Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftrad verwenden möchte, benötigt einen Motorradführerschein. Vor der Anmeldung bei einer Fahrschule sollten Fahrschüler nicht nur die Kosten bedenken, die auf sie zukommen, sondern sich auch im Klaren darüber sein, welche Motorradklasse sie anstreben. Sie dürfen nämlich nicht mit jedem Führerschein auch jedes Bike fahren.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die verschiedenen Klassen beim Motorradführerschein
  3. Ab welchem Alter ist es erlaubt, ein Motorrad zu führen?
  4. Was kostet ein Motorradführerschein?
  5. Wie lange dauert es, einen Motorradführerschein zu erwerben?
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Motorradversicherung: Viel Fahrspass, wenig bezahlen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit AM, A1, A2 und A gibt es derzeit vier verschiedene Klassen des Motorradführerscheins.
  • Während Inhaber eines Führerscheins der Klasse A alle Motorräder fahren dürfen, gilt die Klasse AM lediglich für Vehikel mit maximal 45 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit und einem Hubraum von bis zu 50 Kubikzentimetern.
  • Einen Motorradführerschein der Klasse AM können je nach Bundesland teilweise bereits Jugendliche mit 15 Jahren machen, wohingegen für die Klasse A je nach Ausgangslage ein Mindestalter von 20 bis 24 Jahren erforderlich ist.
  • Die Preise für den Führerschein der Klasse A liegen durchschnittlich etwa zwischen 1.200 und 1.600 Euro.

Die verschiedenen Klassen beim Motorradführerschein

Zum aktuellen Zeitpunkt existieren hierzulande vier Führerscheinklassen. Je nach Motorradführerschein müssen unter Umständen bestimmte Einschränkungen hinsichtlich der Maschine(n) eingehalten werden. Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber zwischen den Klassen A, A1, A2 und AM. Die nachfolgende Tabelle zeigt auf, welche Maschinen bei den Führerscheinklassen jeweils infrage kommen:

Klasse
Fahrbare Maschinen
Klasse A
  • Alle Motorräder (keine Hubraumbegrenzung oder Geschwindigkeitsbeschränkung)
Klasse A1
  • Krafträder mit einem Hubraum von maximal 125 Kubikzentimetern, einer Motorleistung von maximal 11 Kilowatt und einem Verhältnis von Leistung und Gewicht von maximal 0,1 Kilowatt je Kilogramm
  • Dreirädrige Krafträder mit einer Motorleistung von 15 Kilowatt
Klasse A2
  • Krafträder mit einer Motorleistung von maximal 35 Kilowatt und einem Verhältnis von Leistung und Gewicht von maximal 0,2 Kilowatt je Kilogramm
Klasse AM
  • Leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern je Stunde, einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimetern und einer Motorleistung von maximal 4 Kilowatt
  • Dreirädrige Kleinkrafträder mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern je Stunde, einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimetern, einer Motorleistung von maximal 4 Kilowatt und einem Leergewicht von höchstens 270 Kilogramm
  • Straßen-Quads (maximal 4 Kilowatt) und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (maximal 6 Kilowatt) mit maximal zwei Sitzplätzen, einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern je Stunde und einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimetern

Für ein Mofa mit einer Geschwindigkeit von höchstens 25 Kilometern pro Stunde wird keine Fahrerlaubnis benötigt. Es ist lediglich eine Prüfbescheinigung erforderlich, für die das Mindestalter bei 15 Jahren liegt. Für Inhaber eines regulären Führerscheins ist diese Bedingung hinfällig.

Ab welchem Alter ist es erlaubt, ein Motorrad zu führen?

Das zum Fahren eines Motorrads benötigte Mindestalter hängt im Wesentlichen von der Führerscheinklasse ab. Die Fahrerlaubnis der Klasse AM können in den meisten Bundesländern bereits Jugendliche ab einem Alter von 16 Jahren erwerben. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist dies dank eines Modellversuchs sogar bereits mit 15 Jahren möglich. Bei der Führerscheinklasse A1 liegt das Mindestalter dagegen im ganzen Bundesgebiet bei 16 Jahren, bei der Klasse A2 beträgt es 18 Jahre.

Um direkt in die Führerscheinklasse A einzusteigen, muss das Alter bei mindestens 24 Jahren liegen beziehungsweise bei 21 Jahren für dreirädrige Kraftfahrzeuge mit mehr als 15 Kilowatt. Eine Ausnahme besteht für diejenigen, die bereits seit zwei Jahren oder länger über eine Fahrerlaubnis der Klasse A2 verfügen. Wer diese bereits unmittelbar nach der Volljährigkeit erworben hat, kann mit der Führerscheinklasse A im Alter von 20 Jahren starten.

Welche Modelle gestattet der Gesetzgeber bereits vor dem 18. Lebensjahr?

Auch vor dem Erreichen der Volljährigkeit können Jugendliche bereits eine Vielzahl verschiedener Krafträder ganz legal im öffentlichen Straßenverkehr verwenden. Dazu gehören im Wesentlichen:

  • Fahrräder mit Hilfsmotor (auch als Mofa bekannt)
  • Mopeds und Mokicks
  • Kleinkrafträder mit drei Rädern
  • Quads
  • Motorräder mit einem Hubraum von maximal 125 Kubikzentimetern und einer Leistung von 11 Kilowatt

Was kostet ein Motorradführerschein?

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Kosten für den Führerschein beeinflussen. Da die Fahrschulen ihre Preise in Eigenregie festlegen können, unterscheiden sich diese von Anbieter zu Anbieter. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Anzahl der Fahrstunden eine entscheidende Rolle. Wie viele Übungs- und Sonderfahrten im Endeffekt anstehen, hängt einerseits vom Lernfortschritt des Fahrschülers ab und andererseits vom Bundesland und der Fahrschule. Für gewöhnlich fallen die Kosten für einen Motorradführerschein der Klasse A jedoch keinesfalls höher aus als für eine Fahrerlaubnis der Klasse B. Rechnen Sie daher mit einem finanziellen Aufwand von etwa 1.200 bis 1.600 Euro.

Wie lange dauert es, einen Motorradführerschein zu erwerben?

Welcher Zeitraum von der Anmeldung bei der Fahrschule bis zum Erhalt des Führerscheins vergeht, hängt vor allem von den individuellen Vorerfahrungen ab. Im Durchschnitt umfasst die praktische Ausbildung etwa 20 bis 30 Fahrstunden.

Prinzipiell empfiehlt es sich, einen Motorradführerschein nach Möglichkeit bereits im Jugendalter zu machen. Schließlich besitzen junge Menschen sowohl eine bessere Feinmotorik als auch einen besseren Gleichgewichtssinn. Dies reduziert die Anzahl der erforderlichen Fahrstunden. Einen Einfluss auf die Dauer haben außerdem das Geschick des Fahrschülers und die Zeit, die er zur Verfügung hat. Während einige Fahrschüler lediglich sechs Wochen benötigen, dauert der Erwerb der Fahrerlaubnis bei anderen beispielsweise sechs Monate. Es gibt jedoch auch Intensiv- beziehungsweise Ferienkurse, die es ermöglichen, den Motorradführerschein innerhalb von ein bis zwei Wochen zu machen.