Verbraucher-Atlas: Fahrraddiebstahl

Fahrraddiebstahl in Deutschland

Wo in Deutschland werden Fahrräder am häufigsten gestohlen und wo sind Fahrräder vor Dieben weitgehend sicher? Und wie sieht es in Ihrer Heimatregion aus? Das erfahren Sie im Verivox Verbraucher-Atlas.

Wo gibt es die meisten Fahrraddiebstähle?

Sicherer Süden, Diebstahlhochburgen im Osten

Rund 290.000 Fahrräder wurden im vergangenen Jahr gestohlen oder unbefugt in Gebrauch genommen. Die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zeigen, wo Diebe besonders häufig zuschlugen und welche Landkreise und Städte verhältnismäßig sicher sind.

Spitzenreiter war Halle (Saale) mit 1.534 gestohlenen Fahrrädern pro 100.000 Einwohner – dicht gefolgt von Leipzig, Münster und Magdeburg. Am sichersten sind Fahrräder im Landkreis Freyung-Grafenau: Hier wurden nur 13 Fahrräder pro 100.000 Einwohner gestohlen. Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Landkreis Bayreuth dürfen sich Radler über eine niedrige Diebstahlquote freuen.

Insgesamt liegen die sichersten Gebiete im Süden Deutschlands, während die Diebstahlhochburgen eher im Osten liegen. Auch die Unterschiede zwischen Großstädten und ländlichen Gebieten sind teils enorm.

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Basisschutz über die Hausratversicherung

Wer seinen teuren Drahtesel schützen möchte, dem hilft die Hausratversicherung. In allen Hausrattarifen sind Fahrräder versichert, sofern sie in der Wohnung, im Keller oder im abgeschlossenen Fahrradkeller stehen. Wer das Fahrrad dagegen draußen abstellt, muss das in der Regel gesondert versichern.

Wie kalkulieren die Versicherer?

Beim Außer-Haus-Schutz fürs Fahrrad gehen die Hausratversicherer unterschiedlich vor. Einige versichern einen bestimmten Prozentsatz des Hausrats – zum Beispiel 1 Prozent in einem Basistarif oder 2 bis 4 Prozent in den höherwertigen Tarifen. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung mit 52.000 Euro Versicherungssumme wären das 520, 1.040 oder 2.040 Euro für Fahrräder. Bei anderen Versicherern können fixe oder auch selbst festgelegte Summen versichert werden.

Städte-Ranking: Mehrkosten der Fahrradversicherung

Wer sein Fahrrad in der Hausratversicherung versichern möchte, zahlt höhere Beiträge. Verivox hat die Mehrkosten für eine 80-Quadratmeter-Wohnung in 25 Großstädten ausgewertet: In der Modellrechnung wurde eine recht hohe Versicherungssumme für Fahrräder angesetzt – 2.000 Euro. Ausgewertet wurden die jeweils 3 günstigsten Angebote mit und ohne Versicherung fürs Fahrrad. Tendenziell sind die Zusatzkosten in den Städten teurer, in denen mehr Fahrräder gestohlen werden. In Stuttgart, wo pro 100.000 Einwohner nur 153 Räder gestohlen wurden, sind die Angebote für Radler 25 Euro teurer pro Jahr. Den höchsten Aufschlag gab es in Bremen mit 66 Euro pro Jahr. Dort schlugen Diebe 1.070-mal pro 100.000 Einwohner zu.

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1. Rund um die Uhr geschützt: Auf Nachtzeitklausel achten

Fahrradbesitzer sollten zudem darauf achten, dass neue Verträge keine Nachtzeitklausel enthalten. Die besagt, dass Fahrräder zwischen 22 und 6 Uhr draußen nur versichert sind, wenn Radler ihr Gefährt, zum Beispiel kurz vor dem Kinobesuch, in der Nähe des Gebäudes anschließen und direkt nach der Vorstellung zurückfahren wollen. Wer jedoch bei Freunden übernachtet und das Fahrrad – natürlich mit einem Fahrradschloss gesichert – über Nacht vor der Haustür abstellt, der sieht im Falle eines Diebstahls keinen Cent mit der Nachtzeitklausel. In vielen neueren Verträgen gibt es die Nachtzeitklausel nicht mehr – ein deutlicher Pluspunkt für Radler.

2. Eigenständige Fahrradversicherung

Eine weitere Möglichkeit ist eine eigenständige Fahrradversicherung, die nicht Teil der Hausratpolice ist – sozusagen eine „Vollkasko“ fürs Fahrrad. Diese sind allerdings erheblich teurer und kosten für ein 750 Euro teures Rad etwa 70 bis 120 Euro im Jahr. Dafür ist die Leistung aber auch deutlich umfangreicher: Neben dem Diebstahl sind – je nach Tarif –eine Pannenhilfe inklusive Abhol-Service, Schäden durch Stürze, Vandalismus und teilweise sogar durch Verschleiß mitversichert.

Gerade für E-Bikes oder Pedelecs kann sich die Fahrradversicherung lohnen. Eine Ausnahme gilt bei schnellen motorisierten Rädern mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde oder mehr. Diese gelten als Kleinkrafträder und Fahrer benötigen – je nach Ausstattung – eine Kfz-Haftpflichtversicherung und einen Führerschein.

3. Fahrräder sicher abschließen

Sie sollten es Fahrraddieben nicht zu leicht machen. Fahrräder sollten immer einzeln und mit einem hochwertigen Schloss an einem festen Gegenstand abgeschlossen werden. Einfache Rahmenschlösser bieten keinen ausreichenden Schutz.

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