Für ältere Personen, die zwar noch rüstig sind, aber auch nicht mehr alleine leben möchten, bietet sich betreutes Wohnen an. Diese Lebensform bietet größtmögliche Autonomie bei gleichzeitiger Unterstützung, wenn diese benötigt wird.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Betreutes Wohnen – der Boom bei Kapitalanlagen
  3. Lange Wartezeiten bei Bestandsimmobilien
  4. Alternative zum klassischen Seniorenheim
  5. Wer bezahlt die Miete bei betreutem Wohnen?
  6. Vorteile
  7. Nachteile
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Betreutes Wohnen bietet größtmögliche Eigenständigkeit bei gleichzeitiger Sicherheit und ist sowohl als Mieter als auch in einer Eigentumswohnung möglich.
  • Es gibt in der Regel keine festen Angebote, der Bewohner wählt, welche Zusatzleistungen er zur reinen Miete wünscht.
  • Vor der Anmietung sollte ein Antrag auf Pflegegrad gestellt werden, da Pflegegeld die Mietzahlungen mindert.

Betreutes Wohnen – der Boom bei Kapitalanlagen

Betreutes Wohnen erfreut sich nicht nur bei den Bewohnern, sondern auch bei Kapitalanlegern einer sehr großen Beliebtheit. Es handelt sich dabei für Kapitalanleger um Eigentumswohnungen in seniorengerechten Wohnanlagen. Der Mietvertrag wird nicht mit dem eigentlichen Mieter geschlossen, sondern mit dem Betreiber. Die Mietverträge haben in der Regel eine Dauer von 20 Jahren, Leerstände sind aufgrund der hohen Nachfrage auszuschließen. Wohnungen für betreutes Wohnen stehen den Bewohnern auch als Eigentumswohnung zur Verfügung.

Lange Wartezeiten bei Bestandsimmobilien

Wer sich in eine bestehende Wohnanlage einkaufen möchte, muss in einigen Regionen mit Wartezeiten von bis zu 20 Jahren rechnen. Erfolg versprechender ist es, sich im Vorfeld des geplanten Umzugs umzuhören, wo Wohnanlagen oder Seniorenresidenzen in der Planung sind. Die Erfahrung zeigt, dass viele Anlagen bereits in der Rohbauphase vollständig vermietet oder verkauft sind.

Betreutes Wohnen als Alternative zum klassischen Seniorenheim

Neben Wohnanlagen bieten natürlich auch Seniorenheime betreutes Wohnen an. Der Mieter lebt in seiner eigenen Wohnung, in der Regel ein Ein- oder Zweizimmerappartment. Zunächst fällt eine Grundmiete für die Wohnung an. Zusätzlich zur Miete kann der Mieter noch Servicepakete dazubuchen. Darunter fallen beispielsweise

  • Regelmäßige medizinische Betreuung
  • Halb- oder Vollpension
  • Reinigungsservice
  • Freizeitaktivitäten

Die folgende Tabelle gibt einen Anhaltspunkt, welche Kosten in der Grundmiete enthalten sein können und welche bei Bedarf als Aufschlag dazukommen:

Grundleistungen
Leistungen gegen Aufpreis
regelmäßige Betreuung Mahlzeitenservice (Essen auf Rädern oder gemeinsamer Mittagstisch)
regelmäßige Erreichbarkeit der Betreuer Reparaturen
Vermittlung von Hilfsdiensten bei Bedarf Dienstleistungen für den Haushalt (Einkaufs-, Reinigungs-, Wäscheservice)
Hausnotruf (24h-Bereitschaft) Fahrdienst und Begleitservice zu Ärzten, Therapeuten, Behörden
gemeinsam genutzte Aufenthaltsräume sonstige Hol- und Bringdienste
Hausmeisterdienst ambulante Pflegedienste
Gebäudereinigung und Winterdienst Wellnessangebote
Hilfe bei Behördenangelegenheiten Besucher- und Hospizdienste

Das Leistungsangebot unterscheidet sich von Wohnanlage zu Wohnanlage. Gleiches gilt auch für die Preisgestaltung. Da Preise und Leistungen weit auseinanderlaufen, ist es auf jeden Fall zwingend, mehrere Angebote im Detail miteinander zu vergleichen. Immerhin bieten einige Anlagen den Komfort eines Fünf-Sterne-Hotels, währen andere lediglich Hausnotruf und Hausmeister stellen.

Als Faustformel für eine angemietete Wohnung in einer Wohnanlage für betreutes Wohnen gilt die ortsübliche Kaltmiete zuzüglich 20 Prozent. Betreutes Wohnen in Großstädten ist nachweislich teurer als in ländlichen Regionen.

Wer bezahlt die Miete bei betreutem Wohnen?

Die Antwort liegt auf der Hand, die Kosten verbleiben bei dem Mieter. Allerdings sollten Interessenten vor der Suche nach einer entsprechenden Wohnanlage bei ihrer Pflegeversicherung die mögliche Einstufung in einen Pflegegrad veranlassen. Im Falle von betreutem Wohnen liegt in den meisten Fällen noch keine Notwendigkeit für die Nutzung der Sachleistungen vor. Das zur freien Verfügung stehende Pflegegeld würde einen Beitrag zur Senkung der Mietkosten leisten. Dazu ein Beispiel:

Ein Senior mit einem Pflegegrad II möchte weiterhin autonom, aber betreut leben. Er bezieht ein Pflegegeld von 316 Euro im Monat. Die Miete beträgt 900 Euro, die Betreuungspauschale 100 Euro im Monat. Zieht er von diesen Kosten das Pflegegeld in Höhe von 316 Euro im Monat und die monatliche Entlastungspauschale in Höhe von 125 Euro ab, verbleibt ein Eigenanteil für die Miete von 559 Euro. Dies ist ein Betrag, der das betreute Wohnen durchaus finanzierbar macht.

Ist die finanzielle Situation extrem angespannt, kann es durchaus sein, dass das Sozialamt die Miete für das betreute Wohnen bezuschusst oder ganz übernimmt.

Betreutes Wohnen: Vorteile

Die Vorteile des betreuten Wohnens sind offenkundig. Diese Lebensform ermöglicht es Senioren, ihre größtmögliche Unabhängigkeit zu wahren, ohne dabei Gefahr zu laufen, im Notfall alleine zu sein und nicht aufgefunden zu werden.

Im Rahmen des betreuten Wohnens kann der Alltag wahlweise um Serviceleistungen angereichert werden. Befindet sich die Wohnung in einer Seniorenresidenz, haben die Mieter die Option, wenn ein weitgehend eigenständiges Leben nicht mehr möglich ist, in den Pflegebereich der Anlage überzusiedeln. Dort erfolgt ein nahtloser Übergang in die Betreuung im Rahmen der vollstationären Pflege.

Betreutes Wohnen: Nachteile

Die Nachteile beim betreuten Wohnen liegen zum einen in der langfristigen Planung, zum anderen bei den Kosten. Die langen Wartezeiten auf freien Wohnraum machen es notwendig, sich schon lange vor dem geplanten Umzugstermin zu orientieren. Das Mieten oder Kaufen einer Wohnung vom Reisbrett des Bauträgers ist nicht jedermanns Sache.

Die monatlichen Kosten laufen bei später dazugebuchten zusätzlichen Leistungen und gleichbleibendem Pflegegeld auseinander und können das Budget unter Umständen überdeutlich belasten.

Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

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