Der Begriff Restverrentung ist im Grunde leicht erklärt. Ein Sparer hat eine Summe in einem Banksparplan oder Investmentfonds abgeschlossen. Mit dem Eintritt des Rentenalters beginnt er, Zahlungen aus diesem Sparplan zu entnehmen. Um jedoch sicherzustellen, dass das Kapital nicht eines Tages aufgezehrt wird, wandelt er das Guthaben in eine Rentenversicherung mit Beginn ab dem 85. Lebensjahr um. Die Leistung aus der Rentenversicherung erfolgt zeitlich unbegrenzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der größte Vorteil der Restverrentung ist, dass es zu keinem vorzeitigen Kapitalverzehr kommt.
  • Ohne vertraglich vereinbarte Garantiezeit verfällt allerdings das gesamte Gutbhaben, falls der Rentenbezieher stirbt.
  • Die Restverrentung sollte im Vorfeld genauestens kalkuliert werden, damit die Rendite am Ende nicht niedriger ist, als geplant.

Vorteile der Restverrentung

Wie fast jedes Finanzprodukt hat auch die Restverrentung Vorteile und Nachteile. Der Vorteil liegt ganz klar darin, dass es zu keinem vorzeitigen Kapitalverzehr kommt. Der Verkauf von Investmentfondsanteilen besteuert die Kursgewinne mit 25 Prozent Abgeltungssteuer, während bei der Rentenzahlung nur der Ertragsanteil der Besteuerung unterliegt. Der Ertragsanteil richtet sich in der Höhe nach dem Rentenbeginnalter und beträgt bei einer 85jährigen Person gerade noch fünf Prozent. Diese fünf Prozent aus der Rentenleistung werden mit dem persönlichen Steuersatz belegt.

Nachteile der Restverrentung

Private Rentenversicherungen existieren in zwei Varianten, die auch für die Restverrentung Gültigkeit besitzen. Variante eins berücksichtigt eine Garantiezeit, Variante zwei verzichtet darauf. Verstirbt der Rentenbezieher ohne, dass im Vertrag eine Garantiezeit vereinbart wurde, nach beispielsweise einem Jahr, verfällt das gesamte Guthaben. Wurde eine Garantiezeit von beispielsweise zehn Jahren vereinbart, erhalten die Erben die Differenz zwischen bereits gezahlter Rente und der Summe, welche über zehn Jahre fällig gewesen wäre, ausgezahlt. Verstirbt der Bezieher nach elf Jahren, verfällt ein mögliches noch verbliebenes Guthaben.

Garantievereinbarung geht zulasten der Rendite

Versicherungsnehmer müssen sich darüber im Klaren sein, dass jede Vereinbarung, die zusätzliche Sicherheit bietet, bei einer Restverrentung zulasten der Rentenhöhe und damit der Rendite geht. Die Rentabilität einer Restverrentung muss daher mit sehr spitzer Feder kalkuliert werden, der Steuervorteil muss nicht unbedingt das ausschlaggebende Kriterium sein.

Riestersparen und Restverrentung

Sparer, welche die Riesterförderung im Rahmen eines Riester-Banksparplans oder eines Investmentsparplans nutzen, haben bei diesen Anlageformen automatisch eine Restverrentung integriert. Die Riester-Rente sieht eine lebenslange garantierte Zahlung vor. Diese kann aber nur durch das Konstrukt einer Rentenversicherung, nicht durch Sparpläne sichergestellt werden. Aus diesem Grund greifen Banken und Fondsgesellschaften gezwungenermaßen auf die Restverrentung zurück.