Mit der Altersteilzeit (ATZ) kann der Traum vieler Arbeitnehmer, den Ruhestand zu genießen, schneller Wirklichkeit werden. Sie bietet die Möglichkeit, möglichst früh nicht mehr (voll) zu arbeiten und aktiv und fit endlich die Dinge zu tun, für die bisher die Zeit fehlte. Der Altersteilzeitgesetz (AltTZG) ermöglicht älteren Beschäftigten einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in die Altersrente ermöglichen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Altersteilzeitmodelle werden in das Blockmodell und das Teilzeitmodell unterschieden.
  • Es gibt keinen Rentenanspruch auf die Altersteilzeit.
  • Möchte die Altersteilzeit in Anspruch genommen werden, so müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden.

Das Blockmodell und das Teilzeitmodell

Es werden zwei verschiedene Altersteilzeitmodelle unterschieden: das Blockmodell und das Teilzeitmodell (auch Gleichverteilungsmodell oder kontinuierliche Altersteilzeit genannt). Ersteres ist erheblich beliebter. Gemeinsam ist beiden Varianten, dass die Arbeitszeit halbiert und über mehrere Jahre verteilt wird.

  • Blockmodell: Diese Variante der Altersteilzeit verteilt sich auf zwei gleichlange Phasen. Während der ersten Hälfte der ATZ – der sogenannten Arbeitsphase – leistet der Arbeitnehmer seine normale Arbeitszeit. Er arbeitet sozusagen für die zweite Phase – die Freistellungsphase – vor. In dieser ist der Mitarbeiter in Altersteilzeit bei laufenden Bezügen von seiner Tätigkeit freigestellt.
  • Teilzeitmodell: Bei dieser Form der Altersteilzeit steht der Arbeitnehmer dem Unternehmen nur noch die Hälfte seiner Arbeitszeit zur Verfügung. Wer bisher ganztags beschäftigt war, arbeitet über den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit nur noch halbtags.

Lohn und Gehalt während der Altersteilzeit

Selbstverständlich geht die Altersteilzeit mit einem Lohnverzicht einher. Wer weniger arbeitet, erhält weniger Geld. So wird das Gehalt Im Blockmodell bereits während der Arbeitsphase halbiert. Während der Freistellungsphase werden die reduzierten Bezüge im Gegenzug weiterhin gezahlt.

Trotzdem kann sich das Modell lohnen, denn der Arbeitgeber ist verpflichtet, das Regelarbeitsentgelt um mindestens 20 Prozent aufzustocken. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sehen oft sogar höhere Beträge vor. Das Regelarbeitsentgelt umfasst die regelmäßigen monatlichen Zahlungen. Weihnachts- oder Urlaubsgeld und andere Sonderzahlungen fließen nicht in die Berechnung hinein.

Bis zum 31.12.2009 hat noch die Bundesagentur für Arbeit die Altersteilzeit finanziell gefördert. Diese Förderung ist seit dem Jahr 2010 ersatzlos gestrichen worden.

Sozialabgaben und Steuern

Der Aufstockungsbetrag ist durch die Beitragsbemessungsgrenze in der Arbeitslosenversicherung nach oben hin limitiert und sozialversicherungsfrei. Er unterliegt steuerlich dem Progressionsvorbehalt, weshalb anteilig auch weniger Steuern für diesen Betrag anfallen.

Anspruch auf Altersteilzeit

Die schlechte Nachricht ist, dass es keinen Rechtsanspruch auf die Altersteilzeit gibt. Arbeitgeber und -nehmer müssen der Vereinbarung gemeinsam zustimmen. Regelungen zur Altersteilzeit werden häufig im Tarifvertrag oder den Betriebsvereinbarungen festgehalten. Trotzdem ist kein Arbeitgeber verpflichtet, mehr als 5 Prozent seiner Mitarbeiter die Altersteilzeit zu gewähren.

Voraussetzungen für Altersteilzeit

Wer die Altersteilzeit in Anspruch nehmen will, muss auf jeden Fall folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Altersteilzeit können Arbeitnehmer und Beamte in Anspruch nehmen. Für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst gelten jedoch im Bund und in einzelnen Ländern unterschiedliche Regelungen. In diesem Text werden nur die allgemeinen Regelungen für Arbeitnehmer erläutert.
  • Zu Beginn der Altersteilzeit muss das 55. Lebensjahr vollendet worden sein.
  • Innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Altersteilzeit muss für mindestens 1080 Tage eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorgelegen haben. Es muss sich nicht um eine Vollzeitbeschäftigung handeln. Krankengeld und Zeiten mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder II zählen ebenfalls dazu.
  • Der Rentenbeginn muss nahtlos an das Ende der Altersteilzeit anschließen. Entschließt sich ein Arbeitnehmer für die ATZ und einen vorgezogenen Einstieg in die Rente mit Abschlägen, kann er sich später nicht mehr anders entscheiden.
  • Die Dauer der Altersteilzeit muss mindestens 3 Jahre betragen. Im Blockmodell beträgt sie grundsätzlich immer 3 Jahre. Das Gleichverteilungsmodell kann auf bis zu 12 Jahre ausgedehnt werden. Dann beginnt die Altersteilzeitarbeit mit 55 Jahren und endet mit dem Renteneintritt im Alter von 67 Jahren.

Lohnt sich die Altersteilzeit?

Durch den Aufstockungsbetrag erhalten Arbeitnehmer in Altersteilzeit, umgerechnet auf eine geleistete Arbeitsstunde, für die gleiche Arbeit mehr Geld. Zusätzlich versüßen halbierte Arbeitszeiten oder ein früherer Einstieg in die Rente die Regelung. Arbeitnehmer ab 55 Jahren sollten sich überlegen, ob ein früherer Ausstieg für sie lohnend ist. Es lohnt sich auch, genau zu berechnen, in welchem Maße die Altersteilzeit das aktuelle Einkommen bis zur Rente und die spätere Höhe der Altersrente selbst beeinflusst.

Die Rentenversicherung

Durch das geringere Einkommen während der Altersteilzeit fallen weniger Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung an. Um die Einbußen zu mindern, schießt der Arbeitgeber auch hier Geld dazu. Er entrichtet mindestens 80 Prozent der Rentenbeiträge, die für das Regelarbeitsentgelt in der Altersteilzeit anfallen. Dabei ist er verpflichtet, auch die Arbeitnehmeranteile bis zum Rentenbeginn zu übernehmen.

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