Verbraucher-Atlas: Zusatzbeitrag Krankenkasse

Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung

In welchem Bundesland gibt es den niedrigsten Zusatzbeitrag? Jede Krankenkasse legt den Zusatzbeitrag selbst fest. Viele Anbieter sind jedoch nur in einigen Bundesländern aktiv. Dadurch ergeben sich Unterschiede beim niedrigsten Zusatzbeitrag.

Günstige Krankenkasse – teure Krankenkasse

Wer in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist, zahlt an seine Krankenkasse einen bestimmten Prozentsatz vom Einkommen als monatlichen Beitrag. Der besteht aus dem gesetzlichen festgeschriebenen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und einem Zusatzbeitrag, den die jeweilige Krankenkasse selbst festlegt. Der Zusatzbeitrag der 81 Krankenkassen in Deutschland variiert zwischen 0,3 und 1,7 Prozent.

Zusatzbeitrag: Was ändert sich 2019?

Bislang mussten Krankenkassenmitglieder den Krankenkassen-individuellen Zusatzbeitrag alleine übernehmen. Mit dem Start ins neue Jahr ändert sich das. Dann wird dieser Zusatzbeitrag ebenfalls von Arbeitnehmern und Arbeitgebern je zur Hälfte getragen. Diese vom Bundeskabinett beschlossene „paritätische Finanzierung“ entlastet die Versicherten, sodass am Ende des Monats den Arbeitnehmern mehr Netto vom Brutto ausgezahlt wird. Abgeschafft ist der Zusatzbeitrag aber damit nicht. Der allgemeine Beitrag von 14,6 Prozent wurde schon immer paritätisch finanziert.

Zusatzbeitrag: Wo wird es teurer, wo günstiger?

Zum Jahreswechsel legen die Krankenkassen den Zusatzbeitrag fest. Der Großteil der Versicherten dürfen sich über stabile beziehungsweise sinkende Krankenkassentarife freuen. Im Jahr 2019 senken insgesamt 25 Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge, während 4 diese erhöhen. Die günstigste Krankenkasse, die bundesweit geöffnet ist, erhebt einen Zusatzbeitrag von 0,39 Prozent (14,99 Prozent insgesamt). Der teuerste bundesweit geöffnete Anbieter verlangt 1,7 Prozent (16,30 Prozent insgesamt). Dieser Anbieter hat aber bereits eine Senkung für den 1. April 2019 angekündigt. Im Durchschnitt aller Krankenkassen liegt der Zusatzbeitrag knapp über 1,0 Prozent.

Einige Krankenkassen sind nicht bundesweit, sondern nur in bestimmten Bundesländern aktiv. Deshalb ist das günstigste Angebot, das Krankenkassenmitglieder wählen können, nicht überall gleich. Ganz vorn liegen Sachsen-Anhalt mit einem Zusatzbeitrag von 0,30 Prozent sowie Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit 0,35 Prozent. In allen anderen Bundesländern ist der günstigste regionale Anbieter teurer als die günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse.

Krankenkassen-Zusatzbeitrag 2019

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Zusatzbeiträge bei der AOK

Auch die Ortskrankenkassen legen die Zusatzbeiträge selbst fest. Dabei gibt es deutliche Unterschiede – einige Anbieter sind regional sehr günstig.

Wo erheben Ortskassen die höchsten Zusatzbeiträge?

Bis zu 381 Euro Unterschied im Jahr

Die Wahl der Krankenkasse macht sich aufgrund des Zusatzbeitrages auch im Portmonee bemerkbar. Bei einem Jahreseinkommen von 36.000 Euro brutto ergibt das eine Differenz von 252 Euro zwischen der teuersten und günstigsten Krankenkasse. Bei Einkommen über 54.450 Euro (Höchstgrenze für Krankenkassenbeiträge) erreicht die Spanne bereits 381 Euro.

Doch selbst bei einem Wechsel aus einer Krankenkassenkasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent lässt sich sparen. Wer dann in die derzeit günstigste, bundesweit geöffnete Krankenkasse (0,39 Prozent) wechselt, für den ergibt sich bei einem Einkommen ab 54.450 Euro immerhin eine jährliche Ersparnis von gut 166 Euro.

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Da Krankenversicherungsbeiträge steuerlich absetzbar sind, wirkt sich die Differenz beim Nettoeinkommen weniger stark aus – je nach Steuerklasse. Für gesetzlich Krankenversicherte kann sich ein Vergleich der Krankenkasse lohnen, um den günstigsten Anbieter zu finden. 95 Prozent der Grundleistungen der Krankenkassen sind gesetzlich festgeschrieben und damit identisch. Dennoch unterscheiden sich die Krankenkassen bei einigen Zusatzleistungen – wie Schutzimpfungen vor Reisen, zusätzlichen Untersuchungen in der Schwangerschaft oder Homöopathie. Wer darauf Wert legt, sollte vor einem Wechsel der Krankenkasse auch die Leistungen vergleichen.

Wie schnell kann ich kündigen?

Die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse können Versicherte in der Regel mit einer Frist von 2 Monaten zum Monatsende kündigen. Es gelten Ausnahmen, wenn die Verbraucher weniger als 18 Monate Mitglied der Kasse sind oder sie einen Wahltarif gewählt haben. Wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht, können auch diese Mitglieder den Anbieter mit einer Frist von 2 Monaten zum Monatsende wechseln. Lediglich beim Krankengeld-Wahltarif gilt generell die Mindestlaufzeit.

Welche Versicherungen brauche ich?

Die Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht. Aber auch andere Versicherungen sollten Verbraucher haben, um sich und ihre Familie zu schützen. Welche Sie unbedingt abschließen sollten und auf welche Sie verzichten können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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