Das Für und Wider einer Restschuldversicherung

Ratgeber / Finanzen

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Was ist eine Restschuldversicherung?

Eine Restschuldversicherung sichert den Kreditnehmer und seine Angehörigen vor einer unverschuldeten Zahlungsunfähigkeit ab. Ist der Kreditnehmer aufgrund von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Scheidung oder Tod nicht länger in der Lage, die fälligen Kreditraten zu begleichen, übernimmt eine Restschuldversicherung die ausstehenden Zahlungen. Sie wird von Kreditinstituten gerne mit dem Abschluss von Ratenkrediten, Auto- und Baufinanzierungen sowie Darlehen empfohlen. Eine verständliche Vorgehensweise - schützt die Restschuldversicherung doch nicht nur den Kreditnehmer für den Fall der Fälle, sondern auch die Kredit ausgebende Bank vor Zahlungsausfällen. Aber wie sinnvoll ist eine Restschuldversicherung wirklich?

Leistungsumfang beachten

Der Leistungsumfang variiert von Versicherer zu Versicherer. Häufig kann der Versicherungsnehmer zwischen verschiedenen Optionen wählen.

Option 1: Die Versicherung greift ausschließlich im Todesfall.

Option 2: Der Versicherungsnehmer ist gegen Arbeitsunfähigkeit und Tod abgesichert.

Option 3: Umfassender Versicherungsschutz bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Scheidung und Tod.

Versicherungsschutz besteht für die Dauer der Kreditlaufzeit. Aber Achtung: Bei Abschluss einer Restschuldversicherung ist zu berücksichtigen, dass vertraglich festgelegte Warte- und Karenzzeiten sowie Leistungsbegrenzungen und -ausschlüsse einem sofortigen und umfassenden Schutz entgegenstehen. So leistet die Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit meist nur, wenn diese frühestens drei Monate nach Vertragsbeginn eintritt und zusätzlich eine dreimonatige Karenzzeit eingehalten wurde. Die Leistungsdauer bei Arbeitslosigkeit ist in der Regel auf 18 Monate beschränkt. Die folgende Übersicht zeigt verbreitete Leistungseinschränkungen und Ausschlüsse:

Versicherungsfall Leistungsumfang Wartezeit1 / Karenzzeit2 Ausschlüsse3
Tod Zahlung der vereinbarten Versicherungssumme oder Übernahme der ausstehenden Raten - / - Ausschlussklausel
Arbeitslosigkeit Übernahme der Raten für max. 18 Monate 1-6 Monate / 3 Monate Vorsätzliche Herbeiführung, zum Beispiel durch eigenmächtige Kündigung
Arbeitsunfähigkeit Übernahme der verbliebenen Raten - / 6 Wochen Ausschlussklausel
Scheidung Einmalzahlung in vertraglich festgelegter Höhe nach rechtskräftiger Scheidung 3 Monate / - Keine Leistungen bei Versicherungsabschluss im Trennungsjahr

1 Wartezeit: Zeitraum zwischen Vertragsbeginn und Beginn des Versicherungsschutzes.

2 Karenzzeit: Zeitraum zwischen Versicherungsfall und Leistungsbeginn.

3 Ausschlussklausel: Die Leistungspflicht des Versicherers entfällt, sofern der Versicherungsfall innerhalb von zwei Jahren nach Versicherungsbeginn eintritt und mit einer Vorerkrankung im Zusammenhang steht, die innerhalb der letzten zwölf Monate vor Versicherungsbeginn ärztlich beraten oder behandelt wurde.

Darüber hinaus ist der Abschluss einer Restschuldversicherung und der daraus resultierende Leistungsanspruch häufig nur bis zu einem bestimmten Lebensalter möglich.

Vorhandene Versicherungen und Kreditlaufzeit prüfen

Bestehenden Versicherungsschutz prüfen

Eine Restschuldversicherung ist dem Wesen nach eine Risikolebensversicherung. Besteht bereits Versicherungsschutz durch eine Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung, ist eine Restschuldversicherung in der Regel unnötig. Zumal die Kosten für die genannten Versicherungen deutlich niedriger ausfallen. Es lohnt sich also, vorab den Leistungsumfang von bestehenden Versicherungen zu prüfen, bevor die Entscheidung für oder gegen eine Restschuldversicherung getroffen wird.

Das Verhältnis zwischen Kreditlaufzeit und Kreditkosten muss stimmen

Die Kosten für eine Restschuldversicherung sind zum einen abhängig vom Umfang des versicherten Risikos, zum anderen von der Kreditlaufzeit und der Kredithöhe. Gerade bei Ratenkrediten mit geringer Kredithöhe und Kreditlaufzeit ist der Abschluss einer Restschuldversicherung mit einer enormen Steigerung der Kosten verbunden, die in der Regel in keinem Verhältnis zum versicherten Risiko steht.

Mit dem Kreditrechner zum passenden Ratenkredit

Wer jedoch eine hohe Kreditsumme aufnehmen möchte beziehungsweise einen Baukredit oder eine Immobilienfinanzierung plant, die über viele Jahre oder gar Jahrzehnte zurückgezahlt werden muss, sollte den Abschluss einer Restschuldversicherung in Erwägung ziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb einer langen Kreditlaufzeit ein versichertes Ereignis eintrifft, ist um ein Vielfaches höher als bei kurzen Kreditlaufzeiten.

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Restschuldversicherung selten eine Kreditvoraussetzung

Gerne verweisen Banken auf die Vorteile einer Restschuldversicherung und geben dem Interessenten nicht selten das Gefühl, der Versicherungsabschluss habe unmittelbaren Einfluss auf die Kreditvergabe. Tatsache ist, dass nur in Ausnahmenfällen der Abschluss einer Restschuldversicherung verpflichtend ist. Da Banken für die Vermittlung von Versicherungen häufig Provisionen erhalten, haben sie dennoch ein gesteigertes Interesse daran, die Versicherung "an den Mann“ zu bringen. Voreilig abgeschlossene Versicherungen können innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsabschluss widerrufen oder jederzeit gekündigt werden.

Fazit: Grundsätzlich sollte die Entscheidung für oder gegen eine Restschuldversicherung abhängig gemacht werden von der Dauer der Kreditlaufzeit und den individuellen Lebensumständen, wie etwa der Arbeitsplatzsicherheit. Stellen Sie sich die Frage, welches Risiko Sie versichern möchten und wie wahrscheinlich es ist, dass ein Versicherungsfall eintreten wird. Prüfen Sie bestehende Versicherungen, inwieweit diese potentielle Risiken bereits absichern. Vergleichen Sie die Konditionen (einschließlich Karenz- und Wartezeiten, Altersbeschränkungen, Ausschlussklausel) unterschiedlicher Versicherer auch oder gerade wenn das Kredit ausgebende Institut Ihnen eine bestimmte Versicherungsgesellschaft empfiehlt.

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