Der Rückkaufswert bezeichnet den Betrag, auf den der Kunde bei der Kündigung seiner Lebensversicherung oder eines anderen Versicherungsvertrags ein Recht hat. Dieser fällt je nach Versicherung, Konditionen und vor allem Dauer und Umfang der bereits eingezahlten Beiträge sehr unterschiedlich aus. Bei weitem nicht alle Versicherungen zahlen einen Rückkaufswert – in erster Linie ist das Thema für die Lebensversicherung relevant. Doch auch wenn der Rückkauf möglich ist, besteht vor allem in den ersten Jahren oft kein positiver Wert, da die eingezahlten Beiträge erst mit zahlreichen Gebühren verrechnet werden müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Regel besitzt die Lebensversicherung lange Laufzeiten und verhindert einen flexiblen Zugriff auf das eingezahlte Vermögen.
  • Der Rückkauf der Lebensversicherung bedeutet eine vorzeitige Kündigung und somit deutliche finanzielle Einbußen gegenüber der ursprünglich vereinbarten Versicherungssumme.
  • Wer nur einen kurzfristigen finanziellen Engpass hat, kann diesen überbrücken, indem er mit einem Policendarlehen den Rückkaufswert der Lebensversicherung beleihen lässt.

Der Rückkaufswert einer Lebensversicherung

Die Lebensversicherung ist in Deutschland die beliebteste und am meisten verkaufte Versicherung. In der Regel besitzt sie jedoch lange Laufzeiten und verhindert einen flexiblen Zugriff auf das eingezahlte Vermögen. Doch nicht alle Lebensversicherungen, die abgeschlossen werden, werden bis zum Laufzeitende aufrechterhalten. Der Grund für eine vorzeitige Kündigung der Lebensversicherung sind oftmals finanzielle Probleme, die durch unvorhersehbare Ereignisse eintreten. Für viele Versicherungsnehmer scheint die Kündigung der vorhandenen Lebensversicherung eine geeignete Möglichkeit zu sein, um etwa einen finanziellen Engpass zu überbrücken. Es ist jedoch in vielen Fällen empfehlenswert, alternative Lösungen in Betracht zu ziehen. Dennoch ist es sinnvoll, auf den Rückkaufswert bereits bei der Suche nach der geeigneten Lebensversicherung zu achten.

Die Berechnung des Rückkaufswertes

Auch wenn der Rückkaufswert je nach den genauen Bedingungen stark variiert: In jedem Fall bedeutet der Rückkauf der Lebensversicherung eine vorzeitige Kündigung und somit deutliche finanzielle Einbußen gegenüber der ursprünglich vereinbarten Versicherungssumme. Je früher die Kündigung stattfindet, desto höher ist der Unterschied, denn beim Abschluss einer Versicherung fallen viele Gebühren an. Diese werden nicht auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt: Die ersten Beiträge, die ein Versicherungsnehmer einzahlt, werden von der Versicherungsgesellschaft dazu verwendet, die gesamten Gebühren zu decken.

Die Folge: In den ersten fünf Jahren nach Abschluss einer Lebensversicherung sammelt sich meist nur wenig Kapital an. Will man in den ersten Jahren nun die Lebensversicherung zurückkaufen, liegt der Rückkaufswert weit unter dem Betrag, den man bereits eingezahlt hat. Die verträglich vereinbarte Rendite erhält man bei einer Lebensversicherung nur dann, wenn die Laufzeit abgeschlossen ist.

Alternativen zum Rückkauf der Lebensversicherung

Da der Rückkaufswert oft vergleichsweise gering ist, ist es für viele Versicherungsnehmer sinnvoll, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Eine Möglichkeit stellt der sogenannte Zweitmarkt dar. Hierbei zahlt eine dritte Person dem Versicherungsnehmer eine bestimmte Summe und übernimmt die Zahlung der Beiträge bis zum Ende der Laufzeit der Lebensversicherung. Danach erhält sie die Versicherungssumme. Vorteil bei dieser Variante ist, dass der Verkaufspreis hier oft wesentlich höher ist als der Rückkaufswert und man dadurch den Verlust reduziert. Besonders junge Lebensversicherungen mit einer geringeren Ablaufleistung sind hier jedoch schwer zu verkaufen.

Wer nur einen kurzfristigen finanziellen Engpass hat, kann diesen überbrücken, indem er mit einem Policendarlehen den Rückkaufswert der Lebensversicherung beleihen lässt. Darüber hinaus kann man sich bei seiner Versicherungsgesellschaft über eine Beitragsfreistellung erkundigen.