letzten Monaten sind die Zinsen für Immobilienkredite im historischen Vergleich immer noch sehr günstig. Davon profitieren nicht nur Bauherren und Immobilienerwerber. Auch viele Eigenheimbesitzer mit laufendem Baukredit können das Zinstief nutzen. Verivox-Berechnungen zeigen, wie Verbraucherinnen und Verbraucher über 59.000 Euro bei ihrer Immobilienfinanzierung sparen.

Zwei einfache Tipps – 59.000 Euro Ersparnis

Realisiert wird diese Gesamtersparnis in der Modellrechnung durch die Kombination von zwei simplen Spartipps: Durch die Sonderkündigung und Umschuldung ihres ursprünglich auf 20 Jahre angelegten Immobiliendarlehens sparen die Kreditnehmer in der Verivox-Rechnung rund 51.000 Euro. In einer zweiten Finanzierungsvariante drücken sie ihre Zinskosten zusätzlich mit jährlichen Sondertilgungen in Höhe von 2.500 Euro. Durch diese Sonderrückzahlungen sparen die Hausbesitzer gut 8.000 Euro Zinsen.

51.000 Euro Ersparnis durch günstige Anschlussfinanzierung

Im November 2011 verlangten Banken für einen Immobilienkredit im bundesweiten Durchschnitt 3,62 Prozent Zinsen. Wer zu diesen Konditionen 250.000 Euro aufgenommen hat und monatlich 1.000 Euro zurückzahlt, muss aktuell noch rund 213.000 Euro abbezahlen. „Damals schienen diese Finanzierungsbedingungen günstig, denn in den Jahren zuvor waren die Zinsen teilweise deutlich höher“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Verbraucher hatten also gute Gründe, sich ihren Zinssatz langfristig zu sichern.“

Doch in der Zwischenzeit sind die Zinsen immer weiter gesunken. Heute gibt es Immobilienkredite zu einem Bruchteil der damaligen Zinsen. Die gute Nachricht: Nach 10 Jahren haben Kreditnehmer ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigungsfrist beträgt 6 Monate. "Wer jetzt kündigt, kann den teuren Altkredit also im Mai ablösen und zu einer Bank mit einem günstigeren Zinssatz wechseln“, erklärt Oliver Maier.

Eine Anschlussfinanzierung in der benötigten Höhe gibt es bei günstigen Banken aktuell zum Effektivzins von 0,74 Prozent. Mit einer Umschuldung zu diesen Konditionen würden die Kreditnehmer in der Verivox-Rechnung bis zum Ende der ursprünglichen 20-jährigen Zinsbindungsfrist 51.090 Euro sparen. 904 Euro Notar- und Grundbuchkosten für die Abtretung der Grundschuld an die neue Bank sind in dieser Rechnung schon berücksichtigt.

Mit Sondertilgungen 8.000 Euro Zinsen sparen

Wer freie Finanzmittel wie den Jahresbonus, das 13. Monatsgehalt oder eine Erbschaft in den Kredit einbringt, kann noch mehr sparen. Denn je schneller ein Kredit zurückbezahlt wird, desto geringer sind die Zinskosten. „Viele Darlehensverträge erlauben jährliche Sondertilgungen außer der Reihe“, sagt Oliver Maier. „Bis zu 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme sind marktüblich, ohne dass dieses Plus an Flexibilität negativen Einfluss auf den angebotenen Zinssatz hat.“

Um das Sparpotenzial zu ermitteln, hat Verivox eine weitere Finanzierungsvariante durchgerechnet. Zusätzlich zur Umschuldung nach 10,5 Jahren zahlen die Kreditnehmer hier von Beginn an jedes Jahr 2.500 Euro als Sondertilgung an die Bank zurück – in 20 Jahren also insgesamt 50.000 Euro. Am Ende der Laufzeit haben sie 58.047 Euro weniger Schulden als in der Finanzierungsvariante ohne Sondertilgungen. Durch die Extrazahlungen haben die Kreditnehmer also gut 8.000 Euro Zinsen gespart. Im Vergleich zur teuersten Variante, in der der alte Kredit volle 20 Jahre weiterläuft, summiert sich die Gesamtersparnis damit auf 59.137 Euro.

Forward-Darlehen: Günstige Zinsen für die Zukunft sichern

Auch wer erst in einigen Jahren eine Anschlussfinanzierung braucht, kann sich dafür heute schon günstige Zinsen sichern – mit einem Forward-Darlehen. Hier wird der Zinssatz bis zu 5 Jahre vor Auszahlung des Darlehens mit der Bank vereinbart. Wegen des höheren Risikos verlangen die Banken dafür aber einen Zinsaufschlag.

Ein Forward-Darlehen ist also immer eine Wette auf die Zukunft: Bleiben die Zinsen niedrig oder sinken weiter, zahlen Kreditnehmer drauf. Doch bei steigenden Zinsen macht sich das Forward-Darlehen bezahlt, wie ein Blick 12 Monate zurück zeigt. Wer vor einem Jahr ein Forward-Darlehen abgeschlossen hat, das jetzt zur Auszahlung ansteht, machte ein gutes Geschäft. Damals gab es eine Anschlussfinanzierung über 210.000 Euro mit 10 Jahren Zinsbindung zum Zinssatz von 0,47 Prozent. Heute verlangen günstige Banken für ein solches Darlehen 0,70 Prozent Zinsen. Mit den günstigeren Konditionen des Forward-Darlehens hätten Kreditnehmer insgesamt 3.680 Euro gespart. „Ob sich ein Forward-Darlehen rentiert, zeigt sich immer erst mit der künftigen Zinsentwicklung", sagt Oliver Maier. "Aber Verbraucher können sich langfristig niedrige Zinsen sichern und das schafft Planungssicherheit.“

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