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Bundesländer im Vergleich: Hier ist Strom besonders teuer

26.01.2021 | 09:03

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Trotz gedeckelter EEG-Umlage müssen deutsche Verbraucher auch im neuen Jahr hohe Stromkosten schultern. Dabei gibt es große regionale Unterschiede, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt. Die gute Nachricht: Die Preisunterschiede zwischen Ost und West sind passé.

Strompreise zwischen den Bundesländern variieren stark

Die höchsten Strompreise werden aktuell in Hamburg fällig. Die jährliche Stromrechnung bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) beläuft sich hier auf 1.264 Euro. Das sind knapp 13 Prozent mehr als im günstigsten Bundesland Bremen (1.120 Euro). Auch in Baden-Württemberg (1.252 Euro), Schleswig-Holstein (1.234 Euro) und im Saarland (1.230 Euro) müssen Verbraucher überdurchschnittlich viel für Strom bezahlen. Ein vergleichsweise niedriges Preisniveau findet sich neben Bremen in Bayern (1.127 Euro) und Niedersachsen (1.142 Euro).

„Für das Preisgefälle zwischen den Ländern sind vor allem die Netzentgelte verantwortlich. Sie werden für Nutzung und Instandhaltung der Stromleitungen sowie Bereitstellung und Ablesung der Zähler erhoben und sind regional unterschiedlich hoch“, erklärt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

In 10 Jahren bis zu 40 Prozent höhere Stromkosten

Im bundesweiten Durchschnitt zahlt ein Haushalt derzeit 1.176 Euro. Vor zehn Jahren zahlte derselbe Haushalt noch 986 Euro. Damit sind die Strompreise seit 2011 im bundesweiten Schnitt um 22 Prozent gestiegen. Einen deutlich stärkeren Zuwachs gab es in Hamburg (+ 40 Prozent) und Berlin (+ 30,9 Prozent). Jedoch war Strom hier 2011 noch am günstigsten, so dass die beiden Stadtstaaten ein vergleichsweise großes Aufholpotenzial aufwiesen.

In Sachsen-Anhalt (+ 14,9 Prozent), Sachsen (+ 16,1 Prozent) und Rheinland-Pfalz (+ 16,4 Prozent) haben die Strompreise auf Zehnjahressicht am geringsten zugelegt.

Preislücke zwischen Ost und West geschlossen

Mussten ostdeutsche Verbraucher in den vergangenen Jahren stets tiefer für Strom in die Tasche greifen, halten sich die durchschnittlichen Preise in Ost (1.179 Euro) und West (1.176 Euro) inzwischen die Waage. Noch 2017 betrug das Kostengefälle rund 4 Prozent. Die Angleichung ist in erster Linie auf die Entwicklung bei den Stromnetzgebühren zurückzuführen. Während diese in den neuen Ländern seither um 9,4 Prozent gesunken sind, stiegen sie in den alten Bundesländern im gleichen Zeitraum um 5,8 Prozent an. In Ostdeutschland werden bei einem Verbrauch von 4.000 kWh derzeit durchschnittlich 307 Euro für die Netznutzung fällig, in Westdeutschland 290 Euro.

Anbieterwechsel senkt Stromrechnung deutlich

Stromkunden müssen hohe Strompreise nicht hinnehmen. Wer aus der Grundversorgung zum günstigsten Angebot mit verbraucherfreundlichen Bedingungen wechselt, spart bei einem Verbrauch von 4.000 kWh derzeit durchschnittlich 423 Euro pro Jahr.

Am höchsten ist die Wechselersparnis mit 526 Euro in Berlin. Verbraucher in Berlin, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen können ihre Stromrechnung um über 440 Euro reduzieren. Mit 300 Euro fällt die Ersparnis in Bremen am geringsten aus.

Methodik

Berechnungsgrundlage ist der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom. Er berücksichtigt jeweils das Preisniveau der Grundversorger und der 30 wichtigsten überregionalen Stromanbieter für einen Jahresverbrauch von 4.000 kWh. Die Preis-Gewichtung erfolgt nach der Anzahl der belieferten Haushalte einer Region und entsprechend der veröffentlichten Wechselquoten der Bundesnetzagentur.

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