Diese 7 Dinge ändern sich 2016 für Verbraucher

29.12.2015 | 09:15

Heidelberg - Alle Jahre wieder starten wir mit guten Vorsätzen in das neue Jahr. Und alle Jahre wieder gibt es Änderungen bei den Verträgen rund um den Haushalt. So wird 2016 die Smartphone-Nutzung im EU-Ausland günstiger, Krankenkassen verlangen mehr Zusatzbeitrag und die Atempause bei den Strompreisen ist mancherorts schon wieder vorbei. Einige Neuerungen aus den Bereichen Telekommunikation, Finanzen und Versicherung sowie Energie stellt das unabhängige Verbraucherportal Verivox vor.

Roaming-Gebühren adé

Endlich können wir auch im Urlaub entspannt telefonieren, ohne ständig die Kosten im Blick behalten zu müssen. Oder zumindest fast, denn ab dem 30. April 2016 werden die Roaming-Gebühren so günstig wie nie. Telefonieren, Simsen und Surfen im Ausland werden im Schnitt auf ein Viertel reduziert. Während abgehende Gespräche innerhalb der EU bisher noch 22,61 Cent/Minute kosten, sind es dann nur noch 5,95 Cent. Die Kosten für Daten sinken von 23,8 Cent/Mbit auf 5,95 Cent. Ab dem 15. Juni 2017 werden die Gebühren fast komplett gestrichen werden. Nur für Vielnutzer ist noch eine Sonderregelung geplant.

Vectoring: Noch mehr Speed beim Surfen

Das Internet wird im kommenden Jahr für viele noch rasanter. Dann soll das herkömmliche Kupferleitungsnetz im großen Umfang aufgerüstet werden – ganz ohne Grabungsarbeiten. Mit der sogenannten Vectoring-Technik werden Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht – das ist doppelt so viel wie bisher bei VDSL und schließt die Geschwindigkeitslücke zu den Kabelnetzen.

Gehirnjogging: 22 Zahlen werden Pflicht

Zwei Jahre lang hatten wir Zeit, um uns die 22-stellige IBAN zu merken. Ab Februar 2016 wird die internationale Kontonummer nun für alle Bankkunden zur Pflicht. Wo Verbraucher bisher noch zwischen IBAN und herkömmlicher Kontonummer mit Bankleitzahl wählen konnten, gibt es dann nur noch eine Möglichkeit. Das neue europaweite Zahlungssystem SEPA (Single Euro Payments Area) sorgt für diesen einheitlichen Zahlungsraum für Euro-Transaktionen.

Kein Umzugsstress mehr beim Kontowechsel

Die Regierung möchte den Wechsel des Girokontos für Verbraucher einfacher gestalten und plant aktuell ein Gesetz. Bankkunden könnten zukünftig von einem „Umzugs-Service“ profitieren. Die neue Bank würde dann alle Lastschriften und Daueraufträge auf das neue Konto umbuchen.

Der Kontowechsel kann laut einer Modellrechnung von Verivox bis zu 140 Euro pro Jahr einsparen.

Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen

Zahlreiche Krankenkassen haben für 2016 höhere Zusatzbeiträge bekannt gegeben. Der größte Anstieg liegt bei 0,7 Prozent. Bei einem Einkommen von 50.850 Euro – die Höchstgrenze für Krankenkassenbeiträge – entspricht das einer Mehrbelastung von 356 Euro jährlich. Die meisten Krankenkassen haben die Erhöhung von 0,2 Prozent nicht überschritten, die der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes prognostiziert hatte.

Die Spanne des Zusatzbeitrages reicht von 0 Prozent (bei einem regionalen Anbieter) bis 1,5 Prozent. Bei einem Einkommen von 50.850 Euro ergibt das eine Differenz von 763 Euro zwischen einer teuren und einer günstigen Krankenkasse.

Verschnaufpause beim Strompreis ist vorbei

Auf die Preissenkungen des Jahres 2015 folgen zum Jahreswechsel vielerorts wieder Preiserhöhungen. Verantwortlich hierfür sind in erster Linie steigende staatliche Umlagen und die Kosten der Stromnetze.

Zum 1. Januar 2016 haben 140 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 2,8 Prozent angekündigt. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von 33 Euro. 49 Versorger haben Preissenkungen von 2,2 Prozent angekündigt.

Gas: Preissenkungen kommen nicht bei allen Kunden an

Der Rückgang der Gaspreise im Jahr 2015 setzt sich auch über den Jahreswechsel hinaus fort. Dies ist in erster Linie auf sinkende Beschaffungspreise der Versorger zurückzuführen.

Zum 1. Januar 2016 haben 193 Gasversorger Preissenkungen von durchschnittlich 4,7 Prozent angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet dies eine Entlastung der jährlichen Gasrechnung um 66 Euro. 16 Anbieter wollen ihre Preise um durchschnittlich 3,7 Prozent erhöhen.

Allerdings profitieren bei Weitem nicht alle Kunden von sinkenden Preisen. Die Preisunterschiede im Markt sind groß. Eine Familie mit 20.000 kWh Jahresverbrauch kann durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten Angebot über 600 Euro sparen und damit zehn Mal so viel wie durch die durchschnittlichen Preissenkungen zum Jahreswechsel.