Sparkassenkunden können jetzt mit dem Smartphone bezahlen

Berlin - Noch fristet das Bezahlen mit dem Smartphone - das sogenannte Mobile Payment - in Deutschland ein Nischendasein. Doch rund fünf Wochen nach dem US-Internetkonzern Google bringen nun die Sparkassen ihre eigene Mobile-Payment-Lösung auf den deutschen Markt.

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Bild: Bezahlen mit dem Smartphone Bild: ©LDProd/iStock/thinkstock.de / Text: dpa

Sparkassen-Kunden können an der Ladenkasse jetzt auch per Smartphone bezahlen. Knapp fünf Wochen nach dem US-Internet-Riesen Google starteten am 30. Juli mehr als 300 der regionalen Geldhäuser ihr Smartphone-Bezahlsystem. "Sparkassen erweitern so das Angebot an sicheren Bezahlmöglichkeiten", erklärte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, in Berlin. Bis zum Jahresende sollen alle rund 390 Institute der Gruppe den Dienst anbieten.

So funktioniert das Bezahlen mit dem Smartphone

Zum Bezahlen hält man das Smartphone im Laden an das Kartenterminal der Kasse. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen - ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Kunden mit einem NFC-fähigen Android-Smartphone ab Version 5.0 könnten an den Terminals ab sofort mobil bezahlen, erklärte der DSGV.

Wer den mobilen Service der Sparkassen nutzen will, muss das Online-Banking verwenden und die App "Mobiles Bezahlen" aus dem Google-Play-Store auf sein Smartphone laden. In dieser App können dann sowohl die Sparkassen-Card (Girocard), als auch die Sparkassen-Kreditkarte (Mastercard) hinterlegt werden.

Die Daten der Kunden blieben bei der Sparkasse und würden nicht an Dritte weitergegeben oder verkauft, versicherte der DSGV. Das iPhone kann den Angaben zufolge noch nicht als elektronische Geldbörse genutzt werden. Apple habe die nötige Schnittstelle in den Geräten bisher nicht freigegeben.

Google Pay bereits seit 26. Juni am Start

Über einen anstehenden Start von Apple Pay in Deutschland war mehrfach spekuliert worden, er blieb jedoch bislang aus. Apple verlangt einen Anteil von 0,15 Prozent von den Transaktionen. Google hatte seinen Smartphone-Bezahldienst bereits am 26. Juni nach Deutschland gebracht. Partner sind hier unter anderem die Kreditkarten-Riesen Mastercard und Visa sowie die Commerzbank.

Andere Banken wollen nachziehen

Auch andere Geldhäuser in Deutschland wollen den US-Giganten nicht allein das Feld überlassen. Ab Mitte August wollen rund 85 Prozent der Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das mobile Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Die restlichen Institute sollen schrittweise bis 2019 folgen.

Noch ist das Smartphone als elektronische Geldbörse in Deutschland ein Nischenmarkt. Bei einer Umfrage der Bundesbank gaben im vergangenen Jahr lediglich 7 Prozent der Verbraucher an, schon einmal mit dem Handy bezahlt zu haben. Als häufigsten Grund für die Zurückhaltung nannten die Befragten fehlenden Bedarf. Auf Rang zwei folgten Sicherheitsbedenken.

Bargeld weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel

Beliebtestes Zahlungsmittel der Verbraucher in Deutschland ist der Bundesbank zufolge weiterhin Bargeld, auch wenn die Menschen immer häufiger mit der Girocard (EC-Karte) zahlen. Drei von vier Einkäufen an der Ladenkasse (74 Prozent) tätigen die Menschen hierzulande nach wie vor mit Schein und Münze. Gemessen am Umsatz sank der Anteil der Barzahlungen im deutschen Handel allerdings mit 48 Prozent erstmals unter die 50-Prozent-Marke.

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