Zinssenkung belastet die Sparer

08.05.2013 | 12:20

Heidelberg. Die Europäische Zentralbank hat in der vergangenen Woche den Leitzins für den Euroraum auf ein neues Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt. Und auch bei den Anlagezinsen ist kein Ende der Talfahrt in Sicht: Der Abwärtstrend beim Tages- und Festgeld setzt sich weiter fort.

„Banken und Sparkassen haben unmittelbar auf die Leitzinssenkung reagiert und die Zinsen für Tagesgeld weiter nach unten angepasst“, sagt Ingo Weber, Chief Financial Officer des unabhängigen Vergleichsportals Verivox. Eine entsprechende Analyse hat ergeben, dass bis zum heutigen Tag bereits 84 Kreditinstitute den Zinssatz um durchschnittlich 0,15 Prozent gesenkt haben.

Tagesgeld: Deutlicher Zinsrückgang

Eine weitere bittere Pille für Sparer, denn schon im vergangenen Jahr waren die Zinsen deutlich gesunken: Ganze 42 Prozent Einbuße mussten Anleger beim Tagesgeld durchschnittlich hinnehmen. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Quartal 2013 fort. Der durchschnittliche Tagesgeldzins fiel von 0,51 Prozent im Januar auf 0,46 Prozent im März. Das entspricht einem Zinsrückgang um 9,8 Prozent innerhalb des ersten Trimesters.

Die Analyse des unabhängigen Vergleichsportals Verivox zeigt, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Angeboten der bundesweit tätigen Institute einerseits und den Regionalbanken andererseits gibt. Lag der Durchschnittszins zwischen Anfang Januar und Ende März bei den Regionalbanken bei lediglich 0,39 Prozent, zahlten die bundesweit agierenden Geldhäuser im Schnitt 1,01 Prozent aufs Tagesgeld.

Trendwende nicht in Sicht

„Eine positive Trendwende ist vorerst nicht zu erwarten“, sagt Ingo Weber. „Im Gegenteil: Die Zinsen auf Geldanlagen werden sukzessive weiter fallen. Deshalb sollten Sparer gerade jetzt die Angebote vergleichen. Damit unterm Strich noch etwas übrig bleibt, muss die Verzinsung über der Inflationsrate von derzeit 1,2 Prozent liegen. Andernfalls frisst die Geldentwertung die Guthabenzinsen komplett auf. Für Sparer ein Minusgeschäft“, so Weber weiter.

Festgeld: bundesweit schlägt regional

Auch die Zinsen auf Festgeld sind gesunken. Während Sparer im Januar für ein Festgeld mit einer Laufzeit von drei Jahren im Durchschnitt noch 0,81 Prozent erhielten, waren es im März nur noch 0,77 Prozent. Analog zum Tagesgeld unterscheiden sich auch die regionalen und bundesweiten Festgeldangebote deutlich. Erhielten Anleger bei Regionalbanken im Schnitt nur 0,61 Prozent auf eine dreijährige Festgeldanlage, konnten Kunden bundesweit tätiger Institute beinahe den dreifachen Zins einstreichen (1,68 Prozent).