Die Höhe der Ablaufleistung spielt bei einer Kapitallebensversicherung, bei Fondspolicen, aber auch bei einer klassischen Rentenversicherung die entscheidende Rolle für den Versicherungsnehmer. Immerhin sparen Verbraucher über viele Jahre – oft 20 und mehr – in den Vertrag ein und möchten natürlich eine möglichst hohe Rendite erzielen. Mit Einführung des neuen Versicherungsvertragsgesetzes im Jahr 2008 sind die Versicherungsgesellschaften angehalten, ihren Kunden die Musterrechnungen auszuhändigen. Diese stellen zwei Zahlen gegenüber: die garantierte Ablaufleistung und die deutlich darüber liegende prognostizierte Ablaufleistung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für den Versicherungsnehmer spielt die Ablaufleistung besonders bei der Kapitallebensversicherung, bei Fondspolicen und bei der klassischen Rentenversicherung eine entscheidende Rolle.
  • Es wird zwischen der garantierten Ablaufleistung und der prognostizierten Ablaufleistung unterschieden.
  • Versicherer mit den besten Garantiewerten können die höchsten Ablaufleistungen einschließlich Schlussgewinnanteil und erwirtschafteter Überschüsse vorweisen.

Die garantierte Ablaufleistung

Diese Zahlung ist die einzige Leistung, auf die der Versicherungsnehmer einen rechtlichen Anspruch hat. Sie ergibt sich aus der Summe der eingezahlten Beiträge und dem zum Vertragsabschluss gültigen vom Gesetzgeber festgelegten Garantiezins. Lag der Garantiezins 1994 noch bei vier Prozent, so wurde er 2015 auf 1,25 Prozent und 2017 auf 0,9 Prozent gesenkt.

Die prognostizierte Ablaufleistung

Die prognostizierte Ablaufleistung (Gesamtverzinsung) einer Lebensversicherung setzt sich aus der garantierten Ablaufleistung und den wahrscheinlich erwirtschafteten Überschüssen zusammen. Hier rechneten einige Gesellschaften in der Vergangenheit „sehr schön“, die Kunden waren bei Ablauf des Vertrages allerdings unangenehm überrascht – das Ergebnis fiel deutlich schwächer aus als erwartet. Die tatsächliche Ablaufleistung hängt von der Fähigkeit des Managements ab, die Anlage der Kundengelder zu optimieren.

Obwohl bei einer Kapitalversicherung, gleich ob Renten- oder Lebensversicherung, eine Aktienquote von 30 Prozent zulässig ist, beläuft sich diese im Branchenmittel auf deutlich unter zehn Prozent. Die für die Anlage der Kundengelder verantwortlichen Manager investieren die Gelder lieber in Anleihen, Pfandbriefen und Hypotheken. Neben der laufenden Überschussbeteiligung zahlen viele Versicherer noch einen sogenannten Schlussgewinnanteil. Dieser kann als Belohnung dafür gesehen werden, dass der Vertrag vereinbarungsgemäß bis zum Ende bespart wurde, und beträgt rund zehn Prozent der Versicherungssumme.

Ablaufleistung bei der Rentenversicherung

Was bei der Kapitallebensversicherung die Ablaufleistung darstellt, ist bei der Rentenversicherung die Rentenzahlung. Dabei gilt allerdings zu beachten, dass Rentenversicherungen ebenfalls als Einmalauszahlung kapitalisiert werden können. Wer bei gleicher Laufzeit und gleichem Beitrag die Ablaufleistungen einer Lebens- und einer Rentenversicherung vergleicht, stellt fest, dass die Rentenversicherung besser abschneidet. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da hier die Risikoprämie für den möglichen Todesfall der versicherten Person entfällt. Der gesamte Beitrag kann abzüglich der Verwaltungskosten in den Sparvorgang einfließen.

Für die Rentenzahlung selbst gelten die gleichen Vorgaben wie für die Kapitalleistung: Ein Anspruch besteht nur auf die Garantie-Rente. Die Höhe der tatsächlichen Rentenleistung hängt wiederum von den Fähigkeiten der für die Geldanlage Verantwortlichen ab.

Garantierte Ablaufleistung gibt Hinweis auf Qualität des Versicherers

Obwohl alle Versicherer auf den gleichen Garantiezins zurückgreifen müssen, zeigen sich bereits bei der garantierten Ablaufleistung deutliche Qualitätsunterschiede. Diese lassen einen ersten Eindruck über die prognostizierte Ablaufleistung zu. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass die Versicherer mit den besten Garantiewerten am Ende auch die tatsächlich höchsten Ablaufleistungen einschließlich Schlussgewinnanteil und erwirtschafteter Überschüsse vorweisen konnten.

Fondsgebundene Vorsorgelösungen

Sowohl bei fondsgebundenen Lebensversicherungen als auch bei fondsgebundenen Rentenversicherungen bieten die Versicherungsgesellschaften von sich aus ihren Kunden gewisse Garantien in Bezug auf die Ablaufleistung, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden:

  • Am weitesten ist die Beitragsgarantie verbreitet. Diese sichert dem Kunden auch bei einem völligen Tiefststand der Börsen am Fälligkeitstag auf jeden Fall die Auszahlung der eingezahlten Beiträge zu.
  • Wesentlich attraktiver ist jedoch die Höchststandsgarantie. Bei dieser Variante erhält der Kunde die Versicherungsleistung zu dem Kurs ausgezahlt, welcher während der Laufzeit der höchste war.
  • Davon abweichend bieten einige Anbieter auch an, dass keine monetäre Leistung gezahlt wird, sondern der Anleger die Fondsanteile in ein Depot gebucht bekommt.

Ein Vergleich einer klassischen Lebensversicherung mit einer Fondspolice über einen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr zeigt: Die durchschnittliche Rendite von Fondspolicen liegt bei sechs Prozent, was einen deutlichen Vorteil gegenüber der Kapitalvariante bedeutet. Nach wie vor erzielen Aktienfonds langfristig deutlich bessere Renditen.

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