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Interesse an Ökostrom deutlich gesunken

12.03.2018 | 08:38

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Nur noch rund 36 Prozent der Verbraucher, die im letzten Jahr über das Vergleichsportal Verivox ihren Stromanbieter gewechselt haben, entschieden sich für einen Ökostrom-Tarif. Das sind 40 Prozentpunkte weniger als 2012 – dem Jahr nach der Katastrophe von Fukushima. Das Interesse an Ökostrom ist zudem regional höchst unterschiedlich verteilt. In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg entscheiden sich Verbraucher sehr häufig für grünen Strom, in Niedersachsen, Saarland und Rheinland-Pfalz hingegen eher selten.

Ökostromnachfrage seit Jahren konstant rückläufig

„Seit dem Höhepunkt der Nachfrage nach Ökostrom im Anschluss an die Atom-Katastrophe in Fukushima vor sieben Jahren beobachten wir ein stetig abnehmendes Interesse an Ökostromtarifen“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox.

Die Energiewende unterstützen private Verbraucher aber indirekt: Die Ökostrom-Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energie finanziert wird, ist seit 2012 um rund 50 Prozent gestiegen. Aktuell beträgt sie 6,79 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Eine Familie mit einem Verbrauch von 4.000 kWh bezahlt so 272 Euro pro Jahr für die Energiewende.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Nachfrage nach Ökostromtarifen ist regional unterschiedlich verteilt. Die höchsten Ökostrom-Quoten werden in Berlin (53 Prozent) und Hamburg (51 Prozent) erreicht. Darauf folgen Bremen mit 40 Prozent und Brandenburg mit 38 Prozent.

„Dass die Stadtstaaten hier die Nase vorn haben, hat wohl verschiedene Gründe“, sagt Mathias Köster-Niechziol. „Genauso wie bei Bio-Lebensmitteln scheinen Stadtbewohner auch eher zu Ökostrom-Produkten zu greifen als Verbraucher in ländlichen Gebieten. Gleichzeitig handelt es sich bei den Großstädten um hart umkämpfte Strommärkte. Die Stromversorger können sich mit Öko-Siegeln von der Konkurrenz abheben.“

Den niedrigsten Anteil von Wechseln zu einem Ökostromtarif gibt es in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen (je 32 Prozent).

Ökostrom-Tarife deutlich günstiger als Grundversorgung

Im Vergleich zu den Strompreisen in der örtlichen Grundversorgung lohnt sich der Wechsel zu einem Ökostromtarif mit Gütesiegel auch finanziell. Wer sich noch nie um einen günstigeren Stromtarif gekümmert hat, kann durch den Wechsel zu einem Ökostromtarif mit Gütesiegel bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden im bundesdeutschen Durchschnitt aktuell rund 300 Euro einsparen.