Kinderinvaliditätsversicherung

Die Kinderinvaliditätsversicherung schließt eine Lücke im Versorgungssystem, die entsteht, wenn ein Kind krank wird oder einen schweren Unfall hat. Denn Kinder haben noch keinen gesetzlichen Rentenanspruch, ihre Invalidität betrifft aber die ganze Familie – besonders auch in finanzieller Hinsicht. Viele wissen jedoch gar nicht, dass es eine Kinderinvaliditätsversicherung überhaupt gibt. Dabei kann diese Versicherung bei einem Unfall die Eltern finanziell deutlich entlasten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Da Kinder keinen gesetzlichen Rentenanspruch besitzen, schließt die Kinderinvaliditätsversicherung eine wichtige Lücke in Sachen Vorsorge.
  • Die Kinderinvaliditätsversicherung soll Kosten für Behandlungen eines Kindes auffangen.
  • In der Regel kostet eine Kinderinvaliditätsversicherung weniger als 20 Euro pro Monat.

Wie wichtig ist die Kinderinvaliditätsversicherung?

In Deutschland leben ca. 150.000 Kinder, die unter 18 Jahre alt sind und die an einer schweren Behinderung leiden. Jedes Jahr kommen über 14.000 Kinder dazu. Selbst wenn ein Kleinkind krank wird oder einen Unfall erleidet, hat das weitreichende Folgen. Denn ein krankes und auch ein behindertes Kind braucht permanente Pflege. Ein Elternteil kann in diesem Fall nicht mehr arbeiten oder muss Pfleger beschäftigen.

Die Kinderinvaliditätsversicherung fängt die finanziellen Folgen für die Pflege bei Invalidität auf, so dass sich die Familie keine Sorgen mehr um die Zukunft des Kindes machen muss. Sie kommt auch für Medikamente und Therapien auf, die die Krankenkassen nicht bezahlen. Muss für ein behindertes Kind das Haus behindertengerecht umgebaut werden, ist das ebenfalls ein Fall für die Invaliditätsversicherung.

Leistungen der Kinderinvaliditätsversicherung

Die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt immer dann, wenn es durch einen Unfall oder durch eine Krankheit zu einer dauerhaften oder chronischen Behinderung kommt. Die Höhe dieser Rente liegt in der Regel zwischen 250 und 1.500 Euro im Monat. Sie wird unter Umständen ein Leben lang gezahlt. Viele Versicherer schließen auch eine Beitragsbefreiung beim Tod des Versicherungsnehmers ein, wenn der Vertrag vor dem 65. Lebensjahr des Versicherungsnehmers abgeschlossen wird. Das heißt: Sollte der Haupternährer der Familie sterben, besteht für das Kind der volle Versicherungsschutz bis zur Volljährigkeit, auch ohne dass jeden Monat Beiträge gezahlt werden.

Wann tritt die Kinderinvaliditätsversicherung ein?

Für folgende Krankheiten und mögliche Unfälle kommt die Kinderinvaliditätsversicherung meistens auf:

  • Allergische Erkrankung, wie zum Beispiel Bronchialasthma
  • Hirnhautentzündungen (zum Beispiel nach einem Zeckenbiss)
  • Epilepsie
  • Erkrankungen der Nieren, die eine Dialyse erforderlich machen
  • Leukämie und andere Krebserkrankungen
  • Diabetes
  • Polio (Kinderlähmung)
  • Hepatitis (Leberentzündung)
  • Multiple Sklerose
  • Vergiftungen mit Folgeschäden
  • Verbrennungen und Verbrühungen
  • Unfälle beim Sportunterricht oder in der Freizeit
  • Verkehrsunfälle

Alle diese Krankheiten und Unfälle beeinträchtigen das Leben des Kindes und der ganzen Familie. Das Kind hat schlechtere Chancen auf eine gute Schulbildung und kann auch bei der späteren Berufswahl eingeschränkt sein. Die Kinderinvaliditätsversicherung hilft hier, zumindest die finanziellen Schäden aufzufangen.

Kinderinvaliditätsversicherung: ein konkretes Beispiel

Sommerzeit ist leider auch immer die Zeit der Zecken. Wird ein Kind von einer Zecke gebissen und erkrankt in der Folge an einer Hirnhautentzündung, dann kann das unter Umständen ein Fall für die Kinderinvaliditätsversicherung sein. In der Regel heilt eine Meningitis ohne Folgeschäden aus. In seltenen Fällen kann es aber zu bleibenden neurologischen Schädigungen kommen. Die Kinderinvaliditätsversicherung springt ein.

Kosten der Kinderinvaliditätsversicherung

Eltern verdrängen gerne die Vorstellung, dass ihrem Kind etwas zustoßen könnte, aber die Realität sieht leider anders aus. So erkranken zum Beispiel in Deutschland jedes Jahr rund 25.000 Kinder an Diabetes. Viele davon sind dann lebenslang auf das rettende Insulin angewiesen. Die Kosten für eine solche chronische Krankheit sind hoch, aber die Beiträge zur Kinderinvaliditätsversicherung so niedrig, dass sie sich fast alle Eltern leisten können. Im Schnitt kostet die Versicherung weniger als 20 Euro pro Monat. Die Beiträge für Mädchen fallen meist niedriger aus als für Jungen. Dieser niedrige Beitrag für die Kinderinvaliditätsversicherung kann Familien vor vielen Sorgen und Problemen bewahren.