Tschechien will einen Atomkraft-freundlichen Kurs einschlagen
Prag - Das neue tschechische Mitte-Rechts-Bündnis will seine Politik atomfreundlich gestalten. In den Koalitionsgesprächen einigten sich die drei künftigen Regierungsparteien am Mittwoch auf den Ausbau der umstrittenen Atomanlage Temelin und die Weiterentwicklung des Atomkraftwerks in Dukovany. Dies sagte ein an den Verhandlungen beteiligter Parteifunktionär in Prag.
"Wir haben uns darauf verständigt, die Nuklearenergie zu unterstützen", sagte Viktor Paggio, ein Mitglied der Verhandlungs-Delegation der konservativen ODS. "Wir stehen hinter dem Ausbau von Temelin und der Modernisierung von Dukovany", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
In Tschechien soll künftig eine Koalition aus der konservativen ODS sowie der liberalen Partei TOP 09 und der populistischen Gruppierung VV regieren. Präsident Vaclav Klaus hatte nach den Parlamentswahlen den Chef der Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Petr Necas, offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt.
Das Kraftwerk Temelin ist vor allem im benachbarten Österreich umstritten. Die Nachbarn befürchten Unfälle wie 1986 im ukrainischen Tschernobyl. Auch in Temelin war es bereits mehrmals zu Zwischenfällen gekommen, etwa zum Austritt radioaktiv verseuchten Kühlwassers.
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