Sicherheit im Smart Home: Schalter und Schlüssel müssen bleiben

21.05.2021 | 07:00

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Beleuchtung, Heizung, Türschloss, Rolläden: Immer mehr Geräte und Gegenstände im Alltag lassen sich vernetzen und fernsteuern. Damit steigt aber auch die Gefahr, dass Daten nicht gut genug gesichert werden. Für den Fall der Fälle müssen die Geräte auch mit der Hand gesteuert werden können.

Speziell bei kritischer Infrastruktur daheim rät Timo Brauer vom Technikmagazin «Inside-digital.de» dazu, immer noch eine alternative Steuermöglichkeit parat zu haben. «So sollte sich das smarte Türschloss zusätzlich mit einem traditionellen Schlüssel öffnen lassen und die Rollläden sollten manuell hochgefahren werden können, falls der Server des Herstellers mal nicht erreichbar ist.» Bei einer komplett smarten Beleuchtung werden zudem meist trotzdem zusätzlich Schalter angeboten, die auch ohne Internetanbindung funktionieren.

Vorsicht bei gebrauchten Geräten

Vorsichtig ist Brauer zufolge bei gebrauchten Geräten geboten: «Einige Smarthome-Geräte lassen sich nicht so einfach wie ein Smartphone oder Notebook auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, sondern sind möglicherweise noch mit dem Account des Vorbesitzers verknüpft.» Hier sollten Kunden vorab prüfen, ob der Hersteller einen entsprechenden Support anbiete.

Gute Produkte haben transparenten Datenfluss

Prüfen und einstellen kann der Verbraucher bei guten Smarthome-Produkten auch, welche Daten übertragen werden. «Oft werden Nutzungsdaten pauschal an die Anbieter übertragen. Hier sollte man schon bei der Einrichtung widersprechen können und auch nachträglich muss man hier eingreifen können», sagt Jörg Geiger. Über die Nutzeroberfläche ist oft auch einstellbar, ob der Zugriff über das Internet überhaupt erlaubt sein soll. «Wer das ausschließt, erhöht in jedem Fall auch den Sicherheitsstandard», sagt Arne Arnold. Sinnvoll könne so eine Einstellung beispielsweise auch schon vorübergehend sein. So muss etwa ein Mähroboter den Winter über nicht über das Internet erreichbar sein.

Geraten Daten in fremde Hände, passiert dies meist nicht im heimischen Netzwerk selbst. «Das Einfallstor für Schadsoftware ist fast immer der Service des Herstellers. Darüber kommen Hacker an die Kundendaten und letztlich auch auf die Geräte», sagt Arnold. Die Folgen können vielfältig sein und reichten von Fehlfunktionen bis zum Abgreifen von Nutzerdaten und Passwörtern.