Solaranlage mieten oder kaufen?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Wer die Sonnenstrahlung zur Stromerzeugung nutzen, aber auf hohe Anschaffungskosten verzichten möchte, sollte darüber nachdenken, eine Solaranlage zu mieten. Entsprechende Angebote lassen sich bereits seit einigen Jahren am Markt finden. Allerdings hat eine Photovoltaikanlage zur Miete sowohl Vor- als auch Nachteile. Ob Hausbesitzer eine Solaranlage eher mieten oder kaufen sollten, hängt demnach vom konkreten Einzelfall ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer gemieteten Photovoltaikanlage kümmert sich der Vermieter im Regelfall sowohl um die Montage und Wartung des Systems als auch um erforderliche Versicherungen.
  • Als größter Vorteil des Mietmodells gelten die entfallenden Anschaffungskosten.
  • Von Nachteil ist, dass Verbraucher sich für 10 bis 20 Jahre an einen Anbieter binden müssen, wenn Sie eine Solaranlage mieten.
  • Die monatlich anfallende Gebühr hängt von der Anlagengröße ab und liegt zwischen 50 und 150 Euro.

Solaranlage mieten: Wie funktioniert das?

Wenn Sie eine Solaranlage mieten, lässt sich dies mit dem Leasing eines Fahrzeugs vergleichen. Immobilieneigentümer schließen hier einen Vertrag ab, der für gewöhnlich eine Laufzeit von 10 bis 20 Jahren hat und konstante monatliche Zahlungen für den grünen Strom vorsieht. Der Vermieter der Solarmodule kümmert sich im Regelfall sowohl um die Installation der Anlage als auch um deren Wartung und erforderliche Versicherungen. Hausbesitzer nutzen die erzeugte Energie entweder selbst oder speisen sie ins Netz ein.

Am Ende der Laufzeit können die Mieter der Solaranlage für gewöhnlich zwischen verschiedenen Optionen wählen. Sie müssen sich an dieser Stelle entscheiden, ob sie den Vertrag verlängern, die Anlage erwerben oder diese abbauen lassen wollen.

Eine Solaranlage mieten oder kaufen?

Ob Immobilienbesitzer eine Photovoltaikanlage eher mieten oder kaufen sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Mietmodell empfiehlt sich vor allem für Verbraucher, die hohe Investitionskosten vermeiden möchten – beispielsweise, weil die entsprechenden Rücklagen fehlen. Schließlich kostet ein derartiges System im Durchschnitt etwa 10.000 Euro in der Anschaffung. Für die Miete spricht außerdem, dass es sich bei den Angeboten meist um Full-Service-Pakete handelt. Demzufolge müssen sich Immobilieneigentümer in diesem Fall um nichts kümmern.

Es gibt jedoch ebenso Argumente, die für den Erwerb einer Anlage sprechen. Einerseits binden Sie sich für einen relativ langen Zeitraum an den Vermieter. Darüber hinaus entscheiden sich viele Menschen deswegen gegen die Miete, weil die Solaranlage je nach Vertrag dauerhaft im Besitz des Vermieters bleibt.

Solaranlage mieten: Vor- und Nachteile

Der größte Vorzug gemieteter Solarmodule besteht darin, dass die hohen Anschaffungskosten entfallen. Wer sich für diese Option entscheidet, kann außerdem von einem Rundum-sorglos-Paket profitieren. Der Vermieter ist nicht nur für die Planung und Installation des Photovoltaiksystems verantwortlich, sondern auch für die Wartung und den Versicherungsschutz. Der genaue Leistungsumfang hängt jedoch von den Vertragsdetails ab und unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Das Mieten einer Solaranlage birgt aber auch Nachteile: Einerseits fallen die Gesamtkosten über die Vertragsdauer mindestens genauso hoch und oftmals sogar höher aus als beim Kauf einer Anlage, ohne dass diese dem Mieter am Ende der Laufzeit gehört. Teilweise verlangen die Vermieter jedoch nur einen obligatorischen Euro als Kaufpreis für die Solarmodule. Andererseits binden Sie sich für 10 bis 20 Jahre an einen Anbieter. Außerdem können Hausbesitzer, die eine Solaranlage mieten, im Gegensatz zu Käufern einer Solaranlage nicht von staatlichen Fördermitteln profitieren.

Solaranlagen-Rechner zur Erstellung eines Angebots nutzen

Bei Planung und Montage muss der Vermieter des Systems verschiedene Faktoren berücksichtigen. Von Bedeutung sind sowohl der Strombedarf als auch die Größe und Form des Dachs. Damit Verbraucher sich ein individuelles Angebot erstellen lassen können, haben die Unternehmen sogenannte Solaranlagen-Rechner entwickelt. Das Tool fragt alle relevanten Daten (beispielsweise die benötigte Strommenge und die Dachfläche) ab und erstellt im Anschluss ein unverbindliches Angebot.

Kosten: Wie hoch fallen die monatlichen Gebühren aus?

Mit welchen Kosten Hausbesitzer rechnen müssen, hängt von der Leistung der Photovoltaikanlage ab. Prinzipiell gilt: Je mehr Strom die Anlage erzeugt, desto höher die monatliche Mietgebühr. Für gewöhnlich liegen die Kosten zwischen 50 und 150 Euro. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht, welche Gebühren sich in Abhängigkeit von der Anlagenleistung circa ergeben:

Leistung der Solaranlage
Mietkosten pro Monat
Mietkosten pro Jahr
2­–3 Kilowatt 50 Euro 600 Euro
4–5 Kilowatt 70 Euro 840 Euro
6–7 Kilowatt 90 Euro 1.080 Euro
8–10 Kilowatt 120 Euro 1.440 Euro

Auf diese Tipps beim Mieten einer Photovoltaikanlage achten

Möchten Sie eine Solaranlage mieten, gibt es einige Dinge, die Sie diesbezüglich berücksichtigen sollten. Zunächst stellt sich die Frage, ob die Standortbedingungen stimmen. In diesem Zusammenhang spielt vor allem die Ausrichtung des Hauses (möglichst nach Süden) eine Rolle. Auch die Dachneigung und Bäume beziehungsweise Gebäude in der Umgebung, die einen Schatten aufs Dach werfen, sind von Bedeutung. Wenn sich die Immobilie prinzipiell für eine Photovoltaikanlage eignet, empfiehlt es sich unter anderem Folgendes:

  • Anbieter vergleichen: Holen Sie prinzipiell mehrere Offerten ein. Bezüglich des Leistungsumfangs gibt es nämlich deutliche Unterschiede. Achten Sie beim Durchlesen des Mietvertrags vor allem darauf, welche Kosten der Vermieter übernimmt und was zum Ende des Mietvertrags mit der Anlage passiert. Oft ist es sinnvoll, einen Anbieter aus der Region zu wählen, da dessen Fachkräfte bei einem Defekt schneller vor Ort sind.
  • Größe der Anlage korrekt abschätzen: Ob die Solaranlage wirtschaftlich arbeitet, hängt vor allem von ihrer Leistung ab. Fällt diese zu gering aus, liefert sie nicht die benötigte Strommenge. Bei einem zu groß ausgelegten System zahlen Verbraucher dagegen unnötig hohe Gebühren. Damit man die optimale Anlagengröße findet, sollte man einen Experten zu Rate zu ziehen.

Wer vermietet Solaranlagen?

Da es sich bei Solaranlagen zur Miete hierzulande um einen relativ neuen Trend handelt, gibt es noch nicht allzu viele Anbieter. Oftmals lassen sich entsprechende Offerten bei klassischen Energielieferanten und Stadtwerken finden. Es gibt jedoch auch hierzulande spezielle Dienstleister, die Solaranlagen vermieten.