Videotelefonie

Ob Geschäftskonferenzen mit Teilnehmern an verschiedenen Standorten, Gespräche mit weit entfernt lebenden Verwandten oder eine Fernbeziehung – die Videotelefonie erleichtert all das. Das Konzept: Personen, die sich an unterschiedlichen Orten befinden, telefonieren und können dabei einander sehen. Neben Skype, dem bekanntesten Programm für Videoanrufe, gibt es zunehmend weitere Apps, die Videotelefonie ermöglichen. Häufig sind sie nicht nur auf diese Funktion beschränkt, sondern bieten auch Chat-Funktionen und ermöglichen die Anbindung an soziale Medien wie Facebook oder WhatsApp. Bei Verivox erfahren Interessierte, wie ein Videoanruf funktioniert, und was sie benötigen, um ihre Gesprächspartner beim Telefonieren auch sehen zu können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute läuft die Videotelefonie über das Internet ab.
  • Für die Videotelefonie brauchen Nutzer ein Smartphone mit Frontkamera oder einen PC mit integrierter oder externer Webcam.
  • Die bekanntesten Anbieter sind: Skype, FaceTime, Facebook Messenger und WhatsApp.

Wie funktioniert Videotelefonie?

Erste Versuche, Telefonate mit Bildübertragung zu ermöglichen, gab es schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So existierten ab 1936 öffentliche Fernsehsprechstellen, in denen Bildtelefonate stattfanden. In den 1980er-Jahren begann die Deutsche Bundespost im Rahmen des Projekts BIGFON, für das Telefonnetz Glasfaserkabel zu verlegen. Dabei entstand auch ein Video Telephony Network, das sich vorrangig an Gehörlose richtete. Diesen war die Kommunikation mithilfe sogenannter Bildtelefone möglich. Selbige waren jedoch recht kostenintensiv und boten eine relativ schlechte Bildqualität.

Heute läuft die Videotelefonie ganz selbstverständlich über das Internet ab. Jeder Nutzer eines PCs oder Smartphones kann sich bei Anbietern wie Skype anmelden und – sofern der gewünschte Gesprächspartner die Anwendung ebenfalls verwendet – mit einem Klick einen Videoanruf starten. Die Qualität von Bild und Ton hängt davon ab, wie gut die Internetverbindung der Telefonierenden und die Qualität der Aufnahmegeräte sind.

Was brauche ich für einen Videoanruf?

Für die Videotelefonie brauchen Nutzer ein Smartphone (Apple oder Android ausreichend) mit Frontkamera oder einen PC mit integrierter oder externer Webcam. Außerdem ist eine entsprechende Software für Videoanrufe erforderlich. Sie können alternativ auch bereits vorhandene Anwendungen wie den Facebook Messenger oder WhatsApp nutzen, die ebenfalls Videotelefonie ermöglichen. Auch Skype oder FaceTime sind oft schon vorinstalliert. Nutzer müssen sich dann bei der gewählten App anmelden beziehungsweise registrieren. Das ist je nach Anbieter mit der eigenen Mobilfunknummer, der Festnetznummer, der E-Mail-Adresse oder einer speziellen ID möglich. Die auf dem Smartphone oder PC gespeicherten Telefonkontakte lassen sich in der Regel problemlos importieren.

Welche Videotelefonie-Anbieter gibt es?

Immer mehr Kommunikationsdienstleister bieten Videotelefonie an. Manche punkten mit Zusatzfunktionen wie Textchats, ausschaltbarer Kamera oder lustigen Filtern und Emojis. Nutzer sollten ihre Entscheidung davon abhängig machen, welche Funktionen ihnen wichtig sind, welche Sicherheitsanforderungen sie stellen und welches Betriebssystem sie verwenden. Zu den bekanntesten Videoanruf-Anbietern zählen unter anderem:

Skype

Der Vorreiter in Sachen Videotelefonie gehört inzwischen zu Microsoft und ist nahezu jedem bekannt. Die Vorteile von Skype sind neben der guten Übertragungsqualität die flexiblen Anmeldemodalitäten sowie die Möglichkeit, kostenpflichtig auch Personen anzurufen, die kein Skype-Konto haben.

FaceTime

Das Apple-Pendant zu Skype gibt es seit 2010 für iPhone, iPad, iPod und Mac. Die Anmeldung erfolgt mit einer Apple-ID. Nutzer können sowohl Front- als auch Rückkamera für ihre Telefonate verwenden.

Facebook Messenger

Mit dem Facebook Messenger können Nutzer nicht nur Text- und Sprachnachrichten versenden, sondern auch Videoanrufe tätigen – dabei stehen auch verschiedene Filter und Effekte zur Wahl. Auch wer kein Facebook-Konto hat, kann die Videochatfunktion nutzen.

WhatsApp

Bei WhatsApp sind Videotelefonate erst seit 2016 möglich. Nutzer können zwischen Front- und Rückkamera wechseln und bei Bedarf das Mikrofon abschalten. Gruppentelefonate sind nicht möglich.

Google Duo/Hangouts

Die beiden Google-Apps bieten unterschiedliche Vorteile: Duo überzeugt durch hohe Bild- und Tonqualität und ermöglicht den störungsfreien Übergang zwischen WLAN und mobilem Datenvolumen. Hangouts eignet sich besonders gut für Gruppenchats – diese Funktion bietet Duo nicht. Die Nutzung ist auch ohne Google-Konto möglich.

ICQ

Diesen Instant Messenger kennen einige vermutlich noch aus den Anfängen des Internets. Trotz abnehmender Popularität gibt es ICQ immer noch – jetzt bietet das Programm auch Videotelefonie an.

Viber

Diese 2010 erschienene App bietet neben Textchats, Sprachnachrichten und kostenlosen Telefonaten seit 2014 auch eine Videoanruf-Funktion.

Sind Videoanrufe kostenpflichtig?

Die meisten Anwendungen für Videotelefonie sind kostenlos im Apple App Store oder im Google Play Store erhältlich. Die Anrufe selbst können Nutzer über WLAN oder Mobilfunk tätigen. Kosten fallen dabei nur an, wenn keine Internet-Flatrate vorhanden ist und der Datenverbrauch das zur Verfügung stehende Datenvolumen übersteigt. Zudem sind beispielsweise bei Skype Anrufe kostenpflichtig, wenn sie Personen gelten, die nicht dort registriert sind.

Wie sicher ist die Videotelefonie?

Der Großteil der Anbieter verschlüsselt per Videoanruf getätigte Telefonate sowie Chats und Sprachnachrichten Ende zu Ende. Dazu gehören FaceTime, Viber, ICQ, WhatsApp und Google Duo. Wem Sicherheit besonders wichtig ist, der trifft mit diesen Anwendungen die richtige Wahl. Skype und der Facebook Messenger bieten hingegen keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Skype wendet zwar Verschlüsselungsalgorithmen an, gilt jedoch seit einiger Zeit nicht mehr als abhörsicher. Wie Facebook mit den Daten seiner Nutzer umgeht, ist unklar.