Sony Xperia Z5 Premium: Das schärfste Smartphone der Welt

Heidelberg - Das Sony Xperia Z5 Premium kommt als erstes Smartphone mit 4K-Display, also mit 2160 x 3840 Bildpunkten. Das macht bei 5,5 Zoll die neue Rekordschärfe von unglaublichen 1010 Pixel pro Quadratmillimeter oder 807 ppi. Was das bringt? Das zeigt unser Test.

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Bild: Sony Xperia Z5 Bild: ©Sony Corporation / Text: Verivox

Bei Fernsehgeräten bleibt der Trend zu 4K-Bildschirmen mangels entsprechenden 4K-Materials verhalten. Doch das sieht bei den Mobiltelefonen ganz anders aus: Mittlerweile gibt es eine stattliche Anzahl an Smartphones, die Videos in 4K aufnehmen, also mit 2160 x 3840 Pixel. Da liegt es nahe, diese auch nativ in 4K abzuspielen. Nur eine Frage der Zeit also, bis das erste Handy mit UHD-Mattscheibe kommt. Jetzt ist es soweit: Das Sony Xperia Z5 Premium darf diese Ehre für sich verbuchen. Dabei erzielt das Display bei einer Diagonalen von 5,46 Zoll (139 Millimeter) eine Dichte von 1010 Pixel pro Quadratmillimeter (807 ppi): neuer Rekord! Bisherige Spitzenreiter wie beispielsweise das Samsung Galaxy S6 mit ihren 518 Pixel pro Quadratmillimeter toppt das Sony somit rund um das Doppelte!

Was 4K wirklich bringt

Im Vergleich zum Basismodell Sony Xperia Z5 mit 5,15 Zoll (131 Millimeter) in Full HD entpuppt sich die Mattscheibe des Premium als um 12 Prozent größer, die Pixeldichte ist gar dreieinhalb Mal höher. Doch die Gretchenfrage lautet: Sieht man den Unterschied? Dazu wurde das identische 4K-Foto auf Z5 und Z5 Premium geladen, im Vollformat angezeigt und sorgfältig gesichtet. Wie sich dabei herausstellte, muss man schon extrem genau hinsehen, um Unterschiede auszumachen. Teilweise offenbaren sich diese auch erst unter der Lupe, meist bleiben sie selbst dann gering. Kurzum: Der Schärfegewinn des Premium im Vergleich zum Z5-Basismodell ist marginal. Wegen des 4K-Bildschirms allein muss also niemand die Premium-Variante wählen. Der größere Touchscreen steht freilich auf einem anderen Blatt.

4K als Virtual-Reality-Profi

Eine Situation gibt es jedoch, in der sich die Monster-Auflösung des Premium durchaus als überlegen herausstellt: Nämlich dann, wenn das Smartphone in einer VR-Brille Verwendung finden soll. Die Virtual-Reality-Aufsätze erzeugen die künstliche Realität, indem sie den Bildschirm des Telefons in eine linke und eine rechte Hälfte splitten, um den Augen unterschiedliche Bilder zuzuspielen und somit einen 3D-Effekt zu erzeugen. Darüber hinaus folgt die Darstellung den Kopfbewegungen, wobei die Bilder durch Linsen stark vergrößert werden, weshalb man selbst bei Boliden wie dem Galaxy S6 die einzelnen Bildpunkte deutlich sieht. Mit der doppelten Pixeldichte des Z5 Premium reduziert sich dieser Effekt um die Hälfte, das Bild wird ergo doppelt so scharf. VR-Fans werden also definitiv ihre Freude am Z5 Premium haben. Bei einer Preisempfehlung von 799 Euro allerdings ein teures Vergnügen.

Display: Nur teilweise nativ

Der Ordnung halber sei noch erwähnt, dass lediglich Fotos und Videos in nativem 4K angezeigt werden, alles andere wie beispielsweise die Nutzeroberfläche wird in geringerer Auflösung berechnet und schließlich auf 4K hochskaliert. Vergleichbar einem Film von BluRay, den der 4K-Fernseher von Full HD auf 4K aufmotzt. Doch auch das bringt sichtbar mehr Schärfe, wie jeder Besitzer eines 4K-Gerätes bestätigen wird. Kostet aber reichlich Rechenkraft, geht also auf den Akku.

Hält der Akku da mit?

Umso spannender erwartet wurden daher die Ergebnisse des Laufzeittests: Bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela pro Quadratmeter gedimmtem Display im Flugmodus erzielte der 3.430 Milliamperestunden fassende Akku des Premium 369 Minuten. Das Xperia Z5 mit dem identischen Snapdragon-810-Prozessor kam unter identischen Bedingungen auf 429 Minuten. Ein erheblicher Einbruch der Laufzeit also, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die höhere Auflösung mit viermal mehr Pixel zurückzuführen ist. Damit liegt das Premium satte 22 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten zwölf Monaten getesteten Smartphones. Für Intensivnutzer also nicht empfehlenswert.

Starker Octa-Core-Prozessor

Und auch die Prozessorleistung selbst leidet unter dem 4K-Monitor: Der identische, ebenfalls mit 2,0 und 1,5 Gigahertz getaktete, und von 3 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützte Snapdragon 810 liegt im Fall des Z5 exakt 50 Prozent über dem Durchschnitt, während das Premium 9 Prozentpunkte schlechter abschneidet. Immer noch ein hervorragendes Ergebnis – keine Frage – und in der Praxis wird niemand eine solch marginale Abweichung registrieren. Doch das zeigt, welche Auswirkungen die höhere Auflösung auf das Gesamtsystem hat. Interessenten sollten deshalb eher zum Basis-Z5 tendieren. Oder wenn es um die Bildschirmgröße geht Alternativen ins Auge fassen sollten wie beispielsweise das OnePlus 2, Motorola Moto X Play, Alcatel One Touch Idol 3 oder Honor 6 Plus. Allesamtsind  ebenso groß, zwar mit Full-HD-Mattscheibe, dafür aber auch bedeutend günstiger. Das LG G4 kommt mit 1440 x 2560 Pixel sogar noch in puncto Auflösung entgegen und ist derzeit ab rund 440 Euro zu haben.

Bekanntes Kamera-Problem

Die restliche Ausstattung entspricht derjenigen des Xperia Z5, inklusive LTE, DC-HSPA, WLAN ac, Bluetooth 4.1, NFC und 32 Gigabyte erweiterbarem Speicher. Für die Details sei auf die Tests des Xperia Z5 und Z5 Compact verwiesen. Leider gilt das auch für die Kamera: Trotz der enormen Auflösung von 22,85 Megapixel und eines semi-optischen Stabilisators reicht es lediglich für ein „Ausreichend“, weil Teile des Bildes unscharf sind und nur geringe Details aufweisen. Dieses Phänomen ist in identischer Weise auch beim Xperia Z5 und Z5 Compact zu beobachten, weshalb sich der Verdacht aufdrängt, dass Sony da ein generelles Problem hat. Dieses betrifft auch die Videos, sei es nun in Full HD oder 4K, die gleichfalls unscharfe Partien aufweisen und somit ebenfalls nur ein „ausreichend“ kassieren. Selbst der Klang des Musikplayers ist identisch: Weil sich die Höhen ein wenig wie durch Watte anhören und die Bässe etwas zu unpräzise und dröhnend tönen, bleibt es auch bei der Audio-Wertung nur bei einem „ausreichend“. Völlig untypisch für Sony!

Identische Handhabung

Abgesehen von den größeren Maßen mit 76 x 154 x 7,9 Millimetern und dem etwas höheren Gewicht von 181 Gramm entsprechen Verarbeitung und Handhabung exakt den Geschwistermodellen. Deshalb sei auch hierfür auf den Test des Z5 Compact verwiesen.

Fazit

Wer sein Smartphone nicht gerade in Verbindung mit einer Virtual-Reality-Brille verwenden möchte, wird die 4K-Auflösung des Sony Xperia Z5 Premium und die damit verbundene Rekord-Pixeldichte nicht ausschöpfen können. Denn im Alltag wirkt ein Bild, das beispielsweise mit dem Xperia Z5 mit Full HD aufgenommen wurde, nahezu ebenso scharf. Die Unterschiede sind nur geringfügig. Im Gegenzug sackt die Akkulaufzeit noch weiter ab und liegt beim Premium nun satte 22 Prozent unter dem Durchschnitt. Intensivnutzer sollten daher eher andere Kandidaten wie etwa das Motorola Moto X Play ins Auge fassen. Und wenn es um das 5,5-Zoll-Display geht, so gibt es eine ganze Reihe von Alternativen mit ebenso großen Bildschirmen in Full HD, die nicht selten nur rund die Hälfte kosten. Diese drängen sich nicht zuletzt durch den Umstand auf, dass die Kamera des Premium wie bei den Z5-Brüdern durchfällt und nur ein „ausreichend“ kassiert. Ebenso wie der Musikklang.

Ausstattung                 175 von 175    sehr gut

Foto                             14 von 25        ausreichend

Video                           14 von 25        ausreichend

Musik                          15 von 22        ausreichend

Handhabung                210 von 250    gut

gesamt                        428 von 500    sehr gut

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