Umfrage: Jeder Fünfte würde sich Geld für Weihnachtsgeschenke leihen

14.12.2015 | 10:38

Heidelberg – Im vergangenen Jahr haben die Deutschen durchschnittlich 285 Euro* in Weihnachtsgeschenke investiert. Rund jeder fünfte Verbraucher ist sogar bereit, sich für die Geschenke Geld zu leihen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag des unabhängigen Verbraucherportals Verivox hervor. Für 79 Prozent der Befragten kommt es nicht in Frage, dafür einen Kredit aufzunehmen.

11 Prozent würden den Dispokredit für Geschenke nutzen

Gefragt nach der Art der Kreditaufnahme würden 11 Prozent aller Befragten ihren Dispokredit nutzen. Eine Finanzierung über den Händler kommt für 6 Prozent in Frage, ein zusätzlicher Ratenkredit oder ein Privatkredit bei Familie oder Freunden für jeweils 4 Prozent.

Januar: 8 Prozent rutschen stärker in den Dispo

Nach Weihnachtsfest und Jahreswechsel stehen zusätzliche Ausgaben – wie für Versicherungen oder Winterurlaub – an. Immerhin 8 Prozent nutzen ihren Dispokredit dann stärker als im Rest des Jahres. Hochgerechnet auf die 102 Millionen Girokonten, die die Bundesbank für 2014 ausweist, könnten davon bis zu 8 Millionen Konten betroffen sein. Die Mehrheit ändert im Januar jedoch nichts an der Nutzung des Dispokredits. Sie nutzt ihn entweder gar nicht oder zumindest nicht stärker als im Rest des Jahres.

Rund jeder zehnte Verbraucher dauerhaft im Dispokredit

Insgesamt hat mehr als jeder zweite Verbraucher schon Erfahrungen mit dem Dispo gemacht. 11 Prozent geben an, fast immer im Dispokredit zu stehen. 16 Prozent nehmen ihn gelegentlich in Anspruch und 29 Prozent selten.

Anstatt Zinsen für einen teuren Dispokredit zu bezahlen, kann eine Umschuldung sinnvoll sein. „Wenn finanzielle Engpässe absehbar sind, können Verbraucher schon vorher reagieren und sich um einen günstigeren Ratenkredit kümmern, statt dauerhaft den teuren Dispokredit zu nutzen“, sagt Ingo Weber, Geschäftsführer von Verivox. Das neue Finanzpolster sollte dann allerdings nicht für weitere Ausgaben genutzt werden, sondern lediglich zur Kredittilgung. „Ansonsten empfiehlt es sich, vor allem langlebige Güter mit Kredit zu finanzieren. Dazu zählen Weihnachtsgeschenke meist nicht“, sagt Ingo Weber.

Umschulden: Sparpotenzial weitgehend unterschätzt

Wer beispielsweise 3.000 Euro vom Dispo- in einen Ratenkredit umschuldet, spart bis zu 358 Euro Zinsen im Laufe von drei Jahren. Die durchschnittlichen Dispozinsen liegen laut einer Auswertung von Stiftung Warentest (08/2015) bei 10,25 Prozent. Dagegen können Verbraucher einen Ratenkredit schon für einen effektiven Festzins von 2,51 Prozent erhalten und zahlen 117 Euro Zinsen – bei dreijähriger Kreditlaufzeit. Wer im selben Zeitraum seinen Dispokredit um 3.000 Euro absenkt, zahlt 475 Euro Zinsen, also 358 Euro mehr.

Die Umfrageteilnehmer wurden auch nach dem maximalen Sparpotenzial beim Umschulden befragt. Lediglich 8 Prozent schätzen es richtig ein. 50 Prozent unterschätzten es oder glaubten gar nicht an ein Sparpotenzial, 13 Prozent überschätzten es.

Methodik

Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung zwischen dem 18.11 und dem 20.11.2015 nahmen 2021 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

*Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung