Nach Angaben der Deutschen Leberstiftung leiden allein in Deutschland mindestens fünf Millionen Menschen an Lebererkrankungen. Da im jeweiligen Frühstadium meist nur unspezifische Symptome auftreten, bleiben Lebererkrankungen oftmals lange unbemerkt. Doch wenn die Leber nicht mehr richtig funktioniert, kann dies enorme Auswirkungen haben. Welche Lebererkrankungen besonders häufig auftreten, erfahren Sie nachfolgend.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Hepatitis
  3. Fettleber
  4. Leberzirrhose
  5. Leberkrebs
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Hepatitis gehört zu den Lebererkrankungen, die oftmals auf eine Virusinfektion zurückgehen.
  • Die Fettleber ist in Deutschland die am häufigsten auftretende Lebererkrankung.
  • Bei der meist durch starken Alkoholkonsum bedingten Leberzirrhose kann das Organ seine Funktion nicht mehr in vollem Umfang erfüllen.
  • Wie Leberzirrhose ist auch Leberkrebs meist die Folge einer chronischen Lebererkrankung.

Hepatitis

Unabhängig von der Ursache bezeichnen Mediziner eine Leberentzündung stets als Hepatitis. Oftmals geht die Erkrankung auf Viren zurück. Ärzte unterscheiden zwischen fünf verschiedenen Typen der Leberentzündung: Hepatitis A, B, C, D und E. Aktuell leiden mehr als 300 Millionen Menschen unter Hepatitis B, womit sie zu den weltweit am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten zählt. Sowohl Bakterien, Pilze und Parasiten als auch Alkohol, Medikamente und angeborene Störungen können zu einer entzündeten Leber führen.

Symptome einer Hepatitis

Im Frühstadium der Erkrankung treten unspezifische Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, aber auch Fieber, Oberbauch- und Muskel- beziehungsweise Gelenkschmerzen auf. Es kann außerdem passieren, dass sich der Geschmack- und der Geruchssinn verändern. Nach zwei bis acht Wochen färben sich die Haut und die Augäpfel unter Umständen gelb (Gelbsucht). Im Falle einer chronischen Hepatitis gelten vor allem folgende Beschwerden als typisch:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen
  • Gelenkschmerzen
  • Durchfall

Die Behandlung einer Hepatitis

Für welche Hepatitis-Behandlung sich der Arzt entscheidet, hängt prinzipiell vom Auslöser, dem Verlauf und dem Schweregrad der Leberentzündung ab. Manchmal verschwindet eine Hepatitis dadurch, dass sich die betroffene Person schont und darauf achtet, sich fettarm und kohlenhydratreich zu ernähren. Oftmals ist jedoch eine medikamentöse Therapie erforderlich. Bei einer schweren Hepatitis besteht unter Umständen sogar die Notwendigkeit einer Lebertransplantation.

Fettleber

Von allen chronischen Lebererkrankungen tritt die Fettleber in Deutschland am häufigsten auf. Sie entwickelt sich, wenn die Leber die aufgenommen Fette nicht wieder vollständig abgeben kann. Infolgedessen lagern sich diese im Organ ein. Ärzte unterscheiden zwischen drei Schweregraden:

  • Leichtgradige Fettleber: Die Verfettung betrifft weniger als eine von drei Leberzellen.
  • Mäßige Fettleber: Die Verfettung betrifft weniger als zwei von drei Leberzellen.
  • Schwere Fettleber: Die Verfettung betrifft mehr als zwei von drei Leberzellen.

Meist verursachen Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit sowie ein ungesunder Lebensstil die Erkrankung, also beispielsweise übermäßiger Alkoholkonsum und/oder Bewegungsmangel. Es gibt jedoch noch weitere Auslöser, etwa Medikamente oder Diabetes.

Symptome einer Fettleber

Anfänglich gibt es kaum Beschwerden, unter denen Personen mit einer Fettleber leiden. Manchmal klagen Betroffene über ein Druck- beziehungsweise Völlegefühl, das auf eine vergrößerte Leber zurückgeht. Auch erhöhte Leberwerte gelten als Hinweis auf die Erkrankung. Auf lange Sicht kann eine Fettleber zu Entzündungen führen. Darüber hinaus besteht das Risiko einer Leberzirrhose.

Die Behandlung von Patienten mit einer Fettleber

Eine medikamentöse Behandlung gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Stattdessen zielt die Therapie darauf ab, die Ursachen der Fettleber zu eliminieren. Eine sinnvolle Maßnahme ist es daher, den eigenen Lebensstil zu ändern. Betroffene Personen sollten auf Alkohol verzichten, eventuell vorhandenes Übergewicht reduzieren, sich viel bewegen und auf ihre Blutzuckerwerte achten. Oftmals kann sich die Leber dann wieder erholen. Im fortgeschrittenen Stadium liegt der Fokus allerdings auf der Behandlung von Komplikationen.

Leberzirrhose

Die Leberzirrhose bildet das Endstadium zahlreicher chronischer Lebererkrankungen. Bei dieser Krankheit sterben gewöhnliche Leberzellen ab, wodurch es zu Funktionsstörungen kommt. Im Laufe der Zeit verhärtet sich die Leber und schrumpft zusammen. Die Folge sind Störungen und Ausfälle im kompletten Organismus. Als häufigster Auslöser der Leberzirrhose gilt übermäßiger Alkoholkonsum.

Symptome einer Leberzirrhose

Auch bei einer Leberzirrhose treten anfangs lediglich allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und ein Völlegefühl im Oberbauch auf, die oftmals zu einer Gewichtsreduktion der erkrankten Person führen. Im späteren Verlauf kommen für gewöhnlich weitere Symptome hinzu wie:

  • Gelbsucht
  • Sichtbare Gefäßverzweigungen, sogenannte „Gefäßspinnen“
  • Gerötete Handinnenflächen und Fußsohlen
  • Risse in den Mundwinkeln
  • Juckreiz
  • Hormonelle Störungen

Behandlung einer Leberzirrhose

Bereits vorhandene Schäden lassen sich nicht mehr therapieren. Es besteht jedoch die Möglichkeit, das Voranschreiten der Leberzirrhose aufzuhalten. Dazu ist es notwendig, die Ursache zu beheben, was gleichzeitig zu einer Linderung der Beschwerden führt. Der Patient sollte sämtliche leberschädigenden Stoffe und Substanzen meiden, vor allem Ethanol. Auch Medikamente darf die betroffene Person nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen. Darüber hinaus versucht der Mediziner, die der Leberzirrhose zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln.

Leberkrebs

Krebs gehört ebenfalls zu den häufig auftretenden Lebererkrankungen. Bei einem Leberzellkarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der häufig das Resultat einer chronischen Schädigung des Organs ist. Meist entdecken Mediziner Krebs lediglich durch Zufall. Zu den häufigsten Ursachen von Leberkrebs zählen Hepatitis sowie Alkohol und Übergewicht.

Symptome von Leberkrebs

Zunächst verläuft die Krankheit symptomfrei. Im späteren Verlauf äußert sie sich durch Übelkeit und eine Gewichtsabnahme. Zusätzlich können auch Schmerzen im rechten Oberbauch und Gelbsucht auftreten. Eine fühlbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen gilt ebenfalls als typisches Symptom. Von Leberkrebs betroffene Menschen fühlen sich zudem oftmals schwach.

Die Behandlung von Leberkrebs

Welche Therapie sich anbietet, hängt vom Stadium der Krebserkrankung ab. Meist ist es notwendig, das befallene Lebergewebe im Zuge einer Operation zu entfernen. Ebenso besteht die Möglichkeit, das Karzinom mithilfe von Alkohol beziehungsweise Essig zu veröden, um den Tumor von der Nährstoffversorgung abzuschneiden. Eine Chemotherapie bietet sich höchstens im Endstadium der Erkrankung an.

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