Nachrichten über die Eurozone betreffen auch die Menschen hierzulande. Schließlich ist Deutschland ein Mitglied des Euroraums beziehungsweise des Euro-Währungsgebietes (amtliche Bezeichnung). Die Schaffung der Eurozone führte zur Beseitigung von Schwankungsrisiken und Wechselkurskosten, womit sie einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität in Europa leistet.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was bedeutet Eurozone?
  3. Welche Staaten gehören zur Eurozone?
  4. Europäischer Zahlungs- und Währungsraum
  5. Die Eurozone im weiteren Sinn
  6. Vorteile der Eurozone
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Girokonten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Eurozone bezeichnet üblicherweise den Zusammenschluss aller Staaten innerhalb der Europäischen Union, die den Euro als Zahlungsmittel verwenden.
  • Um ein Mitglied der Eurozone zu werden, muss ein Land die sogenannten EU-Konvergenzkriterien erfüllen.
  • Im weiteren Sinn zählen auch diejenigen Länder außerhalb der Europäischen Union zur Eurozone, die auf die Gemeinschaftswährung zurückgreifen oder ihre Währung an den Euro binden.

Wofür steht die Bezeichnung Eurozone?

Im engeren Sinn bezeichnet die Eurozone die Gruppe der Staaten innerhalb der Europäischen Union, die den Euro offiziell als Währung nutzen. Um dem Euroraum überhaupt beitreten zu dürfen, mussten die Mitgliedsstaaten die sogenannten EU-Konvergenzkriterien (auch als Maastricht-Kriterien bekannt) erfüllen. Dabei handelt es sich um verschiedene fiskalische und monetäre Vorgabewerte, die zu einer Harmonisierung der unterschiedlichen Wirtschaftsräume beitragen sollen. Als wichtige Voraussetzungen für einen Beitritt zur Eurozone gelten unter anderem folgende:

  • Die Inflationsrate überschreitet die der drei preisstabilsten Staaten der Europäischen Union um höchstens 1,5 Prozentpunkte.
  • Die Staatsverschuldung beträgt nicht mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
  • Das jährliche Haushaltsdefizit fällt nicht höher als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Allerdings gibt es innerhalb einiger Mitgliedstaaten vereinzelt Regionen, die den Euro gar nicht oder lediglich eingeschränkt nutzen. Dies gilt beispielsweise für die italienische Gemeinde Campione d’Italia, die sich in der Schweiz befindet und den Schweizer Franken als offizielle Währung verwendet.

Welche Staaten gehören zur Eurozone?

Als die Europäische Zentralbank Anfang 2002 mit der Ausgabe des neuen Bargeldes begann, setzte sich die Eurozone aus zwölf Staaten zusammen. Zu den ursprünglichen Mitgliedern gehören die folgenden Länder:

  • Belgien
  • Deutschland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Österreich
  • Portugal
  • Spanien

Ab 2007 traten der Eurozone weitere Länder bei. Welche Staaten das Euro-Währungsgebiet aktuell umfasst, zeigt die nachfolgende interaktive Karte:

Europäischer Zahlungs- und Währungsraum

Die Eurozone im weiteren Sinn

Nach einer weiter gefassten Definition der Eurozone gehören zu dieser auch alle Staaten außerhalb der Europäischen Union, die den Euro als Währung nutzen. In diesem Fall zählen ebenso diejenigen Länder zum Euroraum,

  1. die ein Währungsabkommen mit einem Staat der Europäischen Union abgeschlossen haben,
  2. die den Euro einseitig als Währung eingeführt haben oder
  3. die den Kurs der Landeswährung an den Euro gekoppelt haben.

Formelle Abkommen bestehen beispielsweise mit San Marino, dem Vatikan und Monaco. Es handelt sich dabei um sehr kleine Staaten, die sich in der Vergangenheit dazu entschieden haben, ihre Währung 1:1 an die des Nachbarlandes zu binden. Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung erlaubt die Europäische Union es diesen Staaten, den Euro zu nutzen. Es lassen sich jedoch ebenso Länder finden, die ohne Abkommen auf die Gemeinschaftswährung zurückgreifen. In diesem Fall ist von einer „einseitigen Euroisierung“ die Rede beziehungsweise von der Verwendung einer Fremdwährung. Dies trifft beispielsweise auf Montenegro und den Kosovo zu, aber ebenso auf Simbabwe.

Außerdem haben manche Staaten wie etwa Kap Verde oder Bosnien und Herzegowina ihre Währung zu einem festgelegten Wechselkurs an den Euro gekoppelt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen fallen ähnlich aus wie bei einer einseitigen Einführung der europäischen Währung. Allerdings lässt sich die Bindung in diesem Fall wesentlich leichter aufheben. Darüber hinaus existiert mit dem Wechselkursmechanismus II ein System, das es EU-Staaten ohne Euro ermöglicht, die Landeswährung an das europäische Zahlungsmittel zu koppeln. Teilnehmende Länder (aktuell nur Dänemark) müssen intervenieren, wenn der Wechselkurs zu einem bestimmten Grad vom festgelegten Leitkurs abweicht.

Welche Vorteile bietet die Eurozone?

Der Euro bietet den Staaten, die ihn verwenden, gleich mehrere Vorteile. Zum einen konnte die Europäische Union durch die Einführung der Währung Schwankungsrisiken und Wechselkurskosten beseitigen. Zum anderen schuf der Staatenbund mit dem Euro ein sicheres Umfeld für Investitionen. Damit trägt die Gemeinschaftswährung zur Stärkung der Binnenmärkte bei und regt die Staaten der Eurozone gleichzeitig dazu an, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Die Bürger der Mitgliedsstaaten profitieren ebenfalls. So ist es nicht mehr notwendig, auf Reisen Geld zu wechseln. Zudem sorgt der Euro für stabile Preise und wirtschaftliche Stabilität.

Die Entstehungsgeschichte der Eurozone

Bereits in den 1960er- und den 1970er-Jahren gab es erste Fachleute, die eine gemeinsame europäische Währung vorschlugen. Bis die Europäische Union die Idee einer Währungsunion aufgriff, vergingen jedoch noch einige Jahre. Wichtige Meilensteine bei der Entstehung der Eurozone sind diese:

  • 1992 unterzeichnen die Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft (EG) den Maastricht-Vertrag, der die Schaffung einer Währungsunion bis 1999 vorsieht.
  • 1994 entsteht mit dem Europäischen Währungsinstitut der Vorgänger der Europäischen Zentralbank (EZB).
  • 1995 einigt sich der Europäische Rat auf „Euro“ als Namen für die Einheitswährung.
  • 1997 stehen bereits elf an der Eurozone teilnehmende Länder fest, darunter auch Deutschland.
  • 1999 führt die mittlerweile gegründete Europäische Zentralbank den Euro an den Finanzmärkten ein.
  • 2001 tritt Griechenland der Eurozone bei.
  • 2002 erfolgt zum 1. Januar die Ausgabe der Euromünzen und -banknoten.

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