Sich purinarm zu ernähren ist einer der wichtigsten Ansätze, um die durch Gicht verursachten Schmerzen zu mindern. Die Frage lautet: Welche Nahrungsmittel sind purinarm und empfehlenswert?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wie entsteht Gicht?
  3. Für wen ist purinarme Kost wichtig?
  4. Wie viel Harnsäure ist für Gichtpatienten in Ordnung?
  5. Purinarme Lebensmittel
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Purinarme Kost hilft, den Harnsäurespiegel im Blut zu senken und Gichtanfällen vorzubeugen.
  • Kann der Körper das Purin nicht abbauen, führt dies zu Harnsäurekristallen, die sich überwiegend in den Gelenken ablagern.
  • Die Zubereitung von Fleisch trägt mit dazu bei, ob es am Ende als purinarm gilt oder nicht.
  • Menschen, die an Gicht leiden, sollten nicht mehr als 500 mg Purin am Tag zu sich nehmen.

Wie entsteht Gicht?

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Diese tritt auf, wenn das Blut zu viel Harnsäure enthält. Harnsäure wiederum entsteht, wenn sogenannte Purine vom Körper abgebaut werden. Sämtliche Körperzellen und sehr viele Lebensmittel enthalten Purine. Bei einem normalen Aufkommen von Harnsäure kann der Körper die Purine über die Nieren ausscheiden.

Nimmt eine Person purinhaltige Lebensmittel zu sich, kann dies die Menge übersteigen, welche der Körper selbst abbauen kann. Die Folge ist ein Gichtanfall durch die Bildung von Harnsäurekristallen. Diese Kristalle lagern sich überwiegend in den Gelenken ab und führen dort zu Schmerzen.

Der sicherste Weg, die Harnsäure zu senken, ist purinarme Kost.

Für wen ist purinarme Kost wichtig?

In erster Linie sollten Gichtpatienten Wert auf eine purinarme Ernährung legen. Wer noch nicht an Gicht erkrankt ist, aber einen latent hohen Harnsäurespiegel aufweist, kann durch purinarme Lebensmittel die Harnsäure senken. Damit lässt sich der Erkrankung vorbeugen oder zumindest der erste Gichtanfall lange hinauszögern.

Manche Hundehalter, gerade diejenigen, die mit einem Dalmatiner zusammenleben, haben sich vermutlich auch schon mit dem Thema purinarme Kost beschäftigt. Gerade bei Dalmatinern, aber auch bei anderen Tieren, kann ein Gendefekt dazu führen, dass die Harnsäure nicht abgebaut werden kann. In diesem Fall ist eine purinarme Ernährung des Vierbeiners ebenfalls wichtig.

Wie viel Harnsäure ist für Gichtpatienten in Ordnung?

Über einen Harnsäurespiegel kann der Arzt feststellen, wie viel Harnsäure im Blut enthalten ist. Diese unterliegt geschlechtsspezifischen Abweichungen. Als akzeptabel gilt bei Männern eine Menge zwischen 3,4 mg und 7 mg pro 100 ml Blut. Bei Frauen liegt die Bandbreite mit 2,4 bis 5,7 mg pro 100 ml Blut etwas darunter. Gichtpatienten sollten dafür Sorge tragen, dass sie sich bei circa 3 mg einpendeln.

Liegt der Harnsäurespiegel darüber, kommt es zu der Frage, wie viel Purin ein Patient zu sich nehmen darf, damit die Ablagerung von Harnsäurekristallen vermieden wird. Eine Faustregel besagt, dass die Aufnahme von Purin auf 500 mg am Tag oder 3.000 mg in der Woche reduziert sein sollte.

Purinarme Lebensmittel – was fällt darunter?

Die Empfehlung des Arztes, durch eine purinarme Kost den Harnsäurespiegel entsprechend zu senken, ist gut, aber der Patient muss auch wissen, was darunterfällt.

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden oder nur selten zu sich nehmen:

  • Fleisch (vor allem wenn fettreich)
  • Wurst
  • Fleischextrakt, Bratensoße
  • Innereien (Leber, Kalbsbries)
  • Geflügel (vor allem mit Haut)
  • Ölsardinen
  • Sardellen
  • Matjesfilet
  • Anchovis
  • Soja-Produkte
  • Weizenkeime
  • Alkohol
  • Bier, auch alkoholfrei
  • Fruktose (als Zusatz in Fertigprodukten beispielsweise)
  • Schweine-, Gänse-, Butterschmalz

Es macht auch einen Unterschied, wie Fleisch zubereitet wird. Kochen gilt als purinarme Zubereitung von Fleisch. Der Stoff wird zum großen Teil in das Kochwasser abgegeben, welches dann allerdings nicht mehr weiterverwendet werden darf. Das Braten von Fleisch dagegen bindet das Purin, diese Nahrungsaufnahme ist schädlich.

Bei der Zubereitung von Fisch kommt es darauf an, ob die Haut mit verzehrt wird. Eine Forelle ohne Haut enthält weniger Purin als eine Forelle mit Haut. 100 Gramm Sprotten decken den Puringehalt von über 1,5 Tagen, 100 Gramm Ölsardinen praktisch für den ganzen Tag.

Hülsenfrüchte enthalten zwar relativ viel Purin, haben jedoch keinen vergleichbaren Effekt auf den Harnsäurespiegel wie tierische Purine.

Diese Nahrungsmittel sind bei Gicht erlaubt:

  • (fettarme) Milch und Milchprodukte (wie Naturjoghurt, Quark oder Käse)
  • Ei
  • Kartoffeln (aber keine Pommes frites oder Bratkartoffeln)
  • Karotten
  • Salat
  • Paprika
  • Gurke
  • Tomate
  • Zucchini
  • Hülsenfrüchte, Spinat, Pilze, Spargel, Kohl nur in Maßen
  • Melone
  • Apfel
  • Birne
  • Nüsse (Walnüsse, Cashewnüsse, Haselnüsse)
  • Kürbis- und Sonnenblumenkerne nur in Maßen
  • Mandeln
  • Margarine
  • Tee
  • Kaffee
  • Wein (in Maßen)
  • mageres Rind oder Kalb in Maßen
  • Putenaufschnitt
  • Huhn ohne Haut
  • Vollkornbrot
  • pflanzliche Öle außer Sonnenblumen- oder Distelöl
  • Fisch ohne Haut (wie Aal, Hering, Lachs oder Scholle)

Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

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