Telefonica: Netzausbauziele führen zu Dividendenkürzung

11.12.2019 | 12:42

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Bei Telefonica Deutschland stehen die Zeichen klar auf Investition: In den nächsten drei Jahren sollen mehrere hundert Millionen Euro in den Netzausbau fließen. Die Ausgaben führen jedoch auch zu Kürzungen, etwa bei der Dividende.

Der Münchner Konzern agiert hier ähnlich wie die Konkurrenz: Statt wie im vergangenen Jahr noch 27 Cent sollen für 2019 nur noch 17 Cent je Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Auch die Telekom hatte jüngst eine Dividendenkürzung angekündigt (von 70 auf 60 Cent). Laut Telefonica sollen die jetzt bekannt gegebenen 17 Cent jedoch eine Untergrenze in der zweijährigen Investitionsphase von 2020 bis 2022 darstellen. Analysten reagierten enttäuscht auf die Ankündigung.

Der Großteil fließt ins Netz

Nach eigenen Angaben investiert Telefonica Deutschland jährlich rund eine Milliarde Euro, den Großteil davon ins Netz. Um den LTE-Ausbau voranzutreiben sowie eine leistungsfähige 5G-Mobilfunkinfrastruktur zu ermöglichen, kündigte der Münchner Mobilfunker nun an, in den kommenden beiden Jahren etwa 17-18 Prozent seines Umsatzes zu investieren. In den Metropolen soll primär an einer Verdichtung des LTE-Netzes gearbeitet werden, wofür zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt würden.

Stadt-Land-Kluft aufweichen

In städtischen Regionen erzielt das Telefonica-Netz bei Tests meist recht gute Ergebnisse, in ländlichen weniger. Zuletzt hatte Telefonica in Netztests immerhin dreimal mit der Note "gut" abgeschnitten, allerdings jeweils hinter den Wettbewerbern Telekom und Vodafone. Der Münchner Anbieter kündigte nun an, im ländlichen Bereich "den intensiven Ausbau der LTE-Infrastruktur fortsetzen" zu wollen.

Netzkooperation gegen Funklöcher

Um Funklöcher auf einem "wirtschaftlich tragbarem Weg" zu schließen, hatten Telekom, Vodafone und Telefonica jüngst eine Netzkooperation ab 2020 bekannt gegeben. Die drei Netzbetreiber wollen bis zu 6.000 neue Standorte gemeinsam aufbauen und nutzen. Auch Netzbetreiber-Neuling Drillisch wurde dazu eingeladen.

5G startet in den größten Städten

Der Ausbau des neuen 5G-Mobilfunkstandards soll dem Konzern zufolge im ersten Quartal 2020 beginnen. Den Angaben zufolge starte der 5G-Ausbau in den fünf größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. Bis Ende 2021 soll dieser in den genannten Metropolen größtenteils abgeschlossen sein. Insgesamt plant Telefonica, bis Ende 2022 30 Städte mit insgesamt 16 Millionen Einwohnern mit der neuen Technik zu versorgen.