Neue iPhones schalten ungefragt auf kostenpflichtige Internetnutzung um

06.10.2015 | 09:36

Heidelberg. Die kürzlich vorgestellten neuen iPhone-Modelle bringen einige interessante Features mit – aus Sicht vieler Nutzer aber auch ein Ärgernis: Der sogenannte „WLAN-Assistent“ schaltet ohne Benachrichtigung des Anwenders auf eine kostenpflichtige Internetnutzung um. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox klärt auf und benennt die Vor- und Nachteile der Funktion.

Auch Updates älterer Geräte sind betroffen

Die Funktion „WLAN Assist“ ist in den neuen iPhones ab Werk integriert und wird auch bei einem Update älterer Geräte auf das Betriebssystem iOS 9 aktiv. Sie erlaubt, dass das Smartphone Daten über das Mobilfunknetz ziehen kann, falls die Versorgung per WLAN „schlecht“ sein sollte. Statt im kostenlosen WLAN-Netz surft der Nutzer dann über das kostenpflichtige Mobilfunknetz und sammelt zusätzliches Datenvolumen an.

Telekommunikationsexperte Sven Ehrmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox, sieht Vor- und Nachteile der Funktion je nach persönlichem Surfprofil: „Wer Wert auf eine möglichst stabile Verbindung zum Versand großer Datenmengen legt, wird ‚WLAN Assist‘ womöglich begrüßen. Wer hingegen Datenvolumen sparen möchte, sollte die Funktion ausschalten. Vorsicht geboten ist insbesondere bei der mobilen Datennutzung im Ausland, denn hier fallen meist höhere Gebühren als im Inland an.“

Definition schlechten Empfangs ist unklar

Weil Apple auf einen Warnhinweis verzichtet, wenn das iPhone vom WLAN-Netz ins Mobilfunknetz wechselt, bemerken Anwender das Umschalten in aller Regel nicht. Unklar ist zudem, wie Apple „schlechten WLAN-Empfang“ definiert, also nach welchen Kriterien der WLAN-Assistent eingreift.

Zur Deaktivierung der WLAN-Assist-Funktion gelangen Nutzer am Ende der Liste unter „Einstellungen – Mobiles Netz“.