Pilates ist Training für den gesamten Körper und die Übungen gibt es in vielen Varianten. Der Fokus liegt bei der Aktivierung des "Powerhouses", der bewussten Atmung, und der präzisen Ausführung der Übungen. Pilates-Kurse eigenen sich für jeden und werden von manchen Krankenkassen sogar bezahlt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Training für den ganzen Körper
  • Bewusste und langsame Ausführung der Übungen im Rhythmus der Atmung
  • Eine zentrale Rolle spielt das „Powerhouse“, die Körpermitte

Was ist Pilates?

Pilates ist ein Ganzkörpertraining, das die Muskeln im gesamten Körper beansprucht und trainiert. Dazu zählen auch viele kleine Muskeln und Muskelgruppen, die sonst häufig vernachlässigt werden, aber durchaus wichtig sind – beispielsweise für eine aufrechte Haltung. Pilates stärkt bei regelmäßigem Training die Muskulatur der Wirbelsäule und kann Rückenschmerzen vorbeugen. Es gibt Parallelen zu Yoga; so spielt bei beiden Methoden die bewusste Atmung eine Rolle. Bei der Ausführung der Pilates-Übungen muss stets die Körpermitte angespannt werden: die Muskulatur des Beckenbodens und die tiefliegenden Bauchmuskeln.

Bewusstes Training aus der Körpermitte

Im Pilates gilt der Leitsatz: „Alle Kraft kommt aus der Mitte.“ Das Aktivieren der Körpermitte, des sogenannten „Powerhouses“, ist bei allen Übungen erforderlich und stets der erste Schritt. Um es zu aktivieren, zieht der Trainierende bewusst die Sitzbeinhöcker zusammen und spannt so die Beckenbodenmuskeln an. Fast automatisch verhärtet sich dabei auch der Bauch. Indem Sie zusätzlich gedanklich den Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen, flacht der Bauch automatisch etwas weiter ab. Um diesen Effekt noch zu verstärken und nicht zu stören, atmen Sie während der Übungen nicht direkt in den Bauch, sondern in die Seiten und den Brustkorb.

Die wichtigsten Elemente einer Pilates-Übung

Pilates-Übungen führt der Trainierende immer sehr bewusst aus. Pilates ist eine komplexe Technik, die aus vielen Elementen besteht:

  • Atmung: Wichtig ist die bewusste Einatmung durch die Nase und Ausatmung durch den Mund. Die Bewegungen folgen dem Rhythmus der Atmung.
  • Powerhouse: Die angespannten Muskeln in der Körpermitte erhalten die Körperspannung aufrecht.
  • Präzision: Wichtig ist die technisch korrekte Ausführung der Übungen. Dabei muss der Trainierende die Bewegungen bewusst und ruhig ausführen. Die Bewegungen sind immer fließend und eine Übung sollte nie abrupt enden.
  • Pausen: Reicht die Kraft für viele Wiederholungen nicht aus, schützen mehrere kleine Pausen davor, eine Übung fehlerhaft auszuführen. Bei Pilates zählt die Qualität, nicht die Quantität.

Für wen eignet sich Pilates?

Pilates ist grundsätzlich für jeden geeignet. Ob gut trainiert oder unsportlich: Die Übungen und ihre Intensität lassen sich individuell anpassen. Anfangs kann es schon anstrengend sein, das Powerhouse bewusst mehrmals hintereinander anzuspannen und die Spannung zu halten. Doch mit regelmäßigem Training wird der Körper gekräftigt und kann die Übungen länger und mit mehr Wiederholungen ausführen. Auch nach Verletzungen und während der Rehabilitation ist Pilates hilfreich.

Von Contrology zu Pilates

Der Erfinder von Pilates, Joseph Hubertus Pilates, wurde 1883 in Mönchengladbach geboren. Da sein Körper durch verschiedene Krankheiten im Kindesalter geschwächt war, entwickelte er eine eigene Trainingsmethode, um diesen zu kräftigen. Dabei ging es ihm um die Verbindung von Körper und Geist und die bewusste, konzentrierte Ausführung von Übungen: „Contrology“, wie er es nannte. Als Gefangener im Ersten Weltkrieg half er Verletzten bei der Rehabilitation. Dort fertigte er auch unter anderem aus Lazarettbetten und Federzügen verschiedene Trainingsgeräte. 1923 emigrierte er nach New York und eröffnete einige Jahre später sein erstes Pilates-Studio.

Basierend auf Pilates’ Übungen gibt es mittlerweile viele hundert Varianten. Sie werden immer wieder ergänzt und abgewandelt. Viele integrieren auch Elemente aus dem Yoga in ihre Übungen.

Geräte und Hilfsmittel für das Pilates-Training

Alles, was für Pilates erforderlich ist, ist zunächst eine Matte. Zahlreiche Übungen werden nur mit dem eigenen Körpergewicht und ohne den Einsatz von Geräten ausgeführt. Diese können ergänzend hinzukommen, sind jedoch keine Pflicht. Typische Hilfsmittel sind Bälle, kleine Hanteln, eine Pilates-Rolle oder Thera-Bänder. Große Geräte, von denen viele Joseph Hubertus Pilates selbst erfunden hat, kommen meist nur in expliziten Pilates-Studios zum Einsatz.

Zahlt die Krankenkasse Pilates-Kurse?

Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Gesundheitskurse zur Prävention von Krankheiten; häufig zählen auch Pilates-Kurse dazu. Schließlich tut Pilates dem ganzen Körper gut, verbessert die Haltung und beugt damit unter anderem Schmerzen im Rücken vor. In welchem Umfang sich die Kassen an den Kosten beteiligen, hängt von der jeweiligen Versicherung ab. Geeignete und zertifizierte Kurse lassen sich auch oft direkt über die Krankenkasse finden.