Auto: Wo fahren Deutschlands Kilometerkönige?

11.07.2018 | 16:26

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Großstädter fahren wenig mit dem Auto. Dafür sorgen die Pendler aus Landkreisen rund um die Metropolen für Hochbetrieb. Das zeigt eine Analyse der jährlichen Fahrstrecke privat genutzter Pkw durch das Vergleichsportal Verivox. In den Gebieten um Berlin, Hamburg und München fahren die Autobesitzer 2.000 bis 3.000 Kilometer weiter als in den Zentren.

Pendler sorgen für Kilometer rund um Ballungsgebiete

Auf der Deutschland-Karte zeichnet sich der Pendlerbereich mit den größeren Fahrstrecken besonders rund um München ab. Dass „Erwerbstätige aus Ballungsräumen längere Wege haben“, hatte auch das Statistische Bundesamt in einer Untersuchung festgestellt. Im Ruhrgebiet zeigt sich das allerdings nicht bei den Autofahrten – so die Verivox-Auswertung. Hier sind viele Pendler vermutlich mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs.

Kilometerkönige in ländlichen Gebieten

Neben den Pendlerströmen spielt auch die Einwohnerdichte eine Rolle. Autofahrer in einigen dünner besiedelten Gebieten legen die größten Strecken zurück. Spitzenreiter ist der Landkreis Tirschenreuth in der bayerischen Oberpfalz mit über 14.700 Kilometer pro Jahr. Auf den weiteren Plätzen folgen der Heidekreis (Niedersachsen), der Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt), die Kreise St. Wendel (Saarland), Landsberg am Lech (Bayern), Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) und Rotenburg/Wümme (Niedersachsen) – alle knacken die 14.000-Kilometer-Marke.

Im Südwesten ist die jährliche Fahrstrecke niedriger: Die Ballung von Industriebetrieben macht weite Pendelstrecken vermutlich nicht so oft notwendig. Auch die Städte mit den geringsten Fahrstrecken sind von Industrie geprägt: Nur die Autofahrer aus Ingolstadt und Ludwigshafen fahren durchschnittlich weniger als 10.000 Kilometer im Jahr.

Viele Kilometer – höhere Versicherungskosten

Bei der Kfz-Versicherung müssen Autofahrer angeben, wie viele Kilometer sie jährlich fahren. Die Laufleistung wirkt sich damit direkt auf den Versicherungsbeitrag aus. „Für die Autoversicherer erhöht sich mit höherer Fahrleistung das statistische Schadenrisiko“, erklärt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Damit steigt auch der Kfz-Beitrag.“

Methodik

Für das Ranking wurden alle über Verivox vom Juni 2016 bis Mai 2018 abgeschlossenen Kfz-Versicherungsverträge anonymisiert ausgewertet.