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Tipps für die Handynutzung in Brasilien und daheim

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. In wenigen Tagen rollt in Brasilien der Ball: Auch viele deutsche Fans werden dann zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Südamerika reisen. Fast jeder hat ein Handy oder Tablet im Gepäck, um vernetzt zu bleiben und nach Deutschland zu berichten. Doch wie sieht es aus mit Telefonkosten, Handynetzen und WLAN an der Copacabana? Das unabhängige Verbraucherportal Verivox informiert über die besten Sparmöglichkeiten und wichtigsten Tipps zum Telefonieren und Surfen während der WM – auch für Daheimgebliebene.

Für Brasilien-Reisende: Kostenfallen vermeiden – vor der Abreise Tarife überprüfen

Wer nach Brasilien reist, muss mit hohen Kosten fürs Telefonieren und Surfen rechnen. Nutzt man in Brasilien ein Handy mit deutscher Sim-Karte, werden teilweise über drei Euro pro Minute fällig. Wichtig zu wissen: Auch eingehende Gespräche werden berechnet – mit bis zu 1,79 Euro pro Minute. „Deshalb lohnt es sich, vor der Abreise nachzuschauen, ob man nicht in eine günstigere Auslandsoption wechseln kann“, rät Verivox-Telekommunikationsexperte Sven Ehrmann. „Es gibt inzwischen bei fast jedem Anbieter mehrere Roaming-Optionen fürs Telefonieren und die mobile Internetnutzung. Doch die voreingestellten Optionen müssen nicht die günstigsten sein.“

Weil man in den Partnernetzen der eigenen  Netzbetreiber meist bessere Konditionen erhält, sollte man vor Ort gegebenenfalls auf manuelle Netzwahl umschalten. Für kurze Nachrichten empfiehlt sich die klassische SMS mit Kosten von höchstens 71 Cent für 160 Zeichen. Messenger-Dienste hingegen können abseits der reinen Textnutzung sehr teuer werden: Schon ein Megabyte Daten­volumen kann in Brasilien fast 16 Euro kosten. Wer seine Videos stattdessen per WLAN – zum Beispiel im Hotel oder über kostenlose Hotspots – versendet, spart deutlich.

Eine weitere Option ist, vor Ort die Handykarte eines brasilianischen Telekommunikationsanbieters einzusetzen – so erhält man für rund 20 Euro schon 300 MB, bekommt allerdings auch eine neue Rufnummer. Brasilianische Prepaid-Karten sind in den Läden der vier Anbieter Oi, TIM, Vivo oder Claro erhältlich. Mittlerweile ist dazu nur das Vorzeigen des Reisepasses nötig.

Die WM daheim erleben: Tipps für Anrufe nach Brasilien, mobiles Spieleschauen und gute Netzverbindungen  

Wenn man aus Deutschland eine Telefonnummer in Brasilien anruft, fallen übrigens keine zusätzlichen Roamingkosten an: Das gilt sowohl für einen Anruf auf der womöglich neu erworbenen brasilianischen Handykarte des Reisenden als auch bei Anrufen übers Festnetz des Hotels. Hierbei ist das Sparpotenzial immens: Nutzt man Call-by-Call-Tarife über einen Festnetzanschluss der Deutschen Telekom, profitiert man von Minutenpreisen ab einem Cent. Die sogenannten Callthrough-Tarife für Anrufer ohne Telekom-Anschluss beginnen immerhin noch bei weniger als vier Cent pro Minute. Diese Nummern sind auch mit dem Handy nutzbar.

LTE-Netze sind meist weniger überlastet

Wer daheim in Deutschland WM-Stimmung erleben möchte, wird die Möglichkeit zum Public Viewing nutzen. Wenn das Netz überlastet ist und Telefonate abbrechen, ist ein SMS-Versand oft noch möglich, da die Kurznachrichten maximal 140 Bytes groß sind und über einen separaten Kanal transportiert werden. Hierfür kann es sich lohnen, am Handy vom UMTS-Standard auf die seltener genutzten GSM- oder EDGE-Kanäle umzuschalten. Wer ein Zweithandy mit der Karte eines anderen Netzbetreibers hat, könnte Glück haben, denn nicht immer sind alle Netze gleich stark frequentiert. Das gilt vor allem für den LTE-Netzstandard: Weil noch nicht so viele Geräte LTE-tauglich sind, ist dieses Netz meist weniger ausgelastet als die weithin genutzte UMTS-Technik.

Damit Fußballfans kein Spiel verpassen, bieten Internetanbieter mittlerweile Fernsehen für unterwegs an. Über eine App oder eine öffentliche WLAN-Verbindung kann man so auch auf dem Smartphone oder Tablet Fußball schauen. „Für möglichst flüssige und ruckelfreie mobile Verbindungen lohnen sich vor allem solche Tarife, die den schnellen LTE-Standard im Gepäck haben. Sie sind in den Netzen der Telekom, von Vodafone und o2 erhältlich“, sagt Ehrmann. „Nicht nur das Smartphone, auch der Tarif muss LTE-fähig sein. Denn mit herkömmlichen Smartphone-Tarifen surfen die Nutzer nur im langsameren UMTS-Netz.“

Die Verivox-Checkliste mit den wichtigsten Tipps

Für Brasilien-Reisende:

  • Schon vor der Abreise passende  Roaming-Optionen prüfen. Eigenen Anbieter kontaktieren, ggf. Tarif wechseln.
  • In Brasilien ggf. Prepaid-Handykarte kaufen, Vorab-Infos über unten stehende Links möglich.
  • Während der Reise auf manuelle Netzwahl umstellen und Partnernetze des eigenen Anbieters berücksichtigen.
  • Versand kurzer Nachrichten am besten per SMS, Videos über das hoteleigene WLAN oder kostenlose Hotspots verschicken.

Für Daheimgebliebene:

  • Wenn möglich, auf brasilianischen Nummern anrufen und Sparpotenzial über Call-by-Call und Callthrough nutzen.
  • Bei Netzüberlastung auf SMS ausweichen oder Handykarten unterschiedlicher Betreiber nutzen.
  • Mobiles Fußballschauen am besten per WLAN oder LTE (über Telekom-, Vodafone- oder o2-Netz).
  • LTE funktioniert nur, wenn Gerät und Tarif diesen Standard unterstützen.