Die Grundsicherung ist eine Sozialleistung, die sich aus Steuergeldern finanziert. Sie soll zum Bestreiten des Lebensunterhalts beitragen, wenn dieser durch Erwerbsminderungs- oder Altersrente allein nicht bestritten werden kann. Diese Form der Grundsicherung ist zu unterscheiden von der Hilfe zum Lebensunterhalt und der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Die Unterstützung ist an gewisse Bedingungen geknüpft und von mehreren Faktoren abhängig. Welche das im Einzelnen sind, lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grundsicherung gilt als Sozialleistung, welche aus Steuergeldern finanziert wird.
  • Die Grundsicherung kann beantragt werden, wenn die Erwerbsminderung oder die Rente die Lebenshaltungskosten nicht ausreichend decken.
  • Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, bei einem Einkommen von weniger als 800 Euro und Erfüllung weiterer Voraussetzungen den Anspruch auf Grundsicherung zu prüfen.

Wer bekommt Grundsicherung und welche Bedingungen sind zu erfüllen

Grundsicherung zu erhalten ist grundsätzlich für alle Einwohner Deutschlands möglich, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Ausgenommen sind lediglich Asylbewerber, die bereits entsprechende Sozialleistungen beziehen. Darüber hinaus müssen Leistungsberechtigte gemäß Sozialgesetzbuch (SGB) die gesetzliche Altersgrenze für den Rentenanspruch überschritten haben – diese liegt derzeit bei 67 Jahren. Außerdem liegt ein Anspruch seitens einer Person vor, die infolge eines Unfalls oder einer Krankheit gänzlich oder eingeschränkt erwerbsgemindert ist: Ein Betroffener kann die Grundsicherung beantragen, wenn die Erwerbsminderungsrente die Lebenshaltungskosten nicht ausreichend deckt.

Volle Erwerbsminderung und Einschränkungen

Als voll erwerbsgemindert gilt im Übrigen jeder, der aus gesundheitlichen Gründen auf unbestimmte Zeit nicht in der Lage ist, mehr als drei Stunden täglich einem Beruf nachzugehen. Teilweise erwerbsgemindert ist derjenige, welcher zwar mehr als drei, aber nicht mehr als sechs Stunden pro Tag arbeiten kann. Den Anspruch kann allerdings niemand geltend machen, der seine Bedürftigkeit innerhalb der letzten zehn Jahre vor Antragstellung durch grobe Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz selbst verschuldet hat.

Grundsicherung: nur für Personen ohne Rücklagen

Die Grundsicherung erfolgt bedarfsorientiert und bedürftigkeitsgeprüft. Das bedeutet, sie richtet sich zum einen nach einem errechneten Satz, dem ein Einkommen zugrunde gelegt ist, welches eine alleinstehende Person beziehungsweise ein Paar in Deutschland durchschnittlich zum Leben benötigt.

Damit ein Antrag auf Grundsicherung angenommen wird, dürfen nachweislich kaum finanzielle Rücklagen vorhanden sein: Vermögen, das sich aus Kapital, Wertpapieren, Immobilien- oder Grundbesitz ergibt, sind so lange für das Bestreiten des Lebensunterhalts einzusetzen, bis dieses unterhalb der Vermögensfreigrenze liegt. Einem Alleinstehenden werden rund 2.600 Euro Schonvermögen zugestanden, einem Paar insgesamt etwa 600 Euro mehr. Ein eigenes Auto müssen Antragsteller in den meisten Fällen ebenfalls verkaufen, um die Grundsicherung beziehen zu dürfen. Auch bei längeren Aufenthalten im Ausland muss man sich kritischen Fragen stellen, wie der Aufenthalt finanziert wurde.

Auch Eltern und Kinder werden geprüft

Übrigens berücksichtigt das Grundsicherungsamt nicht nur das Vermögen des Antragstellers, sondern auch das der Eltern oder Kinder. Beträgt das Einkommen der Eltern oder eines der Kinder mehr als 100.000 im Jahr, ist die Grundsicherung ausgeschlossen. In solchen Fällen kann ein Antrag auf Wohngeld oft aussichtsreicher sein: Reicht die Rente nicht zum Leben, bekommen Antragsteller oft trotz größerer Ersparnisse entsprechende Zuschüsse.Konkret gilt: Wer die Voraussetzungen erfüllt und wessen monatliches Einkommen weniger als 800 Euro beträgt, der sollte seinen Anspruch auf Grundsicherung prüfen – so die Empfehlung der Deutschen Rentenversicherung.

Wie viel Grundsicherung steht jemandem zu?

Wie hoch die Grundsicherung als ergänzende Leistung letztlich ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich soll sie die Kosten für Wohnen und Heizung sowie Versicherungsbeiträge decken. Darüber hinaus können Antragsteller in Sonderfällen mit zusätzlicher Unterstützung rechnen – zum Beispiel, wenn sie schwerbehindert sind oder ihre Wohnung erstausstatten müssen. Der sogenannte notwendige Lebensunterhalt, der für Nahrung, Kleidung und Haushalt gedacht ist, wird nach verschiedenen Regelbedarfsstufen ermittelt.

Den höchsten Satz für diesen notwendigen Lebensunterhalt bekommt ein Alleinstehender mit eigenem Haushalt – derzeit sind das knapp über 400 Euro, die zur Warmmiete addiert werden. Jeder weitere erwachsene Haushaltsangehörige erhält weitere rund 80 Prozent dessen. Ein verheiratetes Paar bekommt jeweils gleich viel Geld, allerdings nur knapp 90 Prozent des Höchstsatzes. Kinder erhalten – je nach Alter – knapp 60 bis etwa 75 Prozent der höchsten Regelbedarfsstufe.

Faktisch gleicht die Grundsicherung die Differenz aus, die sich aus der Rechnung „Warmmiete plus individueller Regelbedarfssatz nach Abzug der sonstigen Einkünfte“ ergibt. Zu Letzteren zählen unter anderem:

  • Rente/Pension
  • Erwerbseinkommen
  • Wohngeld
  • Ehegattenunterhalt
  • Zinsen
  • Einkünfte aus Verpachtung/Vermietung

Gewisse Posten dürfen Antragsteller allerdings von ihrem anrechenbaren Einkommen zu ihren Gunsten abziehen:

  • Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung
  • Einkommenssteuer
  • Werbungskosten, also zum Beispiel die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz
  • Private Versicherungen, solange sich die Beiträge in einem angemessenen Rahmen bewegen

Beratungsgespräch durchführen

Da die Grundsicherung ein sehr komplexes Thema ist und unterschiedliche Geldleistungen getätigt werden, sollte in jedem Fall ein Beratungsgespräch vereinbart werden. Hier werden interessierte über alle wichtigen Details aufgeklärt. Um einen Antrag auf Grundsicherung zu stellen, müssen Leistungsberechtigte im örtlichen Sozialamt vorstellig werden.

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