Bild: Junge Frau am Steuer ©Nobilior/fotolia.com

Fahrsicherheitstraining

Das Fahrsicherheitstraining – zum eigenen Schutz

Unter dem Begriff Fahrsicherheitstraining, kurz SHT (Sicherheitstraining), werden verschiedene Schulungen für Lkw-, Pkw- oder Motorradfahrer verstanden. Ein Fahrsicherheitstraining wird in der Regel in Fahrsicherheitszentren, beispielsweise des ADAC, durchgeführt. Ziel eines Fahrsicherheitstrainings ist es, dass der Fahrer im Training gefährliche Situationen im Straßenverkehr erkennt und durch eine angepasste Fahrweise dieser gefährlichen Situation ausweicht. Neben dem Ausweichen der Situation ist ein weiteres Ziel, keine Teilnehmer des Straßenverkehrs in Gefahr zu bringen. Des Weiteren wird eine Sensibilisierung der Wirkungsweise der Fahrzeugtechnik wie ABS und ESP beim Teilnehmer während des Fahrsicherheitstrainings angestrebt. Die Zielsetzung des Fahrsicherheitstrainings lautet folglich:  “Gefahren erkennen, Gefahren vermeiden, Gefahren bewältigen“. Der größte Anbieter für diese Art von Trainings ist der ADAC.

Was lernt man bei einem Fahrsicherheitstraining?

Die Schulungen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Fahranfängern bietet der ADAC beim Fahrsicherheitstraining beispielsweise folgende Inhalte:

  • Slalomparcours für optimale Lenktechnik und Blickführung
  • Kurvenfahren in der Kreisbahn und dabei die Fliehkräfte entdecken
  • Richtiges Bremsen auf glatter Fahrbahn und Kurven
  • Die Grenzen des Fahrzeugs und die eigenen Fähigkeiten kennenlernen
  • Auswirkung von Ablenkungen wie laute Musik oder redselige Beifahrer auf das eigene Fahrkönnen
  • Abfangen und Stabilisieren eines schleudernden Fahrzeugs

Außerdem werden hilfreiche Tipps vermittelt, die den Fahranfängern helfen sollen, in jeder Situation kühlen Kopf zu bewahren.

Für Pkw-Fahrer mit Fahrpraxis werden in der Regel unterschiedliche Levels für  Fahrsicherheitstrainings angeboten. So gibt es ein Kompakt-Training, ein Basis-Training und ein Intensiv-Training für Erstteilnehmer. Denjenigen, die bereits an einem Training teilgenommen haben, bietet sich die Möglichkeit, mit einem Aufbau-Training oder einem Perfektions-Training ihre Erfahrungen zu vertiefen.

Auch für Motorradfahrer und Fahrer von Campingwagen werden spezielle Schulungen angeboten, die je nach den Bedürfnissen und Erfahrungen der Teilnehmer mit unterschiedlichen Trainingsinhalten aufwarten.

Ursprung des Fahrsicherheitstrainings und heutige Veranstalter

Ursprünglich stellte das Fahrsicherheitstraining ein Element der Verkehrssicherheitsarbeit dar. Gelegt wurde der Grundstein im Jahr 1970 vom ADAC und den Verkehrswachten. In den vergangenen Jahren wurden die Kurse, die auch als „Schleuderkurse“ bekannt sind, weiterentwickelt. Diverse Module und Elemente wurden immer wieder zum Fahrsicherheitstraining hinzugefügt, um mit dem Stand der Technik mithalten zu können. 1975 wurde das Fahrsicherheitstraining unter dem Namen „DVR-Sicherheitstraining“ eingeführt. Heute teilen sich nach den Richtlinien des DVR (steht für „Deutscher Verkehrssicherheitsrat“) 30 Veranstalter in ganz Deutschland die Aufgabe des Fahrsicherheitstrainings. Der ADAC ist mit 60 Trainingsplätzen der größte Veranstalter – gefolgt von der Verkehrswacht. Die Trainer bzw. Moderatoren des Fahrsicherheitstrainings, die die Kurse des jeweiligen Veranstalters leiten, werden vom DVR ausgebildet.

SHT für Pkw-Führer

Abhängig von den Vorkenntnissen des Fahrzeugführers existieren unterschiedliche Schwierigkeitsstufen. Veranstalter bieten in der Regel den Aufbaukurs, den Fortgeschrittenenkurs und das Perfektionstraining an. Jedes Training beginnt mit einem Theorieteil, wo auf Wünsche der Teilnehmer, die Vorkenntnisse, die Fahrphysik und die aktuelle Technik in den Fahrzeugen sowie deren Grenzen eingegangen.  Der praktische Teil des Fahrsicherheitstrainings wird mit bis zu 12 Teilnehmern durchgeführt.

Im praktischen Test haben Teilnehmer die Möglichkeit, den Bremsweg bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu erleben und Brems- und Ausweichmanöver auf unterschiedlichen Straßenbelägen zu erlernen. Des Weiteren erlernen Teilnehmer den Umgang mit einem ausbrechenden Heck, das Umfahren von Hindernissen und das Rückwärtsfahren um Hindernisse. Die Trainierenden werden immer wieder mit auftretenden Hindernissen und unvorhersehbaren Straßenbedingungen konfrontiert, um die Sicherheit unter realen Bedingungen zu schulen. Beim Pkw-Sicherheitstraining dominieren Männer mit einer Quote von 75 Prozent.

Motorradsicherheitstraining im Realverkehr

Erstmals wurde dieses Training 1978 eingeführt und geht dem gleichen Ziel wie das Pkw- Sicherheitstraining – „Gefahren erkennen, Gefahren vermeiden, Gefahren bewältigen“ – nach. Auch hier wird das Training anhand der Vorkenntnisse der Fahrzeugführer bestimmt. Das Training besteht aus der Balanceschulung, Slalom- und Kreisfahrten und Brems- und Ausweichübungen.

Neben dem „normalen“ Training haben Teilnehmer die Möglichkeit, an Sicherheits-Touren im realen Straßenverkehr teilzunehmen. Dabei werden an unterschiedlichen Stationen der Tour unter Anleitung eines Trainers fahrpraktische Übungen durchgeführt. Entscheidender Bestandteil ist die Selbstbetrachtung und die Fremdbetrachtung. Die Handlungskompetenz und die Fahrsicherheit sowie die defensive Fahrweise der Teilnehmer sollen so gefördert werden. Auch bei diesem Training ist die Männerquote höher als die der Frauen.

Fahrsicherheitstraining für andere Fahrzeuge

Neben den beiden aufgeführten Fahrsicherheitstrainings für Motorrad und Pkw gibt es noch weitere Trainingseinheiten. Trainiert werden auch Fahrer von Transportern in den Bereichen Ladungssicherheit, Bremsen und Ausweichen. Fahrer von Lastkraftwagen bekommen eine Schulung im Bremsen, in der Ladungssicherheit und im Rangieren. Darüber hinaus bekommen auch Busfahrer diese Übungen im Training vermittelt. Das Training für Tankwagenfahrer besteht unter anderem aus der Trainingsübung „Kippgrenze bei Kurvenfahrten“. Das Trainingsprogramm für Geländewagen wurde um die Übungen „Kippgrenze im Gelände“, „Berg- und Talfahrten“ erweitert. Fahrer von Campingfahrzeugen bekommen im Trainingslager spezielle Trainingsprogramme, die sich auf Gespanne und Wohnmobile beziehen.

Ebenfalls spezielle Trainingsprogramme bekommen Führer von Einsatzwagen und Personenschützer. Ein besonderer Bestandteil im Training ist das energiebewusste Fahren.

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Text: Verivox
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