Der so genannte Generationenvertrag ist kein real existierendes Vertragswerk, sondern die wirtschaftliche Basis einer nach dem Solidarprinzip arbeitenden gesetzlichen Rentenversicherung. Vereinfacht gesagt, zahlen die Berufstätigen ihre Beiträge für die Rente der Älteren. Da sie also nicht für ihre eigene Rente zahlen, erwarten sie, dass die nachfolgende Generation wiederum ihre Altersrente finanziert – so lautet das Prinzip. Der niemals niedergeschriebene Generationenvertrag basiert auf einem gesellschaftlichen Konsens und setzt das solidarische Verhalten der Generationen untereinander voraus.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Zukunft wird es mehr Rentner und weniger Beitragszahler geben.
  • Durch sinkende Rentenauszahlungen ist es wichtig, privat fürs Alter vorzusorgen.
  • Die Riester-Rente ist nur ein Beispiel, zur privaten Altersvorsorge.

Generationenvertrag: Das Solidarprinzip droht zu bröckeln

Nicht nur die gesetzliche Rente basiert auf dem Prinzip des Generationenvertrages, sondern auch die Pflegeversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung. Inzwischen ist jedoch ein zunehmendes Ungleichgewicht bei der Umverteilung festzustellen, da immer weniger junge Menschen für immer mehr Rentner einzahlen.

Ein Ruheständler, der heute seine Rente bekommt, hat diese nicht direkt angespart, wie oftmals angenommen, sondern durch seine Rentenzahlungen die Rente seiner Elterngeneration aufgebracht. Wer im Berufsleben steht und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann also nicht davon ausgehen, dass seine eigene Rente abgedeckt ist. Die Menschen, die für seine Rentenzahlung aufkommen müssen, wurden unter Umständen noch gar nicht geboren.

Mehr Rentner – weniger Beitragszahler

Die Höhe der Beiträge für eine Rentenversicherung und auch die Höhe der Rente sind abhängig von der Entwicklung der allgemeinen Altersstruktur. Es wird prognostiziert, dass 2030 fast jeder dritte Deutsche über 60 Jahre alt sein wird. Demnach würden im Jahr 2030 ungefähr 84 Rentner von der gleichen Anzahl Beschäftigter finanziert werden müssen. Damit das Umlageverfahren nicht gefährdet wird, ist eine Erhöhung der Rentenbeiträge nicht auszuschließen - bei gleichzeitig sinkenden Rentenleistungen. Die Folge davon ist immer häufiger Altersarmut - vor allem dann, wenn nicht zusätzlich privat vorgesorgt werden konnte.

Bedeutung für die gesetzliche Rente

Es ist davon auszugehen, dass die Rentenauszahlungshöhen immer weiter sinken und zudem das Renteneinstiegsalter immer weiter nach oben verschoben werden wird. Weil der Generationenvertrag künftig keine im Alter ausreichende gesetzliche Rente mehr gewährleisten kann, möchte die Regierung mit diversen Fördermaßnahmen die Menschen für eine private Rente gewinnen. Bekannt ist die Riester-Rente, die sich aber nicht in jedem Fall eignet. Es gibt diverse Möglichkeiten der Altersvorsorge; diese sollten aber konkret auf den jeweiligen Fall ausgerechnet werden. Eine persönliche und fachlich qualifizierte Beratung ist hierbei unabdinglich.

Bevorzugung kinderloser Menschen

Der Generationenvertrag wird bisweilen deshalb kritisiert, weil er kinderlose Menschen bevorzugt. Denn im Regelfall können Kinderlose wesentlich mehr Rücklagen bilden als Menschen, die Kinder aufziehen. Weil diese Kinder aber auch für die Rente der kinderlosen Mitglieder der vorherigen Generation sorgen, minimiert sich wiederum die Höhe der Rente ihrer eigenen Eltern.

Die Benachteiligung der Eltern liegt jedoch nicht nur darin, dass sie oft nicht ausreichend Rücklagen haben bilden können. Hinzu kommt, dass sie durch die Doppelbelastung – Beruf und Kinder – zum Teil weniger arbeiten konnten und deshalb eine geringere Rentenanwartschaft bildeten. Dies trifft insbesondere auf Mütter zu, die länger im Beruf pausierten und später häufig nur in Teilzeitjobs wieder in den Beruf einsteigen.