Verbraucher-Atlas: Autos in Deutschland

Autos in Deutschland

Wer hat die meisten Punkte in Flensburg? Wo sind Deutschlands Vielfahrer zu Hause? Wer zahlt am meisten? Und wie schneidet Ihre Heimatregion ab? Das und mehr erfahren Sie im Verivox Autoatlas.

Zahlreiche Verbraucher wechseln bei Verivox zu einer günstigen Kfz-Versicherung. Um einen Versicherungsbeitrag berechnen zu können, sind Angaben notwendig - zur Fahrstrecke, zum Versicherungsnehmer, zu Vorschäden und einige mehr. Die Angaben wertet Verivox anonymisiert für diesen Autoatlas aus.

Wo fahren am häufigsten SUV?

Viele SUV in Ostdeutschland

Den SUV haftet der Vorwurf an, Großstadt-Panzer für Besserverdiener zu sein. Die Daten der Versicherungsabschlüsse bei Verivox zeigen aber ein differenziertes Bild.

In Bundesländern mit hohen Einkommen werden nicht häufiger SUV gefahren – im Gegenteil. Bei den Bundesländern mit dem höchsten SUV-Anteil liegen drei östliche Bundesländer mit niedrigen Durchschnittseinkommen vorn – Thüringen vor Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Erst wenn ausschließlich die großen SUV und die Geländewagen wie Audi Q7, VW Touareg oder Jeep Grand Cherokee betrachtet werden, landen reichere Länder weiter vorn – Schleswig-Holstein auf dem ersten Platz, Hamburg und Bayern auf den Plätzen drei und vier. Doch auch hier kommt Brandenburg noch auf den zweiten Rang.

Woran liegt's? Am Alter

Tendenziell fahren viele SUV dort, wo mehr alte Menschen leben. Die fünf ostdeutschen Bundesländer führen die Liste beim Alter an, gleichzeitig ist außer in Sachsen überall der SUV-Anteil überdurchschnittlich. Die Korrelation zwischen dem Durchschnittsalter und dem SUV-Anteil erreicht einen relativ hohen Wert von 0,66. Die maximale Korrelation von 1 würde bedeuten, dass mit steigendem Alter grundsätzlich immer der SUV-Anteil steigt. Ein Wert 0 würde bedeuten, dass es überhaupt keinen Zusammenhang gibt.

Wo werden die weitesten Strecken gefahren?

Wo die Vielfahrer leben

Unter den Bundesländern fahren die Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern am weitesten – 13.271 Kilometer. Die geringsten Strecken legen die Berliner mit 9.969 Kilometern zurück. Auch im Autoland Baden-Württemberg ist die jährliche Fahrleistung unterdurchschnittlich. Dort treffen eine hohe Bevölkerungsdichte und eine hohe Dichte an attraktiven Arbeitgebern aufeinander. Weites Pendeln scheint also seltener notwendig. Dagegen formiert sich um München herum ein Kranz von Landkreisen, wo die Autofahrer eher weite Strecken fahren. Freising (14.403 Kilometer) und Weilheim-Schongau (14.349 Kilometer) liegen sogar unter den 10 Landkreisen mit den höchsten Fahrstrecken und die Pendler Richtung München dürften einen hohen Anteil daran haben.

Der dünn besiedelte Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) liegt an der Spitze der Landkreise mit den meisten Fahrkilometern. Danach folgen mit Trier-Saarburg und Ahrweiler zwei Landkreise aus Rheinland-Pfalz. Unter den Top10-Landkreisen sind je zwei aus Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein und der Landkreis Nordmecklenburg und damit gibt es eine Ballung im Norden. Für die Grafik wurden die Angaben der Verivox-Nutzer zur Fahrleistung anonymisiert ausgewertet. Die Angabe der voraussichtlichen Fahrleistung ist notwendig, um den Preis der Kfz-Versicherung berechnen zu können.

Kfz-Versicherungspreise: Wer zahlt am meisten?

Teuerste Regionen zahlen zwei Drittel mehr

Der Wohnort ist ein wichtiger Faktor, wenn es um den Preis der Kfz-Versicherung geht. 30 bis 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen die Kfz-Versicherungspreise in den teuersten Regionen. Ganz vorn liegt der die Stadt Gelsenkirchen - mit 39 Prozent über dem Durchschnitt. Im bayerischen Landkreis Rottal-Inn und der Stadt Kaufbeuren sind es 31 Prozent mehr. Für die Karte wurden die Preise ausgewertet, die die Verivox-Kunden tatsächlich zahlen.

Der entscheidende Faktor für hohe Preise in bestimmten Regionen sind die Regionalklassen. Damit stufen die Versicherer jeden Zulassungsbezirk in eine Risikoklasse ein. Wo Fahrer viele Unfälle verursacht haben oder wo es viele Diebstähle gab, dort werden die Autofahrer in teure Regionalklassen in Haftpflicht, Vollkasko oder Teilkasko eingestuft. Wenige Schäden sorgen für eine günstige Einstufung und niedrigere Preise. Neben den Regionalklassen nehmen aber auch Alter und Modellvorlieben Einfluss auf die Durchschnittsprämien.

Allein in Bayern befinden sich 9 der 10 teuersten Städte und Landkreise. Das liegt zum einen daran, dass sich in Ober- und Niederbayern und der Oberpfalz die Kreise mit teuren Regionalklassen in der Haftpflicht und Kasko bündeln. Außerdem haben Autos in Bayern mehr PS als im Bundesdurchschnitt und sind teurer, wie die Verivox-Zahlen zeigen. Traditionell ist der Marktanteil von BMW hier besonders hoch. Die Bayern in ländlichen Regionen fahren überdurchschnittlich viel. Diese Faktoren sorgen ebenfalls für die teuren Preise.

Besonders günstig ist es für Pkw-Fahrer im brandenburgischen Cottbus und im Landkreis Elbe-Elster sowie im thüringischen Landkreis Nordhausen. Dort liegt der Beitrag für die Kfz-Versicherung rund 20 Prozent unter dem Bundesschnitt. Von den 30 Landkreisen mit den niedrigsten Preisen liegen 20 in Ostdeutschland. Hier sind nicht nur die Regionalklassen häufig recht günstig, insbesondere in der Haftpflicht. Autofahrer in den neuen Bundesländern haben auch die besseren Schadenfreiheitsklassen, weil die Bevölkerung älter ist.

Wo fahren die Autos mit den meisten PS?

PS-starker Süden

Im Durchschnitt haben die Autos auf deutschen Straßen 124 PS. Das geht aus einer Auswertung der Versicherungsabschlüsse bei Verivox hervor. An der Spitze liegen die bayerischen Landkreise Starnberg (144 PS), München (142 PS) und Dingolfing-Landau (140 PS). Insgesamt fahren die Autos mit den meisten PS in Bayern und Baden-Württemberg. Die ersten 26 Landkreise und Städte unserer Auswertung liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Erst auf Platz 27 folgt der hessische Hochtaunuskreis. Der erste ostdeutsche Landkreis (Dahme-Spreewald) liegt auf Platz 60 mit 129 PS. Die wenigsten PS haben – in unserer Auswertung – Autos in Neumünster, Emden und Schwerin. Oft ist zu beobachten, dass die Autos in Städten weniger motorisiert sind als in den umliegenden Landkreisen. Im Durchschnitt hatten alle bei Verivox in den vergangenen 12 Monaten versicherten Autos 124 PS. Das liegt deutlich unter den 153 PS, die Neuwagen in Deutschland laut dem CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen haben. Die Ursache ist, dass die Fahrzeuge in Deutschland mittlerweile rund 10 Jahre alt sind und Neuzulassungen in früheren Jahren durchschnittlich weniger schwächer motorisiert waren.

Wo fahren die teuersten Autos?

Bayern fahren die teuersten Autos in Deutschland

Die teuersten Autos fahren im Landkreis Starnberg. Der ebenfalls sehr begüterte Landkreis München folgt bei den Autopreisen auf Platz 2. Platz 3 nimmt der Landkreis Dingolfing-Landau ein, wo BMW ein großes Werk hat. Von 20 Kreisen mit den teuersten Autos liegen 17 in Bayern. Als erster nicht-bayerischer Zulassungsbezirk taucht Baden-Baden auf Platz 5 auf.

Wo mehr verdient wird, fahren nicht automatisch die teureren Autos. Dennoch lässt sich eine Korrelation von 60 Prozent feststellen zwischen den Autopreisen und den Pro-Kopf-Einkommen der Landkreise und Städte. 100 Prozent Korrelation ist der Maximalwert, bei dem mit höherem Einkommen automatisch die Kaufpreise der Autos steigen würden. Neben dem guten Einkommen liegen die Kaufpreise in Bayern auch deshalb hoch, weil hier traditionell die Marke BMW überaus stark vertreten ist.

Für die Auswertung wurden die Neupreise aller Fahrzeuge ausgewertet, die in den vergangenen 12 Monaten bei Verivox versichert wurden. Der Durchschnitt lag knapp über 23.000 Euro. Die verhältnismäßig niedrigen Neuwagenpreise resultieren daher, dass Autos auf deutschen Straßen mittlerweile rund 10 Jahre alt sind und die damaligen Anschaffungskosten unter den heutigen lagen.

Wo fahren die Punktesünder?

Punktesünder in Deutschland

Im Bundesländervergleich leben in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen die meisten Punktesünder. Dagegen sammeln die Hessen am wenigsten Punkte. Analysiert wurde alle Kfz-Versicherungsabschlüsse bei Verivox in den vergangenen 12 Monaten. Für alle Bundesländer wurde die Abweichung vom Bundesdurchschnitt (= 100) ermittelt.

Dass die Autofahrer im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern weitere Strecken fahren, kann nicht als alleinige Erklärung für ihr Punktekonto (13 Prozent über dem Bundesdurchschnitt) herhalten. Auch die Schleswig-Holsteiner fahren laut einer Verivox-Auswertung überdurchschnittlich weite Strecken, aber sie liegen bei der Auswertung der Punkte in Flensburg 13 Prozent unter dem Durchschnitt. Alle Stadtstaaten, wo weniger Kilometer gefahren werden, weisen ein unterdurchschnittliches Punktekonto auf.

Mehr als die Hälfte aller Einträge im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg beruhen auf Geschwindigkeitsübertretungen. Zweithäufigste Ursache ist das Fahren unter Alkohol.

Wo fahren die neuesten Autos?

In Bremen fahren die ältesten Autos, in Thüringen die neuesten

In Thüringen ist ein Auto laut Verbraucher-Atlas durchschnittlich 9,4 Jahre alt – somit sind im dort die neuesten PKW in Deutschland unterwegs. Das Durchschnittsalter eines Autos liegt bundesweit bei 10 Jahren. Sieben Bundesländer knacken die Zehn-Jahres-Marke: Die Autos der Bremer sind mit durchschnittlich 10,5 Jahren die ältesten PKW in Deutschland.

Tipps – So finden Sie die richtige Kfz-Versicherung

Über 20 verschiedene Kriterien nehmen Einfluss auf den Preis einer Kfz-Versicherung. Die Fahrleistung, das Fahrzeugalter, die Einstufung des Modells in Typklassen oder die Eingruppierung des Wohnorts in die Regionalklassen gehören dazu. Außerdem hängt der Preis auch vom Leistungsumfang ab. Achten Sie auf folgende Tarifbausteine und Details:

1. Versicherungssumme von 100 Millionen Euro versichern: Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckung ist viel niedriger und unzureichend bei besonders teuren Schadensfällen. Die Tarife mit der gesetzlichen Deckung sind nur wenige Euro günstiger. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle. Bei Verivox erhalten Sie ausschließlich Tarife mit 100 Millionen Euro Versicherungssumme.

2. Mallorcapolice einschließen: Die Mallorcapolice hebt den Schutz bei einem Mietwagen, den der Versicherte im europäischen Ausland anmietet, auf das deutsche Niveau. Dieser Tarifzusatz ist sehr wichtig für Reisende, weil Mietwagen oft unzureichend versichert sind und hohe Schadenforderungen entstehen können.

3. Grobe Fahrlässigkeit mitversichern: In der Kasko-Versicherung sollten Schäden, die vom Fahrer grob fahrlässig verursacht werden, abgedeckt sein – zum Beispiel ein Auffahrunfall mit dem Handy in der Hand. Dieser Zusatzschutz setzt sich immer mehr als Standard durch.

4. Neuwagen zum Neupreis versichern: Die Neuwertentschädigung für die ersten 12 oder 24 Monate ist nicht nur erweiterter Schutz, sondern auch ein generelles Merkmal für leistungsstarke Versicherungstarife.

5. Tierunfälle: Leistungsstarke Tarife versichern heute nicht nur Unfälle mit Haarwild, sondern mit Tieren aller Art.

Wer gute Leistungen haben möchte, muss mehr etwas mehr bezahlen. Aber eine leistungsstarke Versicherung kostet kein Vermögen. Ein Vergleich der Top-Angebote bei Verivox zeigt: Die leistungsstarken Tarife sind 20 Prozent teurer als die Basistarife. Das lohnt sich oft.

Wie kann ich bei der Kfz-Versicherung sparen?

Mehr Informationen zur Wahl des richtigen Kfz-Versicherungstarifs und viele Tipps, wie Sie bei der Versicherungsprämie oder beim Tanken sparen können, finden Sie in unseren Ratgebern.

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Methodik der Auswertung

Die Auswertung berücksichtigt alle über Verivox getätigten Vertragsabschlüsse im Bereich Kfz-Versicherungen für privat genutzte PKW in einem Zeitraum von zwölf Monaten. Der Verbraucher-Atlas stellt anhand anonymisierter Daten jeweils die Durchschnittswerte für PS-Stärken, Listenpreise bei Neukauf und das Fahrzeugalter bei Versicherungsantritt je Bundesland sowie die jährliche Fahrleistung je Landkreis dar. Zur Tarifberechnung sind Angaben über die Vorschäden in der Haftpflichtversicherung in den vergangenen 3 Jahren notwendig. SUV-Anteil Bundesländer: Kfz-Versicherungsabschlüsse bei Verivox in den vergangenen 12 Monaten, Einkommen privater Haushalte je Einwohner (2017), Durchschnittsalter pro Bundesland (2017) (Statistische Ämter des Bundes und der Länder).

Stand der SUV-Auswertung: 2/2020. Stand der Auswertung der Fahrleistung: 6/2018. Stand der übrigen Auswertungen: 10/2018.