WLAN im Zug: Warum hat die Bahn immer Netz und Handys nicht?

11.09.2017 | 09:21

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Magdeburg – Der Internetzugang per WLAN im Zug wird von Bahnreisenden gerne genutzt. Denn das eigene Smartphone verliert während der Fahrt immer wieder die Verbindung zum Netz; Surfen im Internet mit dem Handy ist so gut wie unmöglich. Dagegen ist das Internetsignal im Zug über WLAN immer stabil, aber warum eigentlich?

"Das Smartphone hat eine Sim-Karte von einem Anbieter, der das Telefon ans Netz anbindet", erklärt Henriette Hahn von der Bahntochter DB Regio das Prinzip. "Die umgerüsteten Züge haben drei Karten von den drei großen Anbietern und suchen während der Fahrt immer das Netz, das in der Region am stabilsten läuft."

Wer das Angebot testen will, muss beim Einsteigen auf das Piktogramm für WLAN an den Zügen achten, das WLAN-Netz suchen, den Nutzungsbedingungen zustimmen und den Browser öffnen, zählt Hahn auf. So lande der Fahrgast auch direkt auf dem Unterhaltungsportal mit einer Auswahl an Filmen, Serien, Hörbüchern und Spielen. Dieser Service funktioniere immer ruckelfrei, da die Inhalte direkt auf einem Server im Zug lägen, sagt Hahn. Wer im weiten Internet surfen wolle, habe pro Tag und Gerät 50 Megabyte Volumen frei. "Die IP-Adresse des Geräts wird dabei nur einen Tag gespeichert, es wird nicht getrackt und es werden auch keine Bewegungsdaten erfasst."

13 Kilometer Kabel, 108 Außenantennen und 60 Computer

In den 60 Wagen der Elbe-Saale-Bahn verbauten Techniker in der Bahn-Werkstatt in Wittenberge nach eigenen Angaben rund 13 Kilometer Kabel, 108 Außenantennen und fast ebenso viele Innenantennen sowie 60 Computer. Die Außenantennen sollen das Mobilfunk-Signal einfangen, die innen es weiter verteilen. "Das System ist so ausgelegt, dass auch in einem voll besetzten Zug die Kapazität ausreicht, damit alle Fahrgäste das WLAN nutzen können", sagt ein Bahntechniker.