Handy-Geschwindigkeit: Welcher Nutzertyp braucht wie viel Speed?

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Für wen reicht eine Datengeschwindigkeit von 25 oder 50 Megabit pro Sekunde beim Handytarif aus? Und für welche mobilen Anwendungen eignen sich leistungsstarke Highspeed-Tarife mit 225 Mbit/s oder mehr? Verivox erklärt, welche Surf-Geschwindigkeit zu welchem Nutzertyp passt.

"Schneckennetz" bis Highspeed: Welche Geschwindigkeiten gibt es?

Die Datengeschwindigkeit bei Handytarifen zeigt an, wie schnell Nutzer mit dem Smartphone surfen – also wie schnell Webinhalte auf dem Endgerät laden (Download) bzw. wie schnell Inhalte versendet werden (Upload).

  • 5G: Im neuen 5G-Netz sind künftig Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde drin. Der 5G-Speed liegt in der Praxis jedoch oft deutlich darunter; als branchenüblicher Durchschnitt gelten derzeit etwa 300 Mbit/s. Aktuell wird der neue Netzstandard ausgebaut und ist noch nicht flächendeckend verfügbar.
  • 4G (LTE): Mit dem aktuellen Mobilfunkstandard 4G sind je nach Tarif und Anbieter 21,6 bis hin zu 500 Mbit/s möglich.
  • 3G (UMTS/HSDPA): Der Vorgängerstandard 3G ermöglicht langsamere Geschwindigkeiten zwischen 7,2 und 42,2 Mbit/s; das UMTS-Netz wird aber derzeit immer weiter zurückgebaut, um für 5G Platz zu machen.
  • 2G (GPRS/EDGE): Im "Schneckentempo" mit 16, 32 oder 64 kbit/s surfen Mobilfunkkunden teilweise auch heute noch – wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist und der Anbieter den Speed drosselt.

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Geschwindigkeit und Datenvolumen sind übrigens nicht dasselbe: Die Datengeschwindigkeit zeigt an, wie schnell der Nutzer surft; das Datenkontingent bezeichnet die Datenmenge, die im Tarif inkludiert sind. Überschreitet der Nutzer das Datenlimit, reduziert der Anbieter die Geschwindigkeit.

Welcher Speed eignet sich für welchen Nutzertyp?

1. Für Sparsame und Normalnutzer

Schnelles LTE ist in neuen Tarifen heutzutage Standard, sowohl bei den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefonica als auch bei Service-Providern. "Kleine" LTE-Tarife mit 21,6 oder 25 Mbit/s sind bei den Discountern zu finden. Mobilfunkkunden haben in diesem Bereich eine große Auswahl an Tarifen in unterschiedlichen Netze – zu günstigen Preisen ab etwa 5 Euro im Monat.

Reguläre Internetnutzung ist damit problemlos möglich, wie etwa das Aufrufen von Webseiten oder die Nutzung von Apps und mobiler Kommunikation. Lediglich datenintensivere Anwendungen wie Videos in hoher Auflösung brauchen im Vergleich zu leistungsstarken Highspeed-Tarifen etwas mehr Zeit, um zu laden. Die höhere Bandbreite von 50 Mbit/s ist mittlerweile auch in vielen günstigen LTE-Tarifen Standard. Damit streamen Nutzer in der Regel ruckelfrei; reguläre Downloads sind meistens innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen.

Unsere Infografik zeigt, welche Discounter mit LTE-Tarifen in welchem Netz funken. Manche Anbieter sind mit ihren Tarifen in bis zu drei Handynetzen vertreten, darunter etwa Mobilcom-Debitel oder Klarmobil.

Mobilfunknetze-der-Discounter

Gut zu wissen: Wer schon lange einen älteren Bestandstarif nutzt, surft möglicherweise noch mit dem langsameren 3G-Standard. Kunden ohne LTE-Vertrag fallen durch den Rückbau des UMTS-Netzes jedoch automatisch ins noch ältere 2G-Netz zurück – das reicht gerade einmal aus, um SMS zu versenden und zu telefonieren. Unser Tipp: Prüfen Sie, ob Ihr alter Vertrag LTE enthält – und steigen Sie bei Bedarf auf einen leistungsstarken LTE-Tarif um.

2. Für Anspruchsvolle und Überflieger

Höhere LTE-Geschwindigkeiten erhalten Mobilfunkkunden in erster Linie bei den Netzbetreibern. Doch auch etliche Discounter, vor allem im O2-Netz, bieten mittlerweile Highspeed mit über 200 Mbit/s an.

  • Telekom: bis zu 300 Mbit/s
  • Vodafone: bis zu 500 Mbit/s
  • Telefonica: bis zu 225 Mbit/s

Mobiles Highspeed-Internet ist ideal für ruckelfreies Video-Streaming mit hoher Auflösung, Online-Gaming oder wenn das Gerät als Hotspot für weitere Endgeräte eingesetzt wird. Datenintensive Anwendungen laden damit blitzschnell und fast ohne Verzögerung. Mobiles Highspeed-Internet kommt daher für alle Intensivnutzer in Frage, die unterwegs häufig Serien oder Filme streamen bzw. Online-Games spielen – oder für Business-Anwender, die regelmäßig große Datenmengen herunterladen. Die Tarife der Netzbetreiber bieten zwar in der Regel mehr Leistung als Discounter-Angebote, dafür müssen Mobilfunkkunden aber auch tiefer in die Tasche greifen.

Noch schneller geht mobiles Surfen mit dem neuesten Mobilfunkstandard 5G: Selbst datenintensive Anwendungen laden damit nahezu in Echtzeit. Kunden benötigen allerdings ein 5G-fähiges Smartphone, die entsprechende Tarifoption und 5G-Netz vor Ort, um den neuen Standard nutzen zu können.

Maximaler Speed wird oft nicht erreicht

Es handelt sich bei den Angaben der Anbieter um Maximalgeschwindigkeiten – die durchschnittlich erreichte Geschwindigkeit liegt oft deutlich darunter. Denn wie schnell der Handynutzer surft, hängt auch von weiteren Faktoren ab: von der Netzqualität vor Ort und der Auslastung innerhalb der Funkzelle. In gut ausgebauten Ballungsgebieten ist die Netzabdeckung mit hohen Geschwindigkeiten meist besser, während es in ländlichen Gebieten und entlang von Verkehrswegen teils immer noch sogenannte weiße Flecken ohne Empfang gibt.